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Wehnentropf © chaiyon021

Spezielle Maßnahmen während der Geburt

Wehenschwäche, Dammriss,  Geburtsschmerzen – um den Geburtsverlauf zu erleichtern, kann die Ärztin/der Arzt oder die Hebamme spezielle Maßnahmen anwenden. Dazu zählen u.a. der Dammschnitt, Entspannungsbäder, Akupunktur etc. Es kann aber auch sein, dass auftretende Komplikationen bestimmte medizinische Eingriffe (z.B. Kaiserschnitt, Saugglockengeburt) erforderlich machen. Kommt es während der Geburt zu einer Wehgenschwäche, können wehenfördernde Mittel verabreicht werden . . .

Dammschnitt (Episiotomie)

Bei einem Dammschnitt (Episiotomie) wird der Damm der Gebärenden mit einer speziellen Episiotomie-Schere eingeschnitten, um die Geburtsöffnung zu erweitern und einen schwierigen Geburtsvorgang zu erleichtern. Auch Hebammen dürfen einen Dammschnitt durchführen.

Alle modernen Geburtskliniken versuchen heutzutage Dammschnitte zu vermeiden. Die Notwendigkeit und damit Entscheidung zum Dammschnitt kann nur unmittelbar vor der eigentlichen Geburt erkannt werden. Kein seriöser Geburtshelfer bzw. keine Hebamme kann im Vorfeld „versprechen“, einen Dammschnitt in jedem Fall zu unterlassen.  

Schmerzlinderung und Schmerzbehandlung

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten zur Unterstützung und Erleichterung des Geburtsvorganges. Alternative Methoden – wie Massagen, Aromatherapien, Entspannungsbäder oder Akupunktur – können helfen, den Wehenschmerz zu lindern. Daneben besteht auch die Möglichkeit der Schmerzlinderung durch Medikamente (z.B. Zäpfchen, Tabletten) oder eine regionale Schmerzbetäubung mittels Kreuzstich (Epiduralanästhesie bzw. PDA). Mehr Informationen zur Schmerzbetäubung finden Sie unter Die Narkose.

Hinweis Eine Periduralanästhesie (PDA) ist bei der Hausgeburt nicht möglich, da dieser Eingriff nur von einer Anästhesistin/einem Anästhesisten im Spital durchgeführt werden darf.

Wehenförderung

In allen drei Geburtsphasen kann es zu einer Wehenschwäche kommen, bei der die Wehen zu selten, zu kurz oder zu schwach sind. Um die Wehentätigkeit zu stimulieren, können Sparziergänge oder Massagen hilfreich sein. Bei länger andauernder Wehenschwäche können wehenfördernde Mittel verabreicht werden, damit das Kind nicht ermüdet und/oder der Geburtsvorgang unterbrochen wird.

Wenn eine Wehenförderung notwendig ist, wird der Gebärenden üblicherweise das wehenfördernde Hormon Oxytocin als Infusion verabreicht (Wehentropf). Daneben gibt es zur Geburtseinleitung noch Scheidentabletten oder Gels, um die Wehentätigkeit anzuregen.

Hinweis Auch Hebammen können wehenfördernde oder wehenhemmende Mittel anwenden, wenn es ansonsten zu einer Gefährdung von Mutter und Kind kommt und ärztliche Hilfe nicht rechtzeitig erreichbar oder die sofortige Einweisung in ein Krankenhaus nicht möglich ist.

Saugglocken- oder Zangengeburt

Die Saugglocke – seltener die Geburtszange kommen dann zum Einsatz, wenn eine Geburt aufgrund auftretender Komplikationen schnell zu Ende gebracht werden muss oder die Mutter aus welchen Gründen auch immer durch Pressen die Geburt nicht zum Abschluss bringen kann. Dabei handelt es sich um operative Entbindungen, die ausschließlich durch eine Ärztin oder einen Arzt vorgenommen werden.

Kaiserschnitt

Beim Kaiserschnitt handelt es sich um eine Bauchoperation, die erforderlich wird, wenn eine normale Geburt nicht möglich ist. Nur Ärztinnen und Ärzte dürfen Kaiserschnittentbindungen durchführen. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen primärem und sekundärem Kaiserschnitt. Unter einem primären Kaiserschnitt versteht man in der Medizin einen geplanten Kaiserschnitt. Das heißt, wenn eine normale Geburt aufgrund einer bestimmten medizinischen Indikation – z.B. bei einer Querlage – nicht möglich ist. Von einem sekundären Kaiserschnitt spricht man, wenn bereits Wehen und/oder ein Blasensprung vor dem Kaiserschnitt aufgetreten sind. Ausführliche Informationen finden Sie unter Kaiserschnittentbindung.

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