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Milchkrug und Tasse © karandaev

Laktoseintoleranz: Was ist das?

Laktose, das Hauptkohlenhydrat der Milch, besteht aus zwei Einzelzuckern und wird normalerweise im Dünndarm zu Glukose (Einzelzucker Traubenzucker) und Galaktose (Einzelzucker Schleimzucker) verdaut. Bei fehlerhafter Verdauung kommt es zu Beschwerden, die unterschiedlich ausgeprägt sein können. Manche Betroffene bekommen bereits bei kleinsten Mengen starke Beschwerden. Meist werden jedoch geringe Mengen an Milchzucker durchaus vertragen . . .

Das geschieht bei Laktoseintoleranz

Bei einer Unverträglichkeit wird der Milchzucker nicht oder nur unzureichend gespalten, da es am zuständigen Enzym Laktase mangelt. So gelangt der Milchzucker unverdaut in den Dickdarm (Kolon). Dort wird er von Bakterien zu Milch- und Essigsäure sowie Darmgasen (Wasserstoff, Kohlendioxid) abgebaut – dies verursacht Beschwerden.

Beschwerden bei Laktoseintoleranz

Die Beschwerden äußern sich in Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfall. Auch können Übelkeit und Erbrechen auftreten. Die Probleme beginnen ca. ein bis zwei Stunden nach einer laktosehaltigen Mahlzeit. Unspezifische Beschwerden wie Müdigkeit oder allgemeines Unwohlsein können hinzukommen.

Eine Laktoseintoleranz kann auch Folge einer ursprünglichen Glutenunverträglichkeit sein. Bei Glutenunverträglichkeit wird die Schleimhaut des Dünndarms, wo sich das Milchzucker abbauende Enzym Laktase befindet, stark beschädigt. Diese Schäden sind jedoch reversibel, d.h. sie bilden sich bei Heilung der Darmschleimhaut zurück; die Verträglichkeit von Laktose bessert sich somit wieder.

Laktose in der Nahrung

Zu starken Beschwerden führen insbesondere Produkte mit einem hohen Gehalt an Milchzucker. Dazu zählen Milch von Säugetieren (d.h. Kuh, Schaf, Ziege, Stute), Kondensmilch, Molke und Trinkkakao. Diese Produkte enthalten mit über 4,5 Gramm Laktose/100 Gramm besonders viel an Laktose. Problematisch sind auch diverse Speisen, die mit Milch zubereitet werden wie z.B. Milchreis, Auflauf mit Milch oder Pudding.

Andere Milchprodukte hingegen werden besser bis gut vertragen. Dazu zählen unter anderem Hart-, Schnitt-, Weich- und Sauermilchkäse – ihr Laktosegehalt ist relativ gering bis kaum nachweisbar. Der Laktosegehalt beträgt bei diesen Lebensmitteln unter ein Gramm/100 Gramm. Auch Sauermilchprodukte wie Joghurt, Topfen, Butter- und Sauermilch werden relativ gut vertragen. Die enthaltenen Milchsäurebakterien verfügen auch über ein Laktase-Enzym und unterstützten den Abbau des Milchzuckers.

Der Laktosegehalt bestimmter Lebensmittel:

  • Laktosefrei: z.B. Sojaprodukte, pflanzliches Milchpulver, Margarine.
  • Fast laktosefrei (unter ein Gramm Laktose/100 Gramm): z.B. Butter, Reis-, Kokos- und Hafermilch, Hart-, Schnitt- und Weichkäse.
  • Mittlerer Laktosegehalt (ein bis 4,5 Gramm Laktose/100 Gramm): z.B. Topfen, Hüttenkäse, Sauermilch und -rahm, Buttermilch.
  • Höherer bzw. hoher Laktosegehalt (über 4,5 Gramm Laktose/100 Gramm): z.B. Milch, Molke.
Eine Auflistung von Lebensmitteln und deren genauen Laktosegehalt finden Sie beim Verband der Diaetologen Österreichs.

Hinweis Milchzucker kann in vielen Lebensmitteln, die nicht offensichtlich mit Milch in Zusammenhang stehen, vorkommen. So wird Milchzucker z.B. in Süßstoff, Medikamenten oder Wurstwaren als Träger-, Füll- oder Bindemittel eingesetzt.

Milchzucker kann zudem enthalten sein in:

  • Milchbrot, Kuchen und Torten,
  • Backmischungen,
  • Paniermehlen,
  • Eis,
  • Kartoffelpüree z.B. -pulver,
  • Ketchup, Senf, Mayonnaisen sowie
  • Fertiggerichten und Saucen.

Lebensmittel-Kennzeichnung

Gemäß EU-Verbraucherinformationsverordnung müssen Milch und daraus gewonnene Erzeugnisse (einschließlich Laktose) gekennzeichnet und in der Zutatenliste z.B. durch Schriftart oder Hintergrundfarbe hervorgehoben werden. Diese erweiterte Kennzeichnungspflicht ist seit 13. Dezember 2014 für verpackte und unverpackte Waren (offene, lose Ware) verpflichtend.

Bisher mussten die wichtigsten Allergene nur auf verpackten Waren gekennzeichnet werden. Bei unverpackten Lebensmitteln, die an Endverbraucher abgegeben bzw. in der Gemeinschaftsverpflegung angeboten werden (Bäckereien, Restaurants, Kantinen, Imbisse etc.), kann die Weitergabe der Allergeninformation entweder schriftlich oder mündlich erfolgen.

Weitere Informationen erhalten Sie unter:

Eine ausgewogene Ernährung ist auch bei Laktoseintoleranz möglich. Viele Lebensmittel sind von Natur aus laktosefrei bzw. -arm. Als Grundlage der Ernährung sollte die Österreichische Ernährungspyramide dienen. Eine qualifizierte Ernährungsberatung ist hilfreich.

Weitere Informationen erhalten Sie unter Ernährungsberatung und -therapie.

Weitere praktische Tipps gibt das Infoblatt zu Laktose der Sozialversicherung.

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