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Symbolfoto Lymphknoten © Axel Kock

Lymphszintigraphie

Bei der Lymphszintigraphie können Lymphgefäße und Lymphknoten durch Injektion von radioaktiv markierten Substanzen dargestellt werden. Das Haupteinsatzgebiet der Lymphszintigraphie liegt in der Tumordiagnostik. Vor allem bei Brustkrebs ist die Frage des Befalls der Achsellymphknoten entscheidend für die weitere Therapie . . .

Wann ist eine Lymphszintigraphie erforderlich?

Das Haupteinsatzgebiet der Lymphszintigraphie liegt in der Tumordiagnostik. Bestimmte Tumorarten (vor allem Brustkrebs und Hautkrebs) breiten sich über Lymphgefäße aus. Entlang der Lymphgefäße liegen Lymphkoten, in denen der Tumor Absiedelungen (Metastasen) bilden kann. Bei einer geplanten Tumoroperation ist unter anderem der Ausbreitungsgrad des Tumors entscheidend für die Radikalität des Eingriffs.

Vor allem bei Brustkrebs ist die Frage des Befalls der Achsellymphknoten entscheidend für die weitere Therapie. Um bei einer Operation der betroffenen Brust nicht auch immer die gesamten Lymphknoten der Achselhöhle entfernen zu müssen, wird vorerst der erste Lymphknoten im Abflussgebiet des Tumors entfernt und auf Tumorbefall untersucht. Man nennt diesen Lymphknoten daher auch Wächterlymphknoten. Nur im Falle einer Besiedelung des Wächterlymphknotens durch den Tumor ist anzunehmen, dass auch die anderen Lymphknoten der Achselhöhle befallen sind und entfernt werden müssen.

Mithilfe der Lymphszintigraphie kann dieser Wächterlymphknoten radioaktiv markiert und damit gefunden werden. Die Wächterlymphknotenmarkierung wird überwiegend bei Brust- und Hautkrebs, in seltenen Fällen auch bei Tumoren im HNO-Bereich und der äußeren Geschlechtsorgane durchgeführt.

Welche Vorbereitungen sind notwendig?

Für eine Lymphszintigraphie sind keine Vorbereitungen erforderlich.

Hinweis Sollten Sie schwanger sein bzw. ist eine Schwangerschaft nicht mit Sicherheit auszuschließen, oder wenn Sie stillen, teilen Sie dies vor der Untersuchung unbedingt der behandelnden Ärztin/dem behandelnden Arzt mit. In diesen Fällen wird – außer es liegen schwerwiegende Gründe vor – auf eine Untersuchung mit radioaktiven Substanzen verzichtet, um das ungeborene Kind nicht dem Risiko einer Schädigung durch radioaktive Strahlung auszusetzen.

Wie läuft die Untersuchung ab?

Nach Desinfektion der Haut wird in die Umgebung eines Tumors bzw. bei bereits erfolgter Operation in die Umgebung der Operationsnarbe eine radioaktiv markierte Substanz mit einer dünnen Nadel injiziert. Bei einem Tumor der Brust erfolgt die Einspritzung direkt in das Fettgewebe im Bereich des Brustwarzenvorhofs, bei Hauttumoren in die Haut.
Das Radiopharmakon fließt über die Lymphbahnen der Umgebung ab und führt zum Wächterlymphknoten. Aufgrund der abgegebenen radioaktiven Strahlung kann mit einer Gammakamera ein Bild der Lymphbahnen und der Lymphknoten entlang der Bahnen konstruiert werden.

Die Untersuchung erfolgt im Liegen und dauert etwa 20 Minuten. Mit einer Sonde, welche die radioaktive Strahlung misst, kann die ungefähre Lage des Wächterlymphknotens unter der Haut festgestellt werden. Bei der folgenden Brustoperation kann die Chirurgin/der Chirurg nach Öffnung der Hautdecke mit dieser Sonde den Wächterlymphknoten identifizieren und auch entfernen.

Welche Nebenwirkungen/Komplikationen können auftreten?

Die Injektion des Radiopharmakons erfolgt mit einer dünnen Nadel und ist nur mit leichten Schmerzen – vergleichbar mit einer Blutabnahme – verbunden. Der restliche Untersuchungsvorgang ist völlig schmerzfrei, auch Nebenwirkungen durch das Radiopharmakon treten nicht auf. Aufgrund der geringen Strahlenbelastung ist die Untersuchung mit entsprechend niedrig dosierter radioaktiver Substanz auch bei Kindern möglich.

Wohin kann ich mich wenden?

Eine Lymphszintigraphie kann in speziellen Instituten bei niedergelassenen Fachärztinnen/Fachärzten für Nuklearmedizin oder in Krankenhäusern mit nuklearmedizinischer Abteilung durchgeführt werden. Eine Überweisung durch Ihre behandelnde Ärztin/Ihren behandelnden Arzt ist erforderlich.

Die Untersuchung selbst nimmt eine Radiologietechnologin/ein Radiologietechnologe unter ärztlicher Aufsicht vor. Zunächst wird das Radiopharmakon durch eine Ärztin/einen Arzt injiziert. Nach Erstellung der Bilder folgen die Befundung und Markierung des Wächterlymphknotens durch die Fachärztin/den Facharzt für Nuklearmedizin.

  • Fachärztinnen/Fachärzte für Nuklearmedizin in Ihrer Nähe finden Sie unter Services: Arztsuche
  • Krankenhäuser mit nuklearmedizinischer Abteilung in Ihrer Nähe finden Sie unter Services: Spitalsuche

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Für eine Lymphszintigraphie benötigen Sie eine ärztliche Zuweisung. Diese ist ab dem Ausstellungstag einen Monat gültig. Die Kosten einer Szintigraphie werden von Ihrem Krankenversicherungsträger übernommen.

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