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Symbolbild Osteoporose in Rückenwirbeln © Sagittaria

Osteoporose: Risikofaktoren & Formen

Osteoporose entwickelt sich – meist unbemerkt – über viele Jahre hinweg, wobei verschiedene Faktoren zur Entstehung beitragen. Dazu zählen v.a. Genetik, Lebensstil, hormonelle Veränderungen sowie Krankheiten und Medikamente, die den Knochenstoffwechsel beeinflussen. Je nach Ursache werden primäre und sekundäre Formen unterschieden . . .

Natürlicher Knochenabbau im Alter

Der Knochen ist ein lebendiges Gewebe, das ständigen Auf- und Abbauvorgängen unterliegt. Bestimmte Zellen (Osteoblasten) bauen neues Knochengewebe auf. Die Osteoklasten hingegen beseitigen alte Knochenzellen und bauen Knochensubstanz ab. Die maximale Knochendichte (Peak Bone Mass, PBM) wird zwischen dem 25. und 30. Lebensjahr erreicht. Zu diesem Zeitpunkt ist der Aufbau der Knochenmasse abgeschlossen.

Nach dem 30. Lebensjahr wird mehr Knochen ab- als aufgebaut. Zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr beschleunigen sich die natürlichen Abbauprozesse. Sie müssen jedoch nicht zwingend zu Osteoporose führen. Je höher die erreichte PBM, desto später treten nennenswerte Abbauvorgänge bzw. Verluste der Knochenstabilität auf. Die individuell maximal erreichbare Knochenmasse ist großteils genetisch vorgegeben. Dieses Potenzial kann durch Ernährungsgewohnheiten, den Aktivitätsgrad sowie einen ausgewogenen Hormonstatus optimiert werden. 

Hinweis Die PBM kann im Nachhinein nicht erhöht werden. Es kann lediglich der Abbau von Knochenmasse verringert werden.

Risikofaktoren für Osteoporose

An der Entstehung von Osteoporose sind verschiedene Ursachen beteiligt. Dazu zählen v.a. Genetik, Lebensstil, hormonelle Veränderungen sowie Krankheiten und Medikamente, die den Knochenstoffwechsel beeinflussen.

Genetische Ursachen,v.a. :

  • weibliches Geschlecht: Frauen haben eine niedrigere Knochenmasse als Männer,
  • familiäre Vorbelastung: v.a. Osteoporose bei den Eltern,
  • bestimmte Gendefekte (Mutationen).

Lebensstilaspekte, v.a.:

  • Rauchen,
  • übermäßiger Alkoholkonsum,
  • zu niedriges Körpergewicht,
  • Bewegungsarmut,
  • längere Phasen der Immobilisierung (v.a. während der Pubertät),
  • Ernährung (arm an Kalzium und Eiweiß, reich an Phosphat und Phytin),
  • Vitamin-D-Mangel,
  • zu wenig Sonnenlicht.

Hormonelle Veränderungen, v.a. :

  • zu seltene oder ausbleibende Regelblutungen (Oligomenorrhoe, Amenorrhoe),
  • frühzeitige Menopause,
  • Hypogonadismus (verminderte Produktion des männlichen Sexualhormons Testosteron),
  • Schilddrüsenüberfunktion,
  • medikamentöse Unterdrückung der Eierstocktätigkeit.

Medikamente, die den Knochenstoffwechsel negativ beeinflussen, z.B.:

  • Glukokortikoide
  • Antiandrogene
  • Antiepileptika
  • Heparin
  • Coumarine
  • Glitazone
  • Immunsuppressiva
  • Chemotherapeutika
  • Protonenpumpenhemmer

Alter:

  • Frauen: nach den Wechseljahren (Östrogenmangel),
  • Männer: über 65 Jahre.

Krankheiten, die zu einer negativen Kalziumbilanz führen, z.B.:

Formen der Osteoporose

In Abhängigkeit von der Entstehungsursache werden zwei Hauptformen der Osteoporose unterschieden.

  • Primäre Osteoporose: entsteht hauptsächlich durch Östrogenmangel (v.a. im Zuge der Wechseljahre der Frau) sowie – bei beiden Geschlechtern – durch den natürlichen Alterungsprozess der Knochen, Mangel an Kalzium und Vitamin D sowie Bewegungsmangel.
  • Sekundäre Osteoporose: Diese seltene Form betrifft Frauen und Männer gleichermaßen und entsteht meist als Folge von Erkrankungen oder medikamentösen Therapien, die den Knochenstoffwechsel negativ beeinflussen.
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