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Mann mit grauen Haaren steht an einer Werkbank © Robert Kneschke

Arbeiten im Alter

Jeder Arbeitsplatz erfordert bestimmte Kenntnisse und Fähigkeiten. Ein Kriterium ist allerdings für jede Arbeit wichtig: die Gesundheit! Fachleute betonen: Wenn wir ein Leben lang im Erwerbsleben stehen, sind alternsgerechte Arbeitsplätze notwendig. Für die Gestaltung „gesunder“ Arbeitsplätze ist das Management des Betriebs zuständig. Betriebliche Gesundheitsförderung liefert dafür bewährte Instrumente und Methoden. Auch Beschäftige können selbst viel tun, um im Berufsleben gesund zu bleiben. Nicht zuletzt ist die körperliche und seelische Gesundheit der Belegschaft eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg eines Unternehmens.

Betriebe leben von der Verschiedenheit (Diversität) ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, von ihren unterschiedlichen Qualifikationen, Erfahrungen und Ideen, von einem produktiven Miteinander von Alt und Jung. Viele ältere Berufstätige schöpfen aus ihrer Arbeit Anerkennung, Selbstbestätigung und Erfolg.

Die erwerbsfähige Bevölkerung altert. Laut Statistik Austria wird der Anteil der 50- bis 64-Jährigen im erwerbsfähigen Alter (15 bis 64 Jahre) von rund 30 Prozent im Jahr 2014 auf 33,4 Prozent im Jahr 2025 ansteigen. Die Menschen bleiben auch länger im Erwerbsleben. Deshalb sind alternsgerechte Arbeit und gesundheitsförderliche Arbeitsplätze mehr denn je gefragt.

Jedes Alter hat seine Stärken

Jeder Mensch hat in einem bestimmten Alter besondere Potenziale und Fähigkeiten. So sind ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zwar in manchen Belangen körperlich nicht so leistungsfähig wie jüngere, dafür verfügen sie über wertvolles fachliches Know-how und soziale Kompetenzen aufgrund ihrer Lebenserfahrung. Menschen im fortgeschrittenen Alter lernen langsamer als jüngere, dafür verknüpfen sie effizient vorhandenes mit neuem Wissen. Ältere können schwierige Aufgaben oft schneller lösen, da sie oft gelernt haben vernetzt zu denken und intuitiv auf hilfreiche Erfahrungen zurückgreifen können. Ein gut funktionierendes Unternehmen braucht eine Mischung aus Jung und Alt – und Arbeitsbedingungen, die darauf Rücksicht nehmen.

Alternsgerechte Arbeit: Was ist das?

Alternsgerechte Arbeit hat das Ziel, die Gesundheitspotenziale und die Arbeitsfähigkeit für die gesamte Dauer der Erwerbstätigkeit zu erhalten und zu fördern. Arbeit ist dann alternsgerecht, wenn sie vom Beginn der Berufstätigkeit an bis zum Pensionsalter ausgeübt werden kann, ohne der körperlichen, geistigen und sozialen Gesundheit zu schaden. Alternsgerechte Arbeit hilft auch, die Zahl der in Gesundheit verbrachten Lebensjahre zu erhöhen.

Von gesundheitsförderlichen und alternsgerechten Arbeitsbedingungen profitiert die gesamte Belegschaft nachhaltig. Eine wesentliche Rolle spielen dabei z.B. die Vielseitigkeit der Tätigkeit, das Erhalten von Handlungsspielräumen, Lernen und Weiterbildung, Information und Mitsprache, Teamgeist, Reduktion von negativem Stress, freie Zeiteinteilung. Auch die Reduktion von Arbeitsbelastungen, wie Lärm, schlechte Sitzhaltung, häufiges Tragen schwerer Lasten etc. trägt zu alternsgerechter Arbeit bei.

Betriebliche Gesundheitsförderung und alternsgerechte Arbeit

Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) ist eine moderne Unternehmensstrategie mit dem Ziel, die Gesundheit zu stärken und das Wohlbefinden von Menschen an ihrem Arbeitsplatz zu verbessern und langfristig zu erhalten. Somit soll Krankheiten am Arbeitsplatz vorgebeugt werden. In der Gesundheitsförderung geht es nicht vordringlich darum, Belastungen zu verringern, sondern vor allem um die Förderung der notwendigen Ressourcen und Potenziale der Menschen, zur Steigerung und Erhaltung der Gesundheit.

