Gesundheitsportal
Inhaltsbereich
Wirbelsäule wird abgetastet © Dewald
Wirbelsäule wird abgetastet © Dewald

Lumbalpunktion

Bei einer Lumbalpunktion wird eine kleine Menge Nervenflüssigkeit (Liquor cerebrospinalis) aus dem Wirbelkanal entnommen. Diese Flüssigkeit befindet sich in den vier Hirnkammern (Ventrikeln) des Gehirns, im Zentralkanal des Rückenmarks und im Subarachnoidalraum.

Die Lumbalpunktion wird zur Abklärung krankhafter Prozesse, die Gehirn, Rückenmark oder Gehirn- und Rückenmarkshäute betreffen, durchgeführt – z.B. zur Diagnose einer Hirnhautentzündung (Meningitis). Sie kommt auch im Rahmen von therapeutischen Maßnahmen, beispielsweise zur Verabreichung von Medikamenten, zum Einsatz.

Punktiert wird im Bereich der unteren Lendenwirbelsäule (lumbaler Subarachnoidalraum), da hier das Rückenmark bereits in einzelne Nervenstränge aufgeteilt ist und diesbezüglich keine Verletzungsgefahr mehr besteht.

Wann ist eine Lumbalpunktion erforderlich?

Die Lumbalpunktion wird diagnostisch durchgeführt, unter anderem bei Verdacht auf:

  • Infektionen des zentralen oder peripheren Nervensystems, z.B. virale oder bakterielle ( Hirnhautentzündung), Neuroborreliose, Frühsommermeningoenzephalitis (FSME),
  • Autoimmunerkrankungen (z.B. Multiple Sklerose).
  • Subarachnoidalblutung (spezielle Form der akuten Hirnblutung nach Platzen eines Gefäßes),
  • Tumorerkrankungen im Nervensystem, z.B. primäres ZNS-Lymphom, Meningeosis carcinomatosa (Befall der Hirnhäute im Rahmen von Krebserkrankungen) sowie Leukämie 
  • Alzheimer-Demenz (Messung von bestimmten Eiweißen in der Nervenflüssigkeit).

Zudem wird punktiert, um den Liquordruck zu messen.

Aus diagnostisch-therapeutischen Gründen wird eine Punktion durchgeführt zur:

  • Druckentlastung, z.B. bei idiopathischer intrakranieller Hypertension („Pseudotumor cerebi“), Normaldruckhydrozephalus
  • Verabreichung von Medikamenten (Anästhesie, Schmerztherapie, Chemotherapie).

Weitere Informationen zu Spinalanästhesie und Epiduralanästhesie.

Welche Vorbereitungen sind notwendig?

Die gesundheitliche Verfassung der Patientin/des Patienten sowie eventuelle Kontraindikationen werden im Vorfeld eines geplanten Eingriffes abgeklärt. Verschiedene Untersuchungen werden vorgenommen (z.B. körperliche Untersuchung, Blutgerinnung, verschiedene weitere Blutwerte, Computertomografie ( CT) bei Verdacht auf erhöhten Hirndruck). Wesentlich ist unter anderem die Erhebung der Krankengeschichte (Erkrankungen, Einnahme von Medikamenten wie z.B. blutverdünnende Medikamente etc.). Wenn Sie an Blutgerinnungsstörungen leiden, sollten Sie dies unbedingt der Ärztin/dem Arzt mitteilen. Vor der geplanten Lumbalpunktion informiert Sie die Ärztin/der Arzt über den Eingriff und dessen Ablauf. Offene Fragen können geklärt werden.

Wie läuft die Lumbalpunktion ab?

Die Punktion erfolgt in der Regel im Sitzen, mit gekrümmtem Rücken und gebeugtem Nacken. Unter Umständen erfolgt sie auch in Seitenlage, mit angezogenen Beinen und gekrümmtem Rücken (z.B. bei Bettlägerigkeit und zur Messung des Liquordrucks).

