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Mann im Rollstuhl im Büro © WavebreakMediaMicro
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Bessere Chancen durch berufliche Integration

Beruf und Arbeitsbedingungen haben einen wichtigen Einfluss auf die Gesundheit der Menschen. Eine Arbeit zu finden und auszuüben, ist besonders für benachteiligte Bevölkerungsgruppen eine besondere Herausforderung. Dazu zählen beispielsweise Menschen mit einer Behinderung oder mit sozialen Nachteilen, wie Langzeitarbeitslose oder Personen mit Migrationshintergrund. Gesetzliche Regelungen unterstützen Personen mit besonderen Bedürfnissen, damit sie in ihrer Arbeit die notwendigen Rahmenbedingungen vorfinden und einem Beruf nachgehen können.
Um Benachteiligungen von Bevölkerungsgruppen auf dem Arbeitsmarkt, z.B. bei der Arbeitssuche, auszugleichen, werden integrationsfördernde Projekte in Unternehmen von öffentlichen Stellen unterstützt. Mit einer besseren beruflichen Integration soll auch zum Abbau von gesundheitlichen Ungleichheiten in der Gesellschaft beigetragen werden.

Berufliche Gleichbehandlung von Menschen mit Behinderung

Etwa 15 Prozent der Österreicher und Österreicherinnen haben eine dauerhafte Beeinträchtigung. In der Bundesverfassung ist die Gleichbehandlung von behinderten und nicht behinderten Menschen in allen Lebensbereichen verankert. Zudem befindet sich Österreich bei der Erwerbstätigenquote von behinderten Menschen im Spitzenfeld. Bei der beruflichen Tätigkeit und der Gestaltung des Arbeitsplatzes müssen jedoch spezielle Gefahren und Belastungen berücksichtigt werden. Das Behinderteneinstellungsgesetz regelt die Verpflichtung von Betrieben, ab einer bestimmten Größe Menschen mit Behinderung zu beschäftigen.

Weitere Informationen:

Persönliche Assistenz am Arbeitsplatz

Menschen mit schwerer Behinderung können ihren Beruf oftmals dennoch ausüben, wenn Helfer/Helferinnen sie dabei unterstützen. Dazu finanziert das Sozialministerium die Persönliche Assistenz am Arbeitsplatz (PAA)  , welche für

  • Mobilitätshilfe (Begleitung zwischen Wohnort und Arbeitsstelle und bei dienstlichen Verpflichtungen außerhalb der Büroräume)
  • manuelle Unterstützung bei der Tätigkeit
  • Assistenz bei der Körperpflege während der Arbeit und
  • sonstige Unterstützung eingesetzt werden kann.

Die PAA wird über die regionale Assistenz-Servicestelle der Landesstellen des Sozialministeriumsservice vermittelt. Informationen für Unternehmerinnen/Unternehmer mit Behinderung zu PPA bietet die Wirtschaftskammer . 

Hinweis Nähere Infos über Maßnahmen zur Unterstützung der beruflichen Teilhabe von Menschen mit Behinderungen im Rahmen von COVID-19 finden Sie unter www.sozialministerium.at.

Bessere Berufschancen für Menschen mit Benachteiligungen

Gezielte Ausbildung und lebenslanges Lernen helfen, die Qualifikationen und damit die Jobchancen zu verbessern. Dadurch sollen die Benachteiligungen von Bevölkerungsgruppen auf dem Arbeitsmarkt ausgeglichen werden. Ziel ist es, allen Menschen eine berufliche Perspektive zu ermöglichen. Zu den Bevölkerungsgruppen, die im Berufsleben mit Benachteiligungen aus unterschiedlichen Gründen kämpfen müssen, zählen z.B. ältere Menschen, aber auch junge Menschen vor dem Eintritt in den Beruf sowie Wiedereinsteigerinnen/Wiedereinsteiger, Arbeitslose, Armutsgefährdete oder Personen mit Migrationshintergrund. Im Rahmen der Arbeitsmarktpolitik werden gezielt Projekte gefördert, die durch Aus- und Weiterbildung bzw. „Training on the Job“ die Berufschancen von benachteiligten Gruppen verbessern.

