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Hepatitis-E-Virus Antikörper IgM (HEVAKM)

Die Bestimmung von Antikörpern gegen das Hepatitis-E-Virus (HEV) vom Typ IgM im Blut ist ein Laborverfahren zur diagnostischen Abklärung einer HEV-Infektion. Beim HEV handelt es sich um ein RNA-Virus, dessen Übertragung wie bei der Hepatitis A durch fäko-orale Infektion in erster Linie über verunreinigtes (kontaminiertes) Wasser bzw. Nahrungsmittel erfolgt. Zu den Endemiegebieten der Hepatitis E zählen Mittlerer und Ferner Osten (Asien), Nord- und Zentralafrika sowie Teile von Mittelamerika.

Warum werden HEV-Antikörper vom Typ IgM im Blut bestimmt?

Die Bestimmung von Antikörpern gegen das Hepatitis-E-Virus (HEV) vom Typ IgM im Blut ist ein Laborverfahren zur diagnostischen Abklärung einer HEV-Infektion, dem Krankheitserreger der

  • Virushepatitis E – einer durch eine Virusinfektion mit HEV hervorgerufenen Leberentzündung.

Beim HEV handelt es sich um ein RNA-Virus, dessen Übertragung wie bei der Hepatitis A durch fäko-orale Infektion in erster Linie über verunreinigtes Wasser bzw. Nahrungsmittel erfolgt. Zu den Endemiegebieten der Hepatitis E zählen Mittlerer und Ferner Osten (Asien), Nord- und Zentralafrika sowie Teile von Mittelamerika.

Zur diagnostischen Abklärung eines Verdachtes auf eine HEV-Infektion können die folgenden medizinischen Laboruntersuchungen durchgeführt werden:

  • Nachweis von Antikörpern gegen HEV vom Typ IgG und IgM im Blut;
    • Der Nachweis von entsprechenden IgM-Antikörpern stellt dabei einen Hinweis auf eine akute HEV-Infektion dar;
  • Mittels einer HEV-RNA-PCR kann virale HEV-RNA im Blut nachgewiesen werden, was eines der wichtigsten Laborverfahren zum Beweis einer HEV-Infektion darstellt.

Beim HEV-Antikörper-Nachweis werden Antikörper gegen virale HEV-Eiweißstoffe (HEV-Antigene) vom Typ IgG und/oder IgM im Blut (sogenannte „Serologie“ bzw. „serologische Diagnostik“) bestimmt.

Generell handelt es sich bei Antikörpern um spezielle, vom Körper gebildete Eiweißstoffe. Die Hauptaufgabe der Antikörper ist der Schutz des Körpers vor allem, was dem Körper fremd ist. Die Antikörper-Bestimmung ist aber ein indirektes Nachweisverfahren, da nicht der Erkrankungserreger selbst, sondern vielmehr die immunologische Reaktion des Körpers auf den Krankheitserreger (sprich HEV) nachgewiesen wird.

Zur Bestimmung der Antikörper im Blut existieren unterschiedliche Laborverfahren. Die am häufigsten eingesetzten Methoden zur Detektion von HEV-Antikörpern sind:

  • ELISA-Verfahren („Enzyme-linked Immunosorbent Assay“):
    • Diese Ergebnisse werden entweder qualitativ („positives“ bzw. „negatives“ Resultat) oder in einer quantitativen Laboreinheit (z.B. „Units pro Liter“ [U/l]) am Laborbefund ausgewiesen, wobei der Referenzwert von der eingesetzten Labormethode abhängig ist.

Wie ist das Ergebnis der HEV-Antikörper-Bestimmung im Blut zu interpretieren?

Für die Interpretation der Untersuchungsergebnisse der HEV-Serologie sollten die folgenden Labortestergebnisse gemeinsam beurteilt werden:

  • Der Nachweis von HEV-Antikörpern vom Typ IgM stellt einen Hinweis auf eine akute HEV-Infektion dar.
  • Der positive Nachweis von HEV-Antikörpern vom Typ IgG kann ebenfalls einen Hinweis auf eine HEV-Infektion darstellen. Diese Antikörper werden aber erst in späteren Phasen einer akuten HEV-Infektion gebildet, weshalb der Verlauf der IgG-Antikörper im Blut innerhalb von zwei Wochen beobachtet werden muss. Dabei spricht ein Anstieg der Werte um das Zwei- bis Vierfache für eine akute Infektion.

Neben den serologischen, indirekten Nachweisverfahren für HEV existieren in der medizinischen Labordiagnostik aber auch sogenannte direkte Nachweisverfahren. Die wichtigste Methode in diesem Zusammenhang ist die

  • HEV-RNA-PCR – hierbei handelt es sich um ein molekulares Diagnoseverfahren (sogenannte Polymerase-Kettenreaktion – PCR) zum Nachweis von HEV-Erbgut (RNA) im Blut.

Generell ist bei der Interpretation der Laborwerte im Hinblick auf eine HEV-Infektion aber zu berücksichtigen, dass aufgrund negativer Ergebnisse eine entsprechende Erkrankung nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden kann. Aus diesem Grund müssen immer auch die folgenden grundsätzlichen Untersuchungen berücksichtigt werden:

  • Genaue Erhebung der Krankengeschichte (sogenannte Anamnese);
  • Reise und potenzieller Kontakt mit HAV/HEV in einem Risikogebiet; sowie
  • Beurteilung des Erkrankungsverlaufs.