Unter Ressourcen verstehen BGF-Fachleute persönliche, soziale und strukturelle Mittel, um Herausforderungen, Anforderungen und Belastungen bewältigen zu können. Zu den Ressourcen zählen Gesundheitswissen, Gesundheitskompetenz, Widerstandsfähigkeit (Resilienz), aber auch Entscheidungsspielräume, Anerkennung oder Wertschätzung. Für Unternehmen bedeutet dies, den Mitarbeiterinnen/Mitarbeitern die Entwicklung von Kompetenzen und Gestaltungsspielräumen z.B. durch entsprechende Arbeitsgestaltung, Arbeitszeiten oder Weiterbildung zu ermöglichen.

Die Verschiedenheit von Arbeitsverhältnissen und Beschäftigten erfordert nach maßgeschneiderten Angeboten. Wenn sich die Maßnahmen an den tatsächlichen Bedürfnissen der Zielgruppen orientieren, ist es wahrscheinlicher, dass sie erfolgreich sind. BGF nutzt dafür bewährte Methoden der Organisationsentwicklung. So umfasst beispielsweise eine alternsgerechte Arbeitsgestaltung ein Paket von Maßnahmen vor allem in den Handlungsfeldern Führung, Weiterbildung, Arbeitsorganisation und Gesundheit.

Was können Unternehmen tun, damit ältere Beschäftige im Beruf gesund bleiben?

Das Management eines Unternehmens kann unterschiedliche Werkzeuge und Instrumente einsetzen, um Arbeitsplätze alternsgerecht zu gestalten:

  • So wird das Management „Demografie-fit“: Die Durchführung einer Altersstrukturanalyse liefert dem Management wertvolle Basisinformationen über die Altersverteilung im Betrieb. . Führungskräfte haben einen entscheidenden Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit insbesondere älterer MitarbeiterInnen. Deshalb sollte die strategische Führung den Überblick über die künftige Altersstruktur und den gewünschten Altersmix im Unternehmen haben. Die operativen Führungskräfte brauchen Grundkenntnisse zu alter(n)sgerechter Arbeitsgestaltung für ihren konkreten Bereich, vor allem zu folgenden Fragen:

    • Welche Tätigkeiten sind alterskritisch?
    • Wie verändern sich Menschen körperlich, psychisch, geistig und sozial?
    • Wie lernen Ältere am besten?
    • Wie kann das Management die wachsenden individuellen Unterschiede Älterer berücksichtigen?

  • Die Arbeitsplatzevaluierung, insbesondere Ergebnisse aus den Bereichen Ergonomie und Arbeitspsychologie liefert Hinweise über mögliche Belastungen. Daraus können Maßnahmen zum Gesundheitsschutz abgeleitet werden.
  • Durch eine wertschätzende Unternehmensführung werden individuelle Stärken gefördert. Wertschätzung und Anerkennung im Beruf gelten als wesentliche Motivatoren im Team oder in der ganzen Belegschaft.
  • Durch Betriebliche Gesundheitsförderung, die an den Bedürfnisse und Ressourcen z.B. alternder Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer orientiert ist.  

Was kann ich selbst tun, um im Beruf gesund zu bleiben?

Selbstbeobachtungs-Fähigkeit: Mit dem Älterwerden wachsen individuelle Unterschiede. Deshalb wäre es wichtig, gemeinsam mit der/dem Vorgesetzten über die individuelle altersgerechte Arbeitsgestaltung zu sprechen. Dies ist dann besonders wirkungsvoll, wenn ich eine gute Selbstbeobachtungs-Fähigkeit habe, z.B.:zu folgenden Fragen: 

  • Welche Arbeitsaufgaben fördern mich und welche überfordern mich zunehmend?
  • In welchen Bereichen kann und will ich mich weiter entwickeln?
  • Welches Erfahrungswissen kann ich weitergeben?

Im Beruf gesund bleiben: Oft haben kleine Schritte auf Dauer eine große Wirkung. Hier finden Sie weitere Anregungen wie Sie selbst alternsgerecht das Berufsleben gestalten können:

Weitere Informationen:


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