Sowohl Dienstnehmerinnen/Dienstnehmer als auch Dienstgeberinnen/Dienstgeber können dazu Förderungen und Beihilfen aus den Mitteln des Ausgleichstaxfonds erhalten. Neben einer Erleichterung beim Eintritt ins Erwerbsleben dienen sie der Sicherung und Erhaltung bestehender Arbeitsplätze. Derartige Förderungen sind u.a. in folgenden Bereichen möglich:

  • Technische Arbeitshilfen, Schulungskosten, Ausbildungsbeihilfen
  • Orientierungs- und Mobilitätstraining, Mobilitätszuschuss, Anschaffung eines Assistenzhundes, Erlangung der Lenkerberechtigung, Erwerb eines Kraftfahrzeuges
  • Hilfe zur wirtschaftlichen Selbstständigkeit, Überbrückungszuschuss für Selbstständige bei behinderungsbedingten Mehraufwänden, Barrierefreiheit von Unternehmen. 

Weitere Informationen und Beratung:

  • Das Arbeitsmarktservice sowie das Sozialministeriumsservice bieten in ganz Österreich kostenlos Beratung für Unternehmen und Arbeitsuchende an.
  • Die Initiative fit2work bietet Berufstätigen Beratung und Unterstützung bei gesundheitlichen Problemen am Arbeitsplatz mit dem Ziel, die Arbeitsfähigkeit zu erhalten.
  • Das BBRZ bietet österreichweit Angebote und Beratung  zu Ausbildung, Verbesserung der Qualifikationen, Integration, berufliche Rehabilitation etc. für Betroffene.
  • Über den Europäischen Sozialfonds können öffentliche Verwaltungen, Nichtregierungsorganisationen, Wohlfahrtsverbände sowie Sozialpartner Fördermittel für berufliche Integrationsprojekte erhalten.
  • Das Netzwerk Gesundheitsförderung und Arbeitsmarktintegration (NGA) fördert die Vernetzung namhafter öffentlicher und Non-Profit-Organisationen aus den Bereichen Gesundheit, Gesundheitsförderung sowie Arbeitsmarkt und Arbeitslosigkeit.
  • Der Dachverband berufliche Integration (dabei-austria) fördert die Kommunikation zwischen Angeboten, Organisationen, Projekten und ihren Vertreterinnen/Vertretern.
  • Das Projekt ABAK (Arbeitsvermittlung für Akademikerinnen/Akademiker mit Behinderung und/oder chronischer Erkrankung) unterstützt als Servicestelle Betroffene beim Einstieg in den allgemeinen Arbeitsmarkt.
  • Die Arbeitsassistenz für Blinde und hochgradig Sehbehinderte (BSVWNB) ist eine Serviceeinrichtung, die sowohl Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer, als auch Arbeitgeberinnen/Arbeitgeber unterstützt, informiert und begleitet.
  • Die Jobplattform myAbility.jobs bietet Jobangebote von Unternehmen, die ausdrücklich Menschen mit Behinderung suchen. Dabei haben Jobsuchende mit Behinderung die Möglichkeit, sich völlig chancengleich zu bewerben. Im Vordergrund stehen – wie bei anderen Jobsuchenden auch – die Fähigkeiten, nicht die Behinderung.
  • Das vorrangige Ziel der Volkshilfe ProServ ist die Beschäftigung, Qualifizierung und anschließende Vermittlung erwerbsloser Menschen mit Handicap auf dem Arbeitsmarkt.
  • Das Angebot ÖZIV-Support richtet sich an Menschen mit Körper- und/oder Sinnesbehinderungen sowie chronischen Krankheiten und besonderen Schwierigkeiten am Arbeitsmarkt.
  • Wien Work ist ein Wirtschaftsbetrieb, wo überwiegend Menschen mit körperlichem Handicap beschäftigt sowie Ausbildungen für Jugendliche mit besonderen Bedürfnissen angeboten werden.
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