Allergie auf Ei

Bei einer Allergie auf Ei – kurz Eiallergie – reagiert der Körper auf bestimmte Eiweißstoffe im Hühnerei. Die meisten Allergene befinden sich im Eiklar. Eine Allergie auf Ei kommt eher im Säuglings- und Kindesalter vor. Meistens bildet sich diese bis zum Schuleintritt von selbst zurück. Die ersten Beschwerden zeigen sich bei allergischen Kindern, wenn Eier in der Beikost zugefüttert werden. Zum Abklären eine Allergie auf Ei gibt es verschiedene Tests. Die Behandlung besteht im Meiden von Eiern und eihaltigen Speisen sowie Zubereitungen. Viele Betroffene vertragen kleine Mengen an stark erhitzen Eiern.
 

Was ist eine Allergie auf Ei?

Bei einer Allergie auf Ei reagieren die Betroffenen auf bestimmte Eiweißbestandteile in Hühnereiern allergisch. Das Hühnerei enthält mehrere Allergene, die Beschwerden auslösen können. Die meisten und wichtigsten sind im Eiklar. Folgende Allergene im Eiklar sind die häufigsten Auslöser allergischer Beschwerden:

  • Ovomukoid: Dieses Allergen wird durch Erhitzen nicht zerstört. Es bleibt auch nach dem Kochen allergen und kann Beschwerden machen.
  • Ovalbumin: Dieses Allergen wird durch Erhitzen zerstört. Nach dem Durcherhitzen oder Verbacken von Eiern verursacht es bei den Betroffenen keine Beschwerden.

Eine Allergie auf Ei ist bei Säuglingen und Kleinkindern nach der Allergie auf Milch die zweithäufigste Allergie auf ein Nahrungsmittel. Bei den meisten Kindern verschwindet eine Allergie auf Ei mit der Zeit von selbst. Man sagt auch: Die Kinder entwickeln eine Toleranz den Eiern gegenüber. Schätzungen zufolge vertragen im Alter von sechs Jahren acht von zehn betroffenen Kindern Eier wieder. Sie haben dann keine Allergie auf Ei mehr. Erwachsene sind nur selten auf Hühnerei allergisch.

Welche Symptome können auftreten?

Typische Symptome bei einer Allergie auf Ei sind:

  • Haut: Urtikaria - Nesselausschlag, Schwellungen u.a. im Bereich Rachen und Kehlkopf, Schübe bei Bestehen von Neurodermitis,
  • Atmung: Atembeschwerden,
  • Magen-Darm: manchmal Übelkeit und Erbrechen, selten Bauchschmerzen und Durchfall,
  • selten: schwere anaphylaktische Reaktionen, Blutdruckabfall oder Schock.

Die Beschwerden treten meist innerhalb von Minuten bis zwei Stunden nach dem Verzehr von wenig erhitzten Eiern auf. Möglich sind auch verzögerte Reaktionen, viele Stunden oder bis zu zwei Tage danach. Verzögerte Reaktionen äußern sich meist an der Haut oder im Magen-Darm-Trakt.

Wann äußert sich eine Allergie auf Ei bei Kindern?

Eine Allergie auf Ei zeigt sich bei Kleinkindern meist, wenn mit dem Zufüttern von Eiern oder ei-haltigen Speisen begonnen wird. Erstmalige Symptome können sich bereits beim ersten Kontakt mit Ei zeigen. Fachleute nehmen an, dass die Sensibilisierung der Kinder bereits über die Mutter stattfindet, indem Ei aus der mütterlichen Ernährung in die Brustmilch und beim Stillen auf das Kind übergeht. Besonders häufig ist eine Allergie auf Ei bei Neurodermitis in der frühen Kindheit. Das ist eine chronische juckende Entzündung der Haut. Gefährdeter sind Kinder von Eltern mit bestehenden Allergien, oder die selbst Neurodermitis hatten oder haben.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Bei Verdacht auf eine Eiallergie führt die Ärztin oder der Arzt ein ausführliches Gespräch. Dabei werden die aufgetretenen Beschwerden und deren zeitliches Auftreten genau besprochen. Hilfreich ist es, wenn Betroffene bzw. die Eltern ein Ernährungs- und Symptom-Tagebuch bereits vorab führen. Diese Information liefert der Ärztin oder dem Arzt bei der Diagnose wichtige Hinweise.

Zur Diagnose einer Allergie auf Ei werden in der Regel folgende Tests angewendet:

  • Bluttest: Untersuchung auf das Vorhandensein allergenspezifischer IgE-Antikörper. Dabei können molekulare IgE-Tests unterscheiden, ob das hitzestabile Ovomukoid oder das hitzelabile Ovalbumin eine Rolle spielen. Dies ist für die Ernährungsempfehlung zur Vermeidung von Symptomen entscheidend.
  • Hauttest: Reaktion der Haut nach Kontakt mit dem Allergen in einem Prick-Test. Im Prick-to-Prick Test kann unbehandeltes oder verarbeitetes Ei getestet werden.