Zur Punktion im Rahmen der Diagnose lokalisiert die Ärztin/der Arzt die Punktionsstelle. Punktiert wird im Bereich der Wirbelsäule des unteren Rückens (Lendenwirbelsäule). Die Hautstelle wird, wenn nötig, rasiert. Sie wird desinfiziert und der Bereich steril abgedeckt. Eventuell wird die Stelle lokal betäubt. Die Ärztin/der Arzt arbeitet unter sterilen Bedingungen, um eine Keimverschleppung in den Spinalkanal zu vermeiden.

Nachdem die Punktionsnadel (eine speziell angefertigte Nadel) vorsichtig vorgeschoben wurde und Liquor austritt, wird dieser in sterilen Röhrchen aufgefangen bzw. der Druck gemessen. Am Ende der Probenentnahme wird die Nadel entfernt, der Punktionsbereich desinfiziert und mit sterilem Pflaster versehen. Eventuell kann eine Kompression notwendig sein. Nach der Punktion wird meist eine Bettruhe über 30 Minuten verordnet.

Die weitere Untersuchung des Liquors (unter anderem Bestimmung von Entzündungszellen, Eiweiß, Zuckergehalt) erfolgt im Labor.

Welche Nebenwirkungen/Komplikationen gibt es?

Bei einer Lumbalpunktion kann es – wie bei anderen Untersuchungen und Behandlungen auch – zu unerwünschten Folgen kommen. Über Risiken sowie Notwendigkeit und Nutzen der Punktion informiert die Ärztin/der Arzt vor der Durchführung der Punktion. Verschiedene Maßnahmen wie die Verwendung einer gewebeschonenden („atraumatischen“) Punktionsnadel zielen darauf ab, unerwünschte Folgen zu vermeiden. Die Lumbalpunktion hat einen hohen Stellenwert bei der Diagnose bestimmter Krankheiten und als therapeutische Maßnahme. Folgen von nicht mittels Lumbalpunktion abgeklärten Erkrankungen können schwerwiegend sein.

Zu den unerwünschten Folgen der Lumbalpunktion zählen unter anderem:

  • Verletzungen von Blutgefäßen durch die Nadel und dadurch entstehende Blutergüsse.
  • Haut-, Gewebe- und Nervenschäden durch die Punktion – und mögliche Folgen wie Entzündungen, Rückenschmerzen, Missempfindungen.
  • Kopfschmerz, der mehrere Tage vor allem in aufrechter Körperhaltung bestehen kann, dann aber wieder verschwindet (postpunktioneller Kopfschmerz). Nur sehr selten bestehen Kopfschmerzen derart lange, dass spezielle Therapiemaßnahmen getroffen werden müssen.
  • Blutungen im Wirbelkanal bzw. an den Hirnhäuten mit Schädigung des Nervensystems treten extrem selten auf. 

Wohin kann ich mich wenden?

Eine Lumbalpunktion wird meistens stationär im Krankenhaus durchgeführt (z.B. Neurologie, Neurochirurgie, Anästhesie, Innere Medizin, Hämatoonkologie), kann aber auch ambulant erfolgen. Ein Aufnahme- oder Einweisungsschein durch Ihre behandelnde Ärztin/Ihren behandelnden Arzt ist je nach Situation erforderlich. Weitere Informationen finden Sie unter  Gut vorbereitet ins Krankenhaus.

Wohin kann ich mich wenden?

Die e-card ist Ihr persönlicher Schlüssel zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden von Ihrem zuständigen Sozialversicherungsträger übernommen. Bei bestimmten Leistungen kann ein Selbstbehalt oder Kostenbeitrag anfallen. Detaillierte Informationen erhalten Sie bei Ihrem Sozialversicherungsträger. Weitere Informationen finden Sie außerdem unter:

Seite drucken RSS-Feed anzeigen Seite teilen Feedback
Zum Seitenanfang springen