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Mann liegt auf der Straße und hält sich die Hand auf die Brust © Gina Sanders

Notfall: Herzinfarkt

Brustschmerzen könnten ein Hinweis auf einen Herzinfarkt sein. Besonders gefährdet sind Menschen mit Vorerkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems wie z.B. erhöhter Blutdruck. Ungefähr 30 Prozent der Herzinfarkte verlaufen tödlich. Bei einem derartigen Notfall ist schnelles Handeln entscheidend. Denn verschließt sich eines der großen Herzkranzgefäße, wird ein Teil des Herzmuskels nicht mehr mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Eine effiziente Erste Hilfe kann bei einem Herzinfarkt nicht nur lebensentscheidend sein, sondern auch vor schweren Folgeschäden bewahren . . .

Symptome bei Herzinfarkt

Das Auftreten eines Herzinfarktes ist meistens durch Schmerzen charakterisiert. Diese treten in verschiedenen Formen auf. Manchmal können diese Symptome auch fehlen. Folgende Symptome sind möglich:

  • einengendes Gefühl im Brustkorb,
  • brennende Schmerzen im Brustkorb,
  • ausstrahlende Schmerzen, besonders im linken Arm, Oberbauch, zwischen den Schulterblättern, im Rücken oder Hals und Kiefer,
  • unspezifische Symptome wie Angst, Übelkeit, Schwitzen, kalter Schweiß sowie
  • Atemnot.

Erste-Hilfe-Maßnahmen

Im Vordergrund steht die Stressreduzierung. Alle Maßnahmen, die dies unterstützen, z.B. beruhigende Gespräche, helfen in dieser Notfallsituation. Dabei ist wie folgt vorzugehen:

  • Die Betroffene/den Betroffenen beruhigen.
  • Oberkörper hoch lagern z.B. an eine Wand anlehnen lassen.
  • Die Person soll langsam und tief einatmen.
  • Notruf 144 oder 112 entweder selbst wählen oder an einen anderen delegieren.
  • Die Betroffene/den Betroffenen zudecken, weiter betreuen und beruhigen, bis der Rettungsdienst eintrifft.

Ein Herzinfarkt ist eine lebensbedrohliche plötzliche Erkrankung. Der Zustand kann sich zu jedem Zeitpunkt massiv verschlechtern. Daher die Betroffene/den Betroffenen möglichst nicht alleine lassen. Bei Bewusstlosigkeit oder plötzlichem Bewusstseinsverlust gehen Sie folgendermaßen vor:

  • Bewusstsein überprüfen: ansprechen und sanft schütteln.
  • Laut um Hilfe rufen: Umstehende auf die Notfallsituation aufmerksam machen!
  • Atmung prüfen: „hören, sehen, fühlen“ für max. zehn Sekunden,
  • Normale Atmung ist vorhanden: stabile Seitenlage und Notruf 144 oder 112 wählen. Wiederholt die Atmung prüfen!
  • Keine normale Atmung vorhanden: Notruf 144 oder 112 wählen und mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung beginnen!
  • Defibrillator anwenden: Wenn ein Defibrillator zur Verfügung steht (z.B. auf Flughäfen oder Bahnhöfen), einschalten und den Anweisungen folgen.

Wissenswertes zum Herzinfarkt

Der Herzinfarkt (Myokardinfarkt) ist ein lebensbedrohliches Ereignis, verursacht durch einen plötzlichen Verschluss eines Herzkranzgefäßes (z.B. Blutgerinnsel). Gelingt es nicht, das Gefäß innerhalb weniger Stunden wieder zu öffnen, stirbt das von der Blutzufuhr abgeschnittene Muskelgewebe ab. Dieses Gewebe wird als Infarktgebiet bezeichnet. Je größer das verschlossene Gefäß ist, desto größer ist auch der Infarkt und desto massiver können die Beschwerden sein. Nähere Informationen zum Herzinfarkt finden Sie unter Herzinfarkt.

Eine häufige Komplikation beim Herzinfarkt ist das Kammerflimmern. Wird in dieser Phase keine Erste Hilfe geleistet, verstirbt der Mensch. Man spricht in diesem Fall von einem plötzlichen Herztod. Kammerflimmern ist immer ein lebensbedrohlicher Zustand, bei der die beiden Herzkammern nur noch ungeordnet arbeiten und die Pumpfunktion des Herzens versagt. Die Folge ist ein Atem- und Kreislaufstillstand. Ohne Sauerstoff ist das Gehirn nach drei Minuten so schwer geschädigt, dass irreversible neurologische Schäden die Folge sind. Die einzige Überlebenschance besteht darin, sofort eine Herz-Lungen-Wiederbelebung und eine Defibrillation durchzuführen.

Was ist ein Defibrillator?

Ein automatischer externer Defibrillator (AED) ist ein Gerät, das Stromstöße abgeben kann. Heute sind diese Geräte so konzipiert, dass auch Laien diese sofort einsetzen können. AEDs befinden sich z.B. auf öffentlichen Plätzen, Bahnhöfen, Flughäfen, Schulen oder Firmen. Das Gerät ist selbsterklärend und muss nur eingeschaltet werden. Im Idealfall sollten zwei Personen Erste Hilfe leisten. Eine Person führt die Wiederbelebungsmaßnahmen durch, die andere bedient parallel dazu den AED.

Die Anwenderin/der Anwender wird durch Sprachanweisungen instruiert:

  • Einschalten,
  • Elektroden aus der Verpackung nehmen,
  • Elektroden an den aufgezeichneten Stellen fest ankleben,
  • nach Aufforderung durch das Gerät die Wiederbelebung unterbrechen,
  • nach Aufforderung per Knopfdruck einen Schock (Stromstoß) auslösen.

Durch den gezielten Stromstoß arbeiten im Idealfall die Herzmuskelzellen wieder regulär, und die Person beginnt wieder zu atmen. Bei keiner Atmung wird die Wiederbelebung fortgesetzt. Ein erfolgreicher Einsatz eines AEDs hängt von der richtigen Durchführung der Herz-Lungen-Wiederbelebung ab. Ein AED ist nur eine Ergänzung, kein Ersatz. Er sollte immer so schnell wie möglich eingesetzt werden. Mit jeder Minute Kammerflimmern sinkt die Überlebenschance um zehn Prozent.

Ausführliche Informationen zu Ursachen und Prävention finden Sie unter Herzinfarkt.

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