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Blutprobe im Labor © jarun011

Zika-Virus

Das Zika-Virus gehört zur Familie der Flaviviren und kann durch Stechmücken von Mensch zu Mensch übertragen werden. Auch eine Ansteckung über Sexualkontakte oder Blut ist möglich.

Eine Infektion mit dem Zika-Virus bleibt bei 80 Prozent der Betroffenen symptomlos und unbemerkt. Folgenschwer kann insbesondere eine Infektion während der Schwangerschaft sein: Seit dem Jahr 2015 werden (vor allem in Brasilien) vermehrt Schädelmissbildungen bei Neugeborenen gemeldet, deren Mütter mit dem Zika-Virus infiziert sind.

Erreger: Zika-Virus aus der Gruppe der Flavi-Viren (wie auch das FSME-, das Gelbfieber- und das Dengue-Virus).

Verbreitung: Das Zika-Virus wurde erstmals 1947 aus einem Rhesusaffen im Zika-Wald in Uganda isoliert. 2015 wurde die erste Zika-Virus-Infektion in Brasilien gemeldet, seitdem hat sich das Virus in mehr als 65 Ländern weltweit ausgebreitet. Betroffen sind tropische und subtropische Gebiete, darunter Mittel- und Südamerika, Karibik, Teile der USA sowie Südostasien.

Eine Liste der in den vergangenen neun Monaten betroffenen Gebiete ist auf der Website des Europäischen Zentrums für Seuchenprävention (ECDC) abrufbar: 

In Europa traten bisher nur importierte Fälle bei Reiserückkehrern auf, in Österreich waren es bis Ende 2016 31 gemeldete Fälle. Seit 2016 ist die Erkrankung in Österreich meldepflichtig.

Übertragung: Das Zika-Virus wird über die Gelbfiebermücke (Aedes aegypti), die in den Tropen und Subtropen beheimatet ist, übertragen. Es wird vermutet, dass auch die schon in Europa gefundene Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) ein potenzieller Überträger ist.

Inkubationszeit: drei bis zwölf Tage.

Beschwerdebild: Die Infektionskrankheit geht mit Fieber, fleckigem Hautausschlag, Kopf-, Gelenk- und Muskelschmerzen, Entzündung der Augenbindehaut und Erbrechen einher. Die Akutsymptome treten drei bis zwölf Tage nach einem infektiösen Mückenstich auf und halten bis zu einer Woche an. Die Beschwerden sind ähnlich wie die des Dengue-Fiebers, der Verlauf jedoch meist milder. Einzelne Todesfälle wurden berichtet, die Betroffen wiesen jedoch schwere Vorerkrankungen auf.

Die Mehrheit der infizierten Menschen (bis zu 80 Prozent) zeigen keine Symptome.

Zika-Virus und Mikrozephalie: Bei Schwangeren kann das Zika-Virus schwerwiegende Folgen für das ungeborene Kind nach sich ziehen, vor allem bei einer Infektion in den ersten sechs Schwangerschaftsmonaten: Die brasilianischen Behörden berichteten 2015 über einen starken Anstieg von Schädelmissbildungen und Fehlbildungen des Gehirnes (Mikrozephalie) bei Neugeborenen. Seitdem wurden weitere Auffälligkeiten beobachtet und mit dem Zika-Virus in Verbindung gebracht, wie z.B. Plazentainsuffizienz oder eine Wachstumsverzögerung des Fetus bis hin zu Fehlgeburten. Auch ein gehäuftes Auftreten des Guillain-Barré-Syndroms (neurologische Erkrankung mit entzündlichen Veränderungen des Nervensystems) scheint in Zusammenhang mit einer Zika-Infektion zu stehen.

Diagnose: Das Zika-Virus kann bis zu drei Tage nach Symptombeginn mittels spezieller Laboruntersuchungen (RT-PCR) im Blut nachgewiesen werden. Danach ist der Nachweis im Blut nur mittels Antikörpernachweis möglich. Möglicherweise ist das Virus auch im Urin bis zu zwei Wochen nach Symptombeginn nachweisbar. Es kann ferner in der Samenflüssigkeit bis zu sechs Monate nachgewiesen werden.