Virushepatitis E

Die Virushepatitis ist eine besondere Form der Leberentzündung, die durch verschiedene Viren hervorgerufen werden kann. Zu den Virushepatitiden im engeren Sinn zählen

  • Hepatitis A („epidemische Hepatitis“),
  • Hepatitis B (frühere Bezeichnung „Serum- oder Spritzenhepatitis“) und
  • Hepatitis C (frühere Bezeichnung „Non-A/Non-B-Hepatitis“).

Die Ursachen für diese Virushepatitiden sind Infektionen mit dem entsprechenden Krankheitserreger (Virus): Hepatitis-A- (HAV), Hepatitis-B- (HBV) bzw. Hepatitis-C-Virus (HCV).

Die Übertragung der Hepatitis A erfolgt über die Aufnahme von verunreinigten Nahrungsmitteln bzw. verunreinigtem Trinkwasser (sogenannter „fäko-oraler“ Übertragungsweg). Die Hepatitis B und C werden über den Kontakt mit Blut bzw. Blutprodukten (sogenannter „parenteraler“ Übertragungsweg), aber auch durch Sexualverkehr übertragen.

Hinweis Impfungen existieren gegen die Hepatitis A und B. Gegen die Hepatitis C gibt es keinen Impfstoff.

Eine besondere Form einer Virushepatitis ist die

  • Hepatitis E.

Der Auslöser dieser Erkrankung ist eine Infektion mit dem Hepatitis-E-Virus (HEV). Bei diesem Virus handelt es sich um ein RNA-Virus, von dem vier unterschiedliche Genotypen bekannt sind. Die Übertragung erfolgt wie bei der Hepatitis A durch fäko-orale Infektion über kontaminiertes Wasser bzw. Nahrungsmittel.

Zu den Endemiegebieten der Hepatitis E zählen Mittlerer und Ferner Osten (Asien), Nord- und Zentralafrika sowie Teilregionen von Mittelamerika. In diesen Gegenden hat HEV in bestimmten Tierpopulationen sein natürliches Reservoir. Dazu zählen in erster Linie Affen, Nagetiere, Schafe und Schweine. Besonders der Verzehr von rohem Schweinefleisch bzw. entsprechenden Produkten (z.B. Mettwurst) sollte generell vermieden werden, denn es existieren auch Berichte über sporadische HEV-Infektionen in Europa.

Im Hinblick auf den Krankheitsverlauf der HEV-Infektion kann es nach einer Inkubationszeit von ca. 30 Tagen zu einer akuten Leberentzündung (Hepatitis) mit grippalen Symptomen (Fieber, Abgeschlagenheit), Magen-Darm-Beschwerden (Übelkeit, Erbrechen, Durchfall etc.) sowie einer Gelbsucht (Ikterus) kommen. Tödliche Verlaufsformen einer HEV-Infektion sind selten (weniger als ein Prozent der Fälle) und betreffen in erster Linie Schwangere. In der Mehrzahl der Fälle verläuft die HEV-Infektion komplikationslos und heilt ohne weitere Folgen bzw. Chronifizierung aus.

Für die Diagnose einer HEV-Infektion sind die folgenden Schritte erforderlich:

  • Genaue Erhebung der Krankengeschichte (sogenannte Anamnese):
    • Reise und potenzieller Kontakt mit HAV/HEV in einem Risikogebiet;
    • Beurteilung des Erkrankungsverlaufs;
  • Durchführung bestimmter labordiagnostischer Untersuchungen:
    • Nachweis von Antikörpern gegen HEV vom Typ IgG und IgM im Blut;
      • Der Nachweis von entsprechenden IgM-Antikörpern stellt dabei einen Hinweis auf eine akute HEV-Infektion dar;
    • Mittels einer HEV-RNA-PCR kann virale HEV-RNA im Blut nachgewiesen werden, was eines der wichtigsten Laborverfahren zum Beweis einer HEV-Infektion darstellt.

Hinsichtlich der Therapie einer HEV-Infektion ist außer körperlicher Schonung und eventuellen symptomatischen Maßnahmen (Fieber senken, Flüssigkeitssubstitution) keine Behandlung erforderlich.

Da zur Vermeidung (Prophylaxe) einer HEV-Infektion keine entsprechende Schutzimpfung (aktive Immunisierung) existiert, sollte bei Reisen in Endemiegebiete immer auf eine sorgefältige Trinkwasser- sowie Nahrungsmittelhygiene geachtet werden. Aufgrund des fäko-oralen Übertragungsweges von HEV sind in diesem Zusammenhang auch Maßnahmen zur hygienischen Händedesinfektion angeraten. Darüber hinaus ist der Verzehr von rohem Fleisch (v.a. Schweinefleisch) stets zu vermeiden.

Weitere Informationen zu Hepatitis.

Synonyme: HEV-AK IgM
LOINC: 14212-5, 51798-7

Referenzwert

EinheitReferenzbereich
Männer bis 18 JahreMänner über 18 JahreFrauen bis 18 JahreFrauen über 18 Jahre
negativnegativnegativnegativ

Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen exemplarischen Näherungsbereich aus der medizinischen Fachliteratur für diese Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labornormalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborergebnisse beeinflussen. Daher dürfen immer nur die auf dem jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Liegen einzelne Laborwerte des Laborbefundes außerhalb der entsprechenden Referenzbereiche, darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich können auch bei Gesunden vorkommen. Außerdem hängen die Laborergebnisse auch von der vom jeweiligen medizinischen Labor eingesetzten Untersuchungsmethode ab (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

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