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Symbolfoto Heparin-Injektion in Bauchfalte © tunedin

Thromboseneigung: Diagnose & Therapie

Thromboseneigung in der Familie (direktes Verwandtschaftsverhältnis) sowie Thrombosen sollten unbedingt abgeklärt werden. Liegen bestimmte Bedingungen vor – wie das gehäufte Auftreten von Blutgerinnseln – kommt das sogenannte Thrombophiliescreening zum Einsatz. Bestätigt sich der Verdacht auf eine Thromboseneigung, werden entsprechende vorbeugende und therapeutische Maßnahmen eingeleitet.

Kennzeichen einer Thrombose

Je nach betroffenem Körperteil oder Organ sind die Symptome sehr unterschiedlich. Manchmal wird eine Thrombose gar nicht bemerkt, kann jedoch trotzdem eine gefährliche Embolie nach sich ziehen. Am häufigsten treten tiefe Beinvenenthrombosen auf. Nähere Informationen zu den Warnsignalen einer tiefen Beinvenenthrombose sowie der möglichen Komplikation Lungenembolie finden Sie unter Tiefe Venenthrombose: Ursachen und Beschwerden und Lungenembolie.

Kommt es zu Gefäßverstopfungen in den Arterien bzw. nachfolgend auch im Gehirn, kann ein Schlaganfall daraus resultieren. Nähere Informationen zu Diagnose und Therapie finden Sie unter Schlaganfall.

Thrombosen abklären

In folgenden Fällen sollte eine Abklärung hinsichtlich einer vererbten oder erworbenen Thromboseneigung eingeleitet werden:

  • Thrombose (z.B. der Beinvenen) ohne bekannte Thromboseneigung oder mögliche Ursachen (z.B. die „Pille“, Rauchen),
  • wiederkehrende Thrombosen,
  • Thromboseneigung in der Familie,
  • Thrombose der Pfortader, von Arterien und Sinusvenenthrombose des Gehirns.

Thrombophiliescreening

Besteht der Verdacht auf eine Thromboseneigung, wird die Krankengeschichte (Anamnese) erhoben, und folgende Blutwerte werden im Sinne einer Basisdiagnostik bestimmt:


Erweitertes Thrombophiliescreening

Das erweiterte Thrombophiliescreening untermauert die Diagnose und ermöglicht die Ursachenfindung. Zu diesem zählen:


Weiterführende Untersuchungen

Finden sich im Rahmen des Thrombophiliescreenings auffällige Befunde (sogenanntes positives Thrombophiliescreening), sind weiterführende Untersuchungen angezeigt:

Nähere Informationen zur Bestimmung im Labor finden Sie unter Blutgerinnung/Thrombose.

Vorbeugende Maßnahmen

Ist eine Thromboseneigung bekannt, bislang jedoch keine Thrombose aufgetreten, sind lediglich vorbeugende Maßnahmen notwendig. Es erfolgt eine Heparin-Prophylaxe („Anti-Thrombose-Spritze“) bei Operationen, langen Auto-, Bus-, Bahn- oder  Flugreisen, bei Ruhigstellung (z.B. Bettlägrigkeit) sowie in Schwangerschaft und Wochenbett. Zudem sollten gefährdete Personen Rauchen, hormonelle Verhütungsmittel (z.B. die „Pille“) sowie Übergewicht vermeiden.

Behandlungsmöglichkeiten

Thrombosen infolge einer Thromboseneigung werden wie jede andere behandelt – mittels Blutverdünnung (Antikoagulation). Die Dauer der Behandlung richtet sich jedoch nach der Ursache. Bei herkömmlichen Thrombosen wird zuerst Heparin und in der Folge Marcumar® (Tabletten) für sechs bis zwölf Monate verabreicht. Tritt erneut eine Thrombose auf, unabhängig von einer möglichen Thromboseneigung, wird die Blutverdünnung für mehrere Jahre – oft sogar lebenslang – empfohlen. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sichern den Therapieerfolg und sorgen für eine ausgewogene Einstellung der Blutgerinnung. Diese dienen auch dazu, Nebenwirkungen, z.B. Blutungen, möglichst gering zu halten.

Bei homozygoter („reinerbiger“) APC-Resistenz, Prothrombinmutation, Protein-C-Mangel oder angeborenem Antithrombin-III-Mangel muss eine lebenslange Blutverdünnung erfolgen. In diesen Fällen ist auch die Verabreichung von Antithrombin-III- bzw. Protein-C-Konzentraten oder Fresh-frozen-Plasma möglich. Arteriellen Thrombosen liegt so gut wie immer eine Thromboseneigung zugrunde. Bei der Behandlung werden ggf. zusätzlich Thrombozytenaggregationshemmer verabreicht (z.B. Aspirin®).

Wohin kann ich mich wenden?

Die Abklärung einer Thromboseneigung ist meist an das Auftreten eines Blutgerinnsels gekoppelt und wird daher in der Regel im Spital eingeleitet. Um das familiäre Risiko festzustellen, können Sie sich an eine Allgemeinmedizinerin/einen Allgemeinmediziner wenden. Diese/dieser überweist in der Folge an eine Fachärztin/einen Facharzt für Labormedizin oder Medizinische Genetik.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Alle notwendigen und zweckmäßigen Therapien werden von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt bzw. das Ambulatorium direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger ab. Bei bestimmten Krankenversicherungsträgern kann jedoch ein Selbstbehalt für Sie anfallen (BVA, SVA, SVB,VAEB). Sie können allerdings auch eine Wahlärztin/einen Wahlarzt (d.h. Ärztin/Arzt ohne Kassenvertrag) oder ein Privatambulatorium in Anspruch nehmen. Nähere Informationen finden Sie unter Kosten und Selbstbehalte. Informationen zu Kosten bei einem Spitalsaufenthalt finden Sie unter Was kostet der Spitalsaufenthalt?

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