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Getreidemüsli © Kati Molin

Getreideallergie

Eiweißbestandteile in Getreide können allergische Beschwerden auslösen. Das häufigste Allergen befindet sich in Weizen. Die Beschwerden bei einer Allergie auf Getreide können unmittelbar nach dem Verzehr oder mit etwas Verzögerung auftreten. Meist äußern sich diese in Form von Ausschlägen oder Hautjucken bzw. Atem- oder Verdauungsbeschwerden . . .

Das geschieht bei Getreideallergie

Botanisch betrachtet zählt Weizen zu den Gräsern, daher kommt es bei einer Gräserpollenallergie häufig zu Kreuzreaktionen mit Weizen und anderen Getreiden (Roggen, Gerste, Dinkel) in der Nahrung. Eine Möglichkeit einer direkten Sensibilisierung über Einatmung von Getreidemehl besteht als Berufsrisiko bei z.B. Bäckerinnen/Bäckern. Kräuter- und Dinkelkopfkissen bergen ebenfalls ein Risiko, sich beim Schlafen durch Einatmen zu sensibilisieren.

Es gibt auch Allergene im Getreide, die selbst schwere Allergien auslösen. Die Unterscheidung ob mehr oder weniger gefährlich, kann mittels molekularer Diagnose mit einem Allergen-Mikrochip getroffen werden.

Weitere Informationen dazu erhalten Sie unter Kreuzallergien.

Beschwerden bei Getreideallergie

Die Beschwerden bei einer Allergie auf Getreide können unmittelbar nach dem Verzehr oder mit etwas Verzögerung auftreten. Meist äußern sich diese in Form von Ausschlägen oder Hautjucken bzw. Atem- oder Verdauungsbeschwerden. Bei Inhalation von Mehlstaub kommt es in erster Linie zu allergischem Asthma („Bäckerasthma“). Bei sensibilisierten Patientinnen/Patienten kann es jedoch auch zu einem anaphylaktischen Schock nach dem Verzehr von Getreide kommen. Dieses Risiko wird durch körperliche Betätigung eindeutig gesteigert. So kann sich ein anaphylaktischer Schock unter einer Allergie nach dem Verzehr eines z.B. Getreideweckerls (das alleine keine Reaktion auslösen würde) mit anschließender sportlicher Bestätigung durchaus zu einer gefährlichen Reaktion ausweiten. 

Weitere Informationen zu allergischen Beschwerden erhalten Sie unter Was ist eine Allergie?

Getreideallergie und Ernährung

Je nach Ausprägung der Allergie sollte das Getreide in der Nahrung und die Inhalation von Getreidestaub gemieden werden.

Auf diese Lebensmittel sollte bei einer Weizenallergie verzichtet werden:

  • Weizen-(vollkorn-)mehle und -produkte,
  • Weizenkleie,
  • Weizenkeimöl,
  • Weizenbier,
  • Malz,
  • diverse Bindemittel und Stärke.
Bemerkt die Patientin/der Patient Kreuzreaktionen mit anderen Getreiden, so sollten auch diese gemieden werden. Um Fehl- und Unterernährung zu vermeiden, ist eine präzise Diagnostik wichtig, z.B. bei einer Allergiespezialistin/einem Allergiespezialisten oder in einem Allergieambulatorium.

Weitere Informationen zur Allergenkennzeichnung liefert die Broschüre der Arbeiterkammer „Das gehört aufs Etikett. Die neuen Lebensmittelinformationen“.

Verträgliche Alternativen

Die Auslöser der Getreideallergie – in den meisten Fällen handelt es sich dabei um Weizen – sollen gemieden werden.

Als Alternative bieten sich viele Kohlenhydratquellen wie:

  • Hafer,
  • Gerste,
  • Roggen,
  • Mais,
  • Reis,
  • Buchweizen,
  • Hirse,
  • Quinoa oder
  • Amaranth an.

Dinkel und Kamut sind mit Weizen verwandt. Dennoch wird Dinkel bei Weizenallergie häufig relativ gut vertragen. Ob diese beiden Sorten zu allergischen Beschwerden führen, sollte abgeklärt werden. Buchweizen ist nicht mit Weizen verwandt und stellt bei Weizenallergie eine gut verträgliche Alternative dar.

Da sich die Weizenallergene dicht unterhalb der Schale befinden, werden bei einer nur leicht ausgeprägten Allergie weiße Auszugsmehle teils gut vertragen. Dabei gilt: Je niedriger die Typenzahl des Mehls (z.B. Typ W 480), desto weniger Schalenanteile sind enthalten.

Vorgehen im Notfall

Beim Auftreten von Beschwerden werden diese symptomatisch behandelt. Bei schwerer Allergie sollten Betroffene mit einem Notfallset ausgestattet sein. Darin sollten ein Antihistaminikum, Kortison-Präparat, Asthmaspray und Adrenalinautoinjektor enthalten sein. Angehörige einer/eines Nahrungsmittelallergikerin/-allergikers sollten im Gebrauch der Notfallmedikation geschult sein. Zum anaphylaktischen Schock kommt es bei einer Allergie auf Getreide zumeist in Zusammenhang mit körperlicher Aktivität nach dem Verzehr des Allergens.

Eine ausgewogene Ernährung ist auch bei einer diagnostizierten Getreideallergie möglich.

Als Grundlage der Ernährung sollte die Österreichische Ernährungspyramide dienen. Achten Sie auf eine angemessene Zufuhr an Kohlenhydraten – viele alternative Getreidesorten oder auch Reis, Sojaprodukte und Erdäpfel bieten sich an. Eine qualifizierte Ernährungsberatung ist hilfreich.

Weitere Informationen erhalten Sie unter Ernährungsberatung und -Therapie.

Hinweis Allgemeine Informationen erhalten Sie unter Diagnose und Therapie von Nahrungsmittelallergien und -intoleranzen.

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