Näheres erfahren Sie unter Nahrungsmittelallergien – Wie wird die Diagnose gestellt?

Zur erweiterten Diagnose bei einer Allergie auf Ei kann ein überwachter Provokationstest erfolgen: Dabei werden unter ärztlicher Überwachung geringe Mengen an hoch erhitztem Ei verzehrt und die Reaktion des Körpers beobachtet. So kann bei den Betroffenen auch festgestellt werden, ob Produkte mit hoch erhitzten Eiern eventuell vertragen werden. Da diese Provokationstests mit einem nicht unerheblichen Risiko schwerer allergischer Reaktionen einhergehen, dürfen diese nur in spezialisierten ärztlichen Zentren mit Notfallmedizin durchgeführt werden.

Hinweis

Bei Kindern mit einer Allergie auf Ei wird regelmäßig kontrolliert, ob sich bereits eine Toleranz entwickelt hat. So wird früh erkannt, ob das Kind Eier eventuell schon wieder verträgt.

Wie erfolgt die Behandlung einer Allergie auf Ei?

Die wirksamste Behandlung bei einer Allergie auf Ei ist, das auslösende Nahrungsmittel – also das Ei – zu vermeiden. Das betrifft auch Speisen und Zubereitungen mit Ei. Es kann jedoch recht unterschiedlich sein, wie streng dies eingehalten werden muss: Denn die individuelle Verträglichkeit hängt von der Stärke der Allergie ab:

  • Bei den meisten Betroffenen ist es ausreichend, Speisen und Zubereitungen mit rohen und leicht erhitzten Eiern zu meiden: Darunter fallen etwa gekochte Eier, Spiegeleier, Rühreier, French Toast, und auch Zubereitungen mit rohen Eiern wie Mayonnaise oder Tiramisu etc.
  • Nur ein Teil der Betroffenen sollte zusätzlich auch Speisen und Zubereitungen mit stark erhitzten Eiern wie etwa Gebäck, Kuchen, Muffins, Torten, Waffeln, Kekse, Nudeln, Saucen meiden.
  • Nur wenige Betroffene reagieren auch auf andere Vogeleier allergisch: Darunter fallen Eier von Wachtel, Pute, Ente und Gans.
  • Sehr selten reagieren Betroffene auch auf Hühnerfleisch allergisch.

Hinweis

Möglicherweise bewirkt der Verzehr kleiner Mengen an stark erhitztem Ei wie etwa in Backwaren oder Keksen, dass Eier früher vertragen werden.

Eier sind in vielen Lebensmitteln, Speisen oder Zubereitungen als – oft versteckte ­– Zutat enthalten. Bei einer Allergie auf Ei geschieht es daher leicht, dass Betroffene unbewusst Kontakt mit dem Allergen haben. Zur Sicherheit sollten Betroffene daher stets mit einem Notfallset ausgestattet sein und im Gebrauch geschult werden..

Das sollte ein Allergie-Notfallset beinhalten:

Angehörige einer Nahrungsmittelallergikerin oder eines Nahrungsmittelallergikers sollten mit dem Gebrauch eines Notfallsets vertraut und darin geschult sein. Bei Kindern mit einer Allergie auf Ei sind auch Kindergarten bzw. Schule zu informieren. Besondere Vorsicht gilt, wenn zuvor bereits allergische Schockreaktionen aufgetreten sind.

Allergie auf Ei und Impfstoffe

Manche Impfstoffe enthalten Bestandteile von Hühnereiweiß. Die meisten dieser Impfstoffe allerdings nur in Spuren, sodass der Impfstoff bei einer Allergie auf Ei problemlos vertragen wird. Vorsicht geboten ist beim Impfstoff gegen Gelbfieber: Dieser Impfstoff wird durch ein anderes Verfahren hergestellt und kann bei Allergie auf Ei allergische Reaktionen auslösen.

Vor Impfungen sollte die Ärztin oder der Arzt jedenfalls auf die Allergie hingewiesen werden. Im Bedarfsfall kann vorab ein Prick-Test mit dem Impfstoff gemacht werden.

Wohin kann ich mich wenden?

Wenn Sie Beschwerden in Verbindung mit Nahrungsmitteln haben, können Sie sich an folgende Stellen wenden:

Weitere Informationen erhalten Sie unter Ernährungsberatung und -therapie.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die e-card ist Ihr persönlicher Schlüssel zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden von Ihrem zuständigen Sozialversicherungsträger übernommen. Bei bestimmten Leistungen kann ein Selbstbehalt oder Kostenbeitrag anfallen. Detaillierte Informationen erhalten Sie bei Ihrem Sozialversicherungsträger. Weitere Informationen finden Sie außerdem unter:

sowie über die Online-Services und Formulare der Sozialversicherung.

Die verwendete Literatur finden Sie im Quellenverzeichnis.

Letzte Aktualisierung: 20. Januar 2023

Erstellt durch: Redaktion Gesundheitsportal

Expertenprüfung durch: Univ.-Prof. Dr. Erika Jensen-Jarolim

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