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Symbolbild Therapie bei Krebs © auremar

Bösartige Gehirntumoren: Formen & Therapie

Je nach Art und Ausbreitung des Gehirntumors stehen unterschiedliche therapeutische Maßnahmen zur Verfügung. In vielen Fällen erfolgen eine Operation und gegebenenfalls Strahlen- und/oder Chemotherapie sowie weitere begleitende Behandlungsmaßnahmen. Ist keine Heilung möglich, spricht man von palliativer Therapie. Bei dieser wird die Lebensqualität so gut und lang wie möglich durch abgestimmte Therapiemaßnahmen erhalten. Symptomlinderung und einfühlsame Begleitung stehen dabei im Mittelpunkt. 

Gehirnmetastasen

Metastasen (Tochtergeschwülste) sind Krankheitsherde, die sich entfernt vom ursprünglichen Entstehungsort einer Krebserkrankung bilden. Sie sind die häufigsten bösartigen (malignen) Geschwulste im Gehirn. Vor allem bei Lungen- und Brustkrebs können sich Hirnmetastasen bilden. Zu den weiteren Krebsarten, die Tochtergeschwülste im Gehirn erzeugen, zählen unter anderem Melanom und Magen-Darm-Karzinom. Hirntumoren können selbst Metastasen im Gehirn und selten an anderen Organen verursachen. Einzelne Metastasen können bei günstiger Lokalisation operiert werden. Strahlen- und/oder Chemotherapie werden ergänzend oder als alleinige Maßnahmen angewandt.

Glioblastom

Das Glioblastom ist die bösartigste Form der Gehirntumoren, es entsteht durch Entartung der Stützzellen des Gehirns (Glia) und wächst sehr schnell. Ein Glioblastom kann sich spontan oder aus dem niedrigmalignen Astrozytom entwickeln. Häufig wächst der Tumor über die Hirnhälfte hinaus und breitet sich schmetterlingsförmig aus. Das Glioblastom kann aufgrund seines Wachstumsmusters mit Durchwachsen gesunder Gehirnanteile nicht vollständig operativ entfernt werden. Nach der operativen Entfernung der entfernbaren Tumoranteile wird eine Strahlentherapie und/oder Chemotherapie eingesetzt, um das Tumorwachstum zu bremsen. Häufig kommt es rasch zu erhöhtem Hirndruck, der medikamentös (z.B. durch Kortison) und/oder durch Anlegen eines Shunts (über den Liquor abfließen kann) behandelt wird.

Weitere bösartige Gehirntumoren

Zu den weiteren malignen Hirntumoren zählen etwa das primäre maligne Lymphom und Tumoren, die eher im Kindes- und Jugendalter auftreten, z.B. das Medulloblastom. Die seltenen Pinealoblastome entwickeln sich aus Zellen der Zirbeldrüse (Epiphyse), die Melatonin produzieren. Sie können auch gutartig sein. Bösartige Pinealoblastome werden durch möglichst vollständige operative Entfernung sowie Strahlentherapie und/oder Chemotherapie behandelt.

Gehirnoperationen mit den modernsten Methoden

Bei der Operation muss immer darauf geachtet werden, lebensnotwendige Hirnregionen nicht zu schädigen und Ausfallserscheinungen so gering wie möglich zu halten. Dies gelingt über stereotaktische neurochirurgische Verfahren, die millimetergenau computerunterstützt sind. Diese Technik wird auch in der Strahlentherapie und -chirurgie (z.B. Gamma-Knife, Cyberknife) eingesetzt. Vor einer Operation können nach MRT/CT weitere bildgebende Maßnahmen zur besseren Planung des Eingriffs zum Einsatz kommen, z.B. SPECT, PET oder Magnetresonanzspektroskopie (MRS). Manchmal ist es nicht möglich, das gesamte betroffene Gewebe operativ zu entfernen. Durch ergänzende Therapieverfahren (vor allem Chemo- bzw. Strahlentherapie) kann der Tumor in seiner Größe reduziert, manchmal auch gänzlich zerstört werden.

Auch wenn Tumoren nicht gänzlich entfernt werden, geht mit der Behandlung doch zumeist eine Symptombesserung einher. Bei der OP wird in den meisten Fällen die Schädeldecke geöffnet (Kraniotomie), um den Tumor zu erreichen. Modernste Hilfsmittel (Neuronavigation, neurophysiologisches Monitoring etc.) ermöglichen ein möglichst schonendes und zielgerichtetes Arbeiten. In Fällen, in denen keine OP sinnvoll bzw. möglich ist, kann Strahlentherapie Besserung bringen.

Begleitende Maßnahmen, Nachsorge & Rehabilitation

Die Nebenwirkungen (z.B. Übelkeit) von Chemo- und Strahlentherapie sowie Schmerzen und erhöhter Hirndruck werden bestmöglich behandelt. Auch Logopädie, Physiotherapie, Ergotherapie oder psychoonkologische Maßnahmen (z.B. im Rahmen einer Psychotherapie) können unter anderem zum Einsatz kommen. Zudem kann der Besuch einer Selbsthilfegruppe unterstützend sein. Auch Hospizeinrichtungen bieten Betreuung schwer krebskranker Menschen.

Ihre behandelnde Ärztin/Ihr behandelnder Arzt berät Sie über Begleitmaßnahmen, notwendige Kontrolluntersuchungen und Nachsorgetermine. Auch ein Rehabilitationsaufenthalt kann gegebenenfalls in Anspruch genommen werden.

Wohin kann ich mich wenden?

Die Behandlung eines bösartigen Gehirntumors erfolgt zum großen Teil im Krankenhaus auf einer Neuroonkologie/Neurochirurgie sowie in ambulanten Einrichtungen in Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärztinnen/Ärzten unterschiedlicher Disziplinen (z.B. Onkologie, Neurochirurgie, Neurologie). Auch andere Gesundheitsberufe werden nach Bedarf miteinbezogen. Weitere Informationen über spezialisierte Hirntumor-Zentren in Österreich finden Sie auf der Website der Society of Austrian Neuro-Oncology (SANO).

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Alle notwendigen und zweckmäßigen Therapien werden im Regelfall von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Nähere Informationen finden Sie unter Kosten und Selbstbehalte, unter Rezeptgebühr & Co: So werden Medikamentenkosten abgedeckt sowie unter Was kostet der Spitalsaufenthalt? Näheres zur Rehabilitation finden Sie unter Reha und Kur.

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