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Frau hält Hände vors Gesäß © buritora
Frau hält Hände vors Gesäß © buritora

Hämorrhoiden: Symptome & Diagnose

Im Enddarm befinden sich rund um den Übergang vom Mastdarm zum Afterkanal (Analkanal) gut durchblutete, schwammartige Gefäßpolster, die Hämorrhoiden. Die Gefäßpolster sind für die Kontrolle der Darmentleerung und die Feinabdichtung des Afters verantwortlich. Bei einer krankhaften Vergrößerung der Hämorrhoiden kann es zu Beschwerden, wie Jucken oder Blutungen, kommen. Ärztinnen und Ärzte bezeichnen ein Hämorrhoidalleiden auch als „symptomatische Hämorrhoiden“. 

Ein Hämorrhoidalleiden – oft wird es nur „Hämorrhoiden“ genannt – scheint zumindest in den westlichen Industrienationen eine sehr häufige Erkrankung im Sinne einer „Volkskrankheit“ zu sein. Ungefähr 4 von 100 Personen pro Jahr begeben sich wegen vergrößerter Hämorrhoiden in ärztliche Behandlung. Schätzungsweise etwa 1,5 Prozent aller mutmaßlichen Behandlungsfälle werden pro Jahr wegen eines Hämorrhoidalleidens operiert.

Welche Ursachen hat ein Hämorrhoidalleiden?

Ein erhöhter Druck auf den Afterkanal kann zu einer Vergrößerung der Hämorrhoiden führen. Verschiedene Faktoren können zur Entwicklung eines Hämorrhoidalleidens beitragen. Dazu zählen:

  • familiäre Veranlagung,
  • ballaststoffarme oder scharfe Ernährung,
  • chronische Verstopfung,
  • starkes Pressen beim Stuhlgang,
  • erhöhter Alkoholkonsum,
  • körperliche Anstrengung, häufiges Heben schwerer Lasten,
  • sitzende Tätigkeit sowie
  • Bewegungsmangel.

Mit zunehmendem Alter nimmt das Risiko für vergrößerte Hämorrhoiden zu. Auch eine Schwangerschaft kann Einfluss auf die Entstehung von Hämorrhoiden haben. Mehr zum Thema: Beschwerden in der Schwangerschaft

Welche Symptome können auftreten?

Das erste Symptom sind meist schmerzlose Blutungen. Sie können einmalig, wiederkehrend oder dauerhaft über einen längeren Zeitraum auftreten. Von der Patientin/dem Patienten wird hellrotes Blut am Stuhl, am Toilettenpapier, in der Toilette oder an der Unterwäsche wahrgenommen. Nach dem Stuhlgang können auch stechende Schmerzen auftreten.

Zudem ist es möglich, dass Schleim oder Kot aus dem Anus (After) austreten und lokale Hautreizungen verursachen. Diese äußern sich durch unangenehme Empfindungen wie Juckreiz, Brennen und Nässen oder Hygieneprobleme.

Bei einem fortgeschrittenen Hämorrhoidalleiden kann es zu einem Vorfall von Gewebe (Prolaps) kommen. Dieses führt zu einem Druck- oder Fremdkörpergefühl und unter Umständen zu Schmerzen.

Das Ausmaß der Beschwerden ist meist abhängig von der Größe der Hämorrhoiden. Diese werden entsprechend ihrer Größenzunahme und nach dem Ausmaß des Gewebevorfalls in den Analkanal bzw. vor den After eingeteilt. 

Unterschieden werden vier Grade (nach Goligher): 

  • Grad I: Der Gefäßpolster ist lediglich innerhalb des Analkanals vergrößert und nur mittels Afterspiegelung (Proktoskopie) von der Ärztin/dem Arzt erkennbar. Meistens treten noch keine Beschwerden auf, in seltenen Fällen kommt es zu geringfügigen Blutungen. 
  • Grad II: Der Gefäßpolster tritt beim Pressen während des Stuhlgangs bis zur Afteröffnung vor, zieht sich jedoch von selbst wieder in den Analkanal zurück. Der zeitweilige Vorfall ist von außen sichtbar. Brennen, Jucken, Nässen und Blutungen können auftreten.
  • Grad III: Der Gefäßpolster tritt beim Pressen während des Stuhlgangs bis zur Afteröffnung vor, zieht sich jedoch nicht wieder in den Analkanal zurück. Er kann jedoch mit dem Finger wieder an seine Ausgangslage zurückgedrückt werden.
  • Grad IV: Der Gefäßpolster bleibt dauerhaft außerhalb der Afteröffnung und lässt sich manuell nicht mehr zurückdrücken.  

Wie Sie „Hämorrhoiden“ vorbeugen können

Das Risiko, symptomatische Hämorrhoiden zu entwickeln, kann durch einfache Maßnahmen reduziert werden. Dazu zählen:

  • Ernährung mit Ballaststoffen,
  • stuhlhygienische Maßnahmen: nach dem Stuhlgang Reinigung des Analbereichs mit Wasser und Seife oder Verwendung von Toilettenfeuchttüchern,
  • Beckenbodentraining, vor allem in bzw. nach der Schwangerschaft,
  • frühzeitiges Aufsuchen einer Ärztin/eines Arztes, um das Fortschreiten des Leidens durch eine adäquate Behandlung zu verhindern bzw. zu bremsen.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Zur Diagnostik des Hämorrhoidalleidens ist eine proktologische Basisuntersuchung erforderlich. Hierzu gehören insbesondere:

  • Arzt-Patienten-Gespräch: Anamnese, bei der die Art, das Ausmaß und die Dauer der Beschwerden (z.B. Blutung, Hygiene, Ernährung, Flüssigkeitszufuhr) sowie die Stuhlgewohnheiten (Frequenz, Konsistenz, Entleerung) und eventuelle familiäre Erkrankungen (v.a. Darmkrebs) erfragt und besprochen werden.
  • körperliche Untersuchung: dazu zählen eine Inspektion der Analregion, eine digital-rektale Tastuntersuchung und eine Enddarmspiegelung (Proktoskopie). Mittels Proktoskopie können auch andere anale Erkrankungen (z.B. FissurPolypenFisteln oder Tumore) festgestellt werden.
  • Eine Spiegelung des Dickdarms (Koloskopie) bzw. des Mastdarms (Rektoskopie) dient dem Ausschluss anderer Erkrankungen im Darmtrakt.

Sonderform: Akute Hämorrhoidalthrombose

Bei der akuten Hämorrhoidalthrombose (Analthrombose) kommt es in einem Gefäßpolster des Enddarmbereiches zu einer Thrombose und zum raschen Anschwellen, weil das Blut nicht mehr ablaufen kann. Es treten akute, starke Schmerzen auf. Vor dem After ist ein Knoten tastbar, der meistens etwa kirschgroß ist, aber auch einige Zentimeter groß sein kann. Die Therapie besteht bei akuter Hämorrhoidalthrombose in erster Linie in der Anwendung konservativer, d.h. nicht operativer, Maßnahmen. Ist dies nicht erfolgreich, erfolgt chirurgisch die Ausräumung des Thrombus.

Die Hämorrhoidalthrombose ist nach der Hämorrhoidalblutung das zweithäufigste Symptom des Enddarmbereiches, das Patientinnen/Patienten dazu veranlasst, eine Ärztin/einen Arzt aufzusuchen.

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