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Nüsse in einer Schale © Edie Layland

Nuss- und Erdnussallergie

Nüsse und Erdnüsse enthalten Substanzen, die allergieauslösende Wirkung haben und zu teils sehr heftigen allergischen Symptomen führen können. Baumnüsse und Erdnüsse gehören botanisch nicht zu einer Familie. Am häufigsten reagieren Allergikerinnen/Allergiker auf Haselnüsse und Erdnüsse.  Nussallergien beschränken sich meist auf eine bestimmte Sorte, es kann aber zu Kreuzreaktivitäten mit anderen Nüssen kommen, wenn das IgE die Nüsse verwechselt.

Allergien gegen folgende Schalenfrüchte sind möglich:

  • Haselnuss
  • Mandel
  • Pistazie
  • Walnuss
  • Cashewnuss
  • Pekannuss
  • Paranuss
  • Macadamianuss
  • Queenslandnuss

Welche Symptome können bei Nuss- und Erdnussallergie auftreten?

Das allergene Potenzial (allergieauslösende Wirkung) von Nüssen ist sehr hoch. Die Beschwerden können unmittelbar nach dem Verzehr oder verzögert auftreten. Bei einer stark ausgeprägten Allergie kann bereits das Berühren oder Einatmen von Nusspartikel eine allergische Reaktion auslösen. Mit der molekularen Diagnose mittels Allergen-Mikrochip-Test kann man gefährliche von harmlosen Nussallergien unterscheiden. Leichte Symptome äußern sich im Mund- und Rachenbereich, z.B. in Form von Gaumenjucken oder Kribbeln auf der Zunge (orales Allergiesyndrom). Bei einer starken Allergie kann es sogar zu Atemnot bis Erstickung und Kreislaufkollaps kommen (anaphylaktischer Schock). Allergien gegen Baumnüsse sind häufig die Folge einer bereits bestehenden Pollenallergie (inhalative Sensibilisierung). Reagiert das Immunsystem erst einmal allergisch auf z.B. Birke, Hasel, Erle oder Buche, kann es in Folge auch bei Hasel-, Wal-, Para- und Cashewnüssen sowie Mandeln überreagieren. Weitere Informationen erhalten Sie unter Kreuzallergien

Die Erdnussallergie entsteht zumeist als Erstsensibilisierung ohne vorhergehende Pollenallergie. Erdnüsse sind sehr verdauungsresistent und allergisieren empfindliche Patientinnen/Patienten direkt über die Magen-Darm-Schleimhaut. Vermeidung schützt nicht vor der Entwicklung von Erdnussallergien, weil das Immunsystem dann nicht lernt, diese zu vertragen.

Weitere Informationen zu allergischen Beschwerden erhalten Sie unter Was ist eine Allergie?

Nuss-/Erdnussallergie und Ernährung

Je nach Ausprägung der Nussallergie muss die allergieauslösende Sorte gemieden bzw. strikt eliminiert werden. Dies ist nicht immer einfach: Auch wenn Nüsse nicht als Zutat angegeben sind oder das Produkt nicht direkt mit Nüssen in Verbindung steht, können sie „versteckt“ vorkommen. Ein sogenannter „cross contact“ kann zur Verunreinigung mit Nüssen beitragen, z.B. wenn in einer Firma an einer Maschine verschiedene Waren hergestellt oder in einer (Groß-)Küche die gleichen Werkzeuge und Geräte für die Zubereitung verschiedener Speisen verwendet werden.

Nach der Produkthaftungs- und Sorgfaltspflicht sind Hersteller verpflichtet, einen entsprechenden Hinweis zu geben. Relativ ungenaue Deklarationen (z.B. „Kann Spuren von Nüssen enthalten“) sind für die Konsumentin/den Konsumenten jedoch naturgemäß nicht zufrieden stellend.

Allergenkennzeichnung

Gemäß EU-Verbraucherinformationsverordnung müssen Erdnüsse und daraus gewonnene Erzeugnisse, Schalenfrüchte wie Mandeln, Haselnüsse, Walnüsse, Cashewnüsse, Pecannüsse, Paranüsse, Pistazien sowie Macadamia- oder Queenslandnüsse gekennzeichnet und in der Zutatenliste z.B. durch Schriftart oder Hintergrundfarbe hervorgehoben werden. Diese erweiterte Kennzeichnungspflicht ist seit Dezember 2014 für verpackte und unverpackte Waren (offene, lose Ware) verpflichtend.

Weitere Informationen erhalten Sie unter:

Eine Allergiediagnose bei der Fachärztin/beim Facharzt oder im Allergieambulatorium zur Möglichkeit der gezielten Vermeidung des Auslösers kann in diesen Fällen lebensrettend sein. Weiters ist eine qualifizierte Ernährungsberatung hilfreich.

Da durch Lebensmittelhinweise wie „Kann Spuren von Nüssen enthalten“ die Produktauswahl bei einer Allergie sehr eingeschränkt ist, ist eine ausgewogene Ernährung zwar schwierig, aber möglich. Als Grundlage der Ernährung sollte die Österreichische Ernährungspyramide dienen.

Weitere Informationen erhalten Sie unter Ernährungsberatung und -therapie.

Wie erfolgt die Behandlung einer Nuss- und Erdnussallergie?

Je nach Ausprägung der Allergie müssen bestimmte Nüsse gemieden bis strikt eliminiert werden. Häufig kommen Nüsse in versteckter Form in Lebensmitteln vor.

Seien Sie vorsichtig bei Produkten wie:

  • Marzipan,
  • Nougat,
  • Brot und diversen Backwaren,
  • Keksen,
  • Müsli- und Getreidemischungen,
  • Kartoffelzubereitungen,
  • diversen Fertiggerichten,
  • Schokolade und Kakaoerzeugnissen,
  • diversen Süßwaren sowie
  • Margarine.

Auch Öle aus Nüssen können zu allergischen Symptomen führen. Raffinierte Öle werden besser vertragen als kaltgepresste. Kürbiskerne sind bei Nussallergie eine gute Alternative.

Auf Inhaltsstoffe achten!

Lesen Sie Etiketten und Verpackungen genau. Bei Unsicherheit sollte beim Produzenten nachfragt werden oder besser auf das Nahrungsmittel zugunsten eines anderen Produktes verzichtet werden. Die Allergene in Hasel- und Erdnüssen können nicht unschädlich gemacht werden. Bei Mandeln kann hingegen durch Schälen das allergene Potenzial (Stärke der allergieauslösenden Wirkung) vermindert werden.

Vorgehen im Notfall

Die Beschweren werden symptomatisch behandelt, also v.a. mit abschwellenden und juckreizstillenden, bei Bedarf auch Herz-Kreislauf-stabilisierenden Maßnahmen, insbesondere flache Lagerung mit hochgelagerten Beinen. Bei stark ausgeprägter Allergie sollte man zur Sicherheit immer ein Notfallset bei sich tragen. Darin sollten enthalten sein:

  • Adrenalinautoinjektor (besonders bei vorherigen schweren Reaktionen),
  • Antihistaminikum,
  • Kortison-Präparat,
  • Asthmaspray.

Angehörige einer/eines Nahrungsmittelallergikerin/-allergikers sollten im Gebrauch der Notfallmedikation geschult sein.

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