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Blutprobe Chikungunya © © jarun011

Chikungunya

Das Chikungunya-Fieber ist eine tropische Infektionskrankheit, die durch Stechmücken übertragen wird. Der Erreger der Erkrankung ist das Chikungunya-Virus, ein Alpha-Virus aus der Familie der Togaviren.

Chikungunya bedeutet „sich zusammenkrümmen“ und rührt von den typischen heftigen Gelenkschmerzen, die durch das Virus ausgelöst werden. 

Erreger: Togavirus (Alphavirus)

Verbreitung: : v.a. Afrika südlich der Sahara, Inseln des indischen Ozeans, indischer Subkontinent, Südostasien, Indonesien, Mittel- und Südamerika, Karibik, Florida. Übertragungen von Chikungunya kommen vereinzelt auch in Italien und Südfrankreich vor. Zudem melden praktisch alle europäischen Länder ansteigende Zahlen importierter Fälle von Chikungunya-Fieber (CF). In Österreich wurden im Jahr 2016 drei Fälle des Chikungunya-Fieber gemeldet. 

Übertragung: tagaktive Stechmücken („Aedes“), die hauptsächlich in der Nähe von Siedlungen zu finden sind. Dengue-Fieber und Zika-Virus werden von den gleichen Mücken übertragen. Unterschieden werden eine „asiatische“ Linie des Virus, die für den klassischen Überträger (Aedes aegypti) adaptiert ist, und eine „indische“ Linie, die mittlerweile auch für Aedes albopictus infektiös ist. Diese Stechmücke ist auch in weiten Teilen Südeuropas heimisch.

Inkubationszeit: drei bis zwölf Tage.

Beschwerdebild: plötzlicher, schneller Fieberanstieg mit Schüttelfrost und starken Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen (v.a. an Armen und Beinen). Die Gelenke sind geschwollen, berührungsempfindlich, meist nicht gerötet. Bisweilen tritt ein nicht juckender Hautausschlag auf, der nach dem Abklingen bräunliche Hautflecken hinterlassen kann. Auch eine begleitende Bindehautentzündung sowie Übelkeit und Erbrechen sind möglich. Sehr selten kommt es zum Auftreten von Blutungen. Die Prognose von CF ist gut, die Beschwerden bessern sich meist nach rund einer Woche. Nur ein geringer Anteil der Patientinnen/Patienten leidet unter monatelang andauernden Gelenkbeschwerden.

Diagnose: Charakteristisch ist die starke Druckschmerzempfindlichkeit eines oder beider Handgelenke. Eine Sicherung der Diagnose ist durch Antikörpernachweis im Blut während der ersten fünf Krankheitstage möglich.

Therapie: Bisher gibt es noch kein wirksames Medikament zur Behandlung dieser Erkrankung. Es ist lediglich eine Beschwerdelinderung, v.a. mit fiebersenkenden schmerzstillenden Medikamenten, viel Ruhe und ausreichender Flüssigkeitszufuhr möglich. Bei Gelenkproblemen nach einer akuten Krankheitsphase kommt eventuell Kortison zum Einsatz.

Hinweis Acetylsalicylsäure (z.B. Aspirin®) darf keinesfalls eingesetzt werden, da es die Blutungsneigung erhöht.

Vorbeugung: Schutz vor Mückenstichen, wie z.B. Repellents, Moskitonetze oder Kleidung, die Arme und die Beine bedeckt (Insektenschutz). Derzeit ist keine Schutzimpfung verfügbar.  

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