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Pärchen liebkost sich © Lev Dolgatsjov

HIV/AIDS: Ansteckungswege und Risikosituationen

Das HI-Virus kann durch verschiedene Übertragungswege in den Körper gelangen. Das Infektionsrisiko ist dabei unterschiedlich hoch und wird von bestimmten Faktoren stark beeinflusst. Erfahren Sie, wie HIV übertragen werden kann und welche Körperflüssigkeiten infektiös sind . . .

HIV-Übertragungswege

Zu den HIV-Übertragungswegen zählen u.a.:

  • Ungeschützter Geschlechtsverkehr (Sex ohne Kondom oder Femidom),
  • Blut-zu-Blut-Kontakt: z.B. Spritzentausch bei intravenösem Drogengebrauch,
  • während der Schwangerschaft von der HIV-infizierten Schwangeren auf ihr Kind, wenn sie nicht erfolgreich behandelt ist (vertikale Transmission).

Folgende Körperflüssigkeiten sind infektiös:

  • Samenflüssigkeit (Sperma)
  • Scheidensekret
  • Blut
  • Muttermilch
  • Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit (Liquor cerebrospinalis)

Hinweis Es besteht keine Gefahr der HIV-Übertragung durch Kontakt mit Schweiß, Speichel, Tränen oder Harn von HIV-Infizierten, Händeschütteln, Umarmungen, Anhusten, Anniesen, Küssen, gemeinsames Benutzen von Handtüchern, Geschirr, Besteck, Toiletten, Telefon, Schwimmbad, Sauna, durch Insektenstiche, Tiere und Tierprodukte. Bei alltäglichen sozialen Kontakten ist eine HIV-Übertragung ausgeschlossen.

Weitere Informationen zu den Übertragungswegen und zum Übertragungsrisiko finden Sie unter www.aidshilfen.at sowie unter www.gib-aids-keine-chance.de.

Übertragungsrisiko von HIV

Das HI-Virus kann durch verschiedene Übertragungswege in den Körper gelangen. Das Infektionsrisiko ist dabei unterschiedlich hoch und wird von bestimmten Faktoren stark beeinflusst. Dazu zählen vor allem die Höhe der Viruslast der HIV-infizierten Kontaktperson, Art und Dauer des Kontaktes (nach Übertragungsweg) sowie die genetisch bedingte Empfänglichkeit einer Person für eine Infektion.

Übertragungsweg Risiko für eine HIV-Infektion bei HIV-infizierter Herkunftsperson
Stich mit einer gebrauchten Spritzenkanüle sehr hoch
Spritzentausch von Drogenabhängigen sehr hoch
ungeschützter Analverkehr:
(Risiko für passive Partnerin/für passiven Partner besonders hoch)
sehr hoch
Mutter auf Kind bei einer Schwangerschaft:
(ohne antiretrovirale Kombinationstherapie)
sehr hoch
ungeschützter Geschlechtsverkehr:
(Risiko für die Frau etwas höher als für den Mann)
hoch
Oralverkehr gering


Übertragungsrisiko von Infektionskrankheiten im Vergleich

Das statistische Risiko einer Ansteckung pro Risikokontakt ist bei verschiedenen Infektionskrankheiten unterschiedlich hoch. Am Beispiel des Infektionsrisikos im Falle einer Nadelstichverletzung im medizinischen Bereich bei infizierter Herkunftsperson wird das sehr deutlich.

Infektionsrisiko bei Nadelstichverletzung im medizinischen Bereich:

Hinweis Die statistische Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung sagt nichts über das tatsächliche Risiko in einer bestimmten Situation aus. So kann z.B. die Viruslast oder die übertragene Menge der infektiösen Körperflüssigkeiten das Risiko erhöhen.

Entwicklungsstadien des HI-Virus im Körper

Wenn das HI-Virus durch eine Ansteckung über die Schleimhaut in den Körper gelangt, breitet es sich in folgenden Schritten aus:

  • Rund zwei Stunden vergehen bis zur Anlagerung des HI-Virus an eine Wirtszelle.
  • Nach ca. zwölf Stunden erfolgt die erste Übertragung der Virus-RNA in die Zelle.
  • Nach ca. 24 Stunden bilden sich erste Virusteilchen.
  • Nach ca. 72 Stunden kommt es zur virusspezifischen Immunantwort in Form spezifischer T-Lymphozyten (besondere weiße Blutkörperchen) und zur Erkennung virusproduzierender Zellen.
  • Zwischen dem vierten und elften Tag vermehren sich die Viren in den CD4+T-Lymphozyten und werden in die Blutbahn freigesetzt.
  • Nach dem elften Tag breitet sich das Virus im gesamten Organismus aus.

Übertragungsrisiko während der Therapie

Während einer optimal durchgeführten Therapie ist das HI-Virus in den Körpersekreten nicht mehr nachweisbar. Bei der Patientin/beim Patienten bleibt aber die Angst vor einer sexuellen Übertragung bestehen. Der Nationale Aids-Beirat (NAB) des Deutschen Bundesministeriums für Gesundheit und Frauen stellte 2012 auf Basis wissenschaftlicher Grundlagen fest, dass eine wirksame antiretrovirale Therapie (HAART) eine HIV-Übertragung verhindert. Der NAB beruft sich auf Studien, die eine hochgradige Schutzwirkung belegen, wenn aufgrund HAART die HI-Viruslast im Plasma auf unter 50 RNA-Kopien pro Milliliter sinkt. Auf Safer Sex (Kondom, Femidom) sollte trotzdem nicht verzichtet werden.

Von medizinischer Seite wird an vielen Zentren sogenannten diskordanten Paaren (HIV-negative Frau und HIV-positiver Mann) bei Kinderwunsch empfohlen, dass sie die Empfängnis auf natürlichem Weg versuchen können, wenn der HIV-positive Mann für länger als sechs Monate eine HI-Viruslast im Blut unter der Nachweisbarkeitsgrenze aufweist und seine antiretrovirale Therapie verlässlich nimmt. Er sollte – ebenso wie seine HIV-negative Partnerin – keine Wunden oder andere Infektionen im Urogenitalbereich aufweisen. Die Entscheidung, eine Empfängnis auf diesem Weg zu versuchen, muss allerdings der negativen Partnerin überlassen sein.



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