Aufgrund der Ähnlichkeit der klinischen Symptomatik mit Dengue- und Chikungunya-Fieber und der größtenteils gemeinsamen Verbreitungsgebiete sollte parallel auch stets auf diese beiden Virusinfektionen getestet werden. In Österreich ist die Diagnostik an der Referenzzentrale für Arboviren an der Virologie der Medizinischen Universität Wien möglich.

Therapie: es gibt keine spezielle Therapie gegen das Zika-Virus; die Symptome können mit fieber- und schmerzsenkenden Medikamenten sowie ausreichender Bettruhe und Flüssigkeitszufuhr gemildert werden.

Vorbeugung: Es gibt derzeit weder eine Impfung noch eine medikamentöse Prophylaxe. Die Prävention beruht deshalb auf der Vermeidung von Mückenstichen.

Informieren Sie sich vor Reiseantritt in Länder, in denen das Zika-Virus lokal übertragen wird, über den aktuellen Stand der Infektionen mit dem Virus.

Schützen Sie sich mit folgenden Maßnahmen in geschlossenen Räumen und im Freien vor Stechmücken den gesamten Tag lang, vor allem aber während der Morgen- und Abenddämmerung, wenn die Tiere am aktivsten sind:

  • Verwenden Sie Insektenschutzmittel entsprechend den Anweisungen auf dem Etikett. DEET enthaltende Mittel werden bei Kleinkindern unter drei Monaten nicht empfohlen, Schwangeren wird aber nicht davon abgeraten.
  • Tragen Sie langärmelige Hemden und lange Hosen, vor allem zu der Tageszeit, in der Stechmücken am aktivsten sind.
  • Schlafen oder ruhen Sie in abgeschirmten oder klimatisierten Räumen bzw. unter einem Moskitonetz, auch tagsüber.
  • Mehr dazu hier.

Wenn Sie schwanger sind oder eine Schwangerschaft in den nächsten Monaten planen, sollten Sie Reisen in die aktuell betroffenen Länder und Gebiete vermeiden oder aufschieben. Auf jeden Fall sollten Sie die Situation vor Reiseantritt mit der behandelnden Ärztin bzw. dem behandelnden Arzt abklären.

Wenn Sie an einer schweren chronischen Krankheit (z.B. Immunstörung) leiden oder mit Kleinkindern reisen, informieren Sie sich vor Reiseantritt, welche Insektenschutzmittel oder Vorsichtsmaßnahmen geeignet sind. Lassen Sie sich hierfür von Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt oder von einer reisemedizinischen Einrichtung beraten.

Empfehlungen für Rückkehrende aus den betroffenen Gebieten:

  • Reisende, die innerhalb von drei Wochen nach der Rückkehr aus einem betroffenen Gebiet Symptome entwickeln, die auf eine Infektion mit dem Zika-Virus hindeuten, sollten eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen und auf die Reise hinweisen.

  • Schwangere, die in Gebieten unterwegs waren, in denen das Zika-Virus übertragen wird, sollten ihre Frauenärztin oder ihren Frauenarzt darauf hinweisen, damit bei den Schwangerschaftsuntersuchungen auf eine mögliche Infektion geachtet wird.

Risikoeinschätzung für Österreich: Die Wahrscheinlichkeit, dass sich Reisende während eines Aufenthalts in betroffenen Ländern infizieren und das Virus so nach Österreich bringen, ist gegeben. Die Übertragung durch ungeschützten Geschlechtsverkehr mit infizierten Personen (Reiserückkehrer) ist möglich.

Generell ist das Risiko einer Übertragung der Zika-Virus-Infektion in Österreich niedrig, da keine der Übertägermücken heimisch ist. 

Stechmückenüberwachung in Österreich: Eine Stechmückenüberwachung wird im Auftrag des Gesundheitsministeriums seit 2011 von der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) österreichweit durchgeführt. Dabei werden Stechmücken auf Viren wie z.B. West-Nil-Virus, Dengue, Chikungunya und auch Zika überwacht. Zika-Virus wurde bisher noch nie nachgewiesen, einzelne Nachweise der potenziellen Überträgermücke (Aedes albopictus) gab es im Jahr 2012 (Gelsen-Monitoring der AGES).

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