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HIV-Tests: Labor zur Diagnostik

Für HIV-Tests ist eine Blutprobe notwendig. In Österreich dürfen HIV-Tests nur in „medizinischen Settings“ durchgeführt werden. Das bedeutet: durch eine Ärztin/einen Arzt, z.B. in der Arztpraxis, im medizinischen Labor, bei der AIDS-Hilfe oder im Krankenhaus. Bei den HIV-Tests unterscheidet man zwischen Screeningtests (Suchtests) und Bestätigungstests . . .

HIV-Screeningtest (Suchtest)

In Westeuropa wird die Dunkelziffer der HIV-Infizierten, die nichts von ihrer HIV-Infektion wissen, auf bis zu 25 Prozent geschätzt. Jedes Jahr wird in Österreich bei rund 500 Menschen eine HIV-Infektion neu erkannt. Ein Drittel der Infizierten lebt schon lange mit dem Virus und hat bereits ein schwer geschädigtes Immunsystem. Dieses Nichtwissen ist ein zentrales Problem in der HIV-Prävention. Denn diese Menschen stecken andere an. Frühe Behandlungen senken das Ansteckungsrisiko.

In Österreich empfohlene Screeningtests sind kombinierte Antikörper-Antigen-Immunoassays. Antikörper sind Proteine, die das Immunsystem gegen HIV produziert, daher sind sie erst einige Wochen bis Monate nach Ansteckung nachweisbar („diagnostische Lücke“). Früher erkennbar ist ein Virusprotein (p24-Antigen), welches schon nach zwei bis drei Wochen positiv sein kann. Durch die Kombination von Antigen- und Antikörpernachweis im Screeningtest (Kombitest) wird die Diagnose im frühen Stadium der Infektion zuverlässiger, da die diagnostische Lücke verkürzt wird.

HIV-Schnelltests sollen das Testen für medizinisches Personal und Betroffene einfach machen und dadurch helfen, mehr Infektionen frühzeitig zu erkennen. Solche werden meistens als optisch ablesbare Streifentests durchgeführt. Blut wird der zu testenden Person von der Fingerkuppe abgenommen und auf den Teststreifen aufgebracht. Darauf folgt ein Tropfen Puffersubstanz und das Ergebnis wird optisch abgelesen und ist so innerhalb von 15 bis 30 Minuten verfügbar. Ist das Testergebnis negativ (nicht-reaktiv), sind zu diesem Zeitpunkt keine weiteren Laboruntersuchungen nötig.

Hinweis Um nach einer Risikosituation eine HIV-Infektion sicher ausschließen zu können, ist ein weiterer Test drei Monate später nötig, da es in seltenen Fällen so lange dauern kann, bis im Blut Antikörper/Antigen nachweisbar sind!

HIV-Bestätigungstest

Ist das Ergebnis im Screeningtest positiv (reaktiv), so ist ein weiterer Test in einem Speziallabor zu Bestätigung der HIV-Infektion notwendig (Bestätigungstest). Denn es besteht auch die Möglichkeit eines falsch positiven Testergebnisses. Dazu kann es beispielsweise kommen, wenn man zum Zeitpunkt des Schnelltests eine andere Infektion hat. Der Bestätigungstest kann ein weiterer Immunoassay sein, der zwischen verschiedenen HIV-Antikörpern unterscheiden kann (ELISA) oder ein Western Blot. Bei unklaren Ergebnissen kann hier auch eine HIV-RNA-PCR-Untersuchung hilfreich sein.

Direkte HIV-Nachweismethoden

Für den direkten Virusnachweis und die Bestimmung der Virusmenge stehen andere Tests zur Verfügung. Zum einen kann virale RNA im Plasma nachgewiesen werden, zum anderen die provirale cDNA (Erbinformation im Zellkern) in weißen Blutkörperchen. Diese Nachweise erfolgen mittels PCR-Test, b-DNA-Methode oder NASBA (molekulargenetische Nachweismethode: Nucleic Acid Sequence Based Amplification).

HIV-RNA-PCR wird prinzipiell für die Verlaufsbeobachtung des Erfolges einer HIV-Therapie verwendet, kommt aber auch in manchen diagnostischen Fragestellungen zum Einsatz, z.B. Verdacht auf frühe HIV-Infektion bei akuter Erkrankung oder fragliche Infektion eines Neugeborenen bei HIV-positiver Mutter.

Therapiekontrolle

Bei Vorliegen einer HIV-Infektion wird üblicherweise in einem nächsten Schritt der Immunstatus bestimmt (Bestimmung von Lymphozyten-Subpopulationen wie CD4+T-Zellen). Darüber hinaus wird auch die Viruslast ermittelt. Daraus lassen sich Rückschlüsse auf das zu erwartende Voranschreiten der Erkrankung ableiten. Diese Tests dienen auch zur Überwachung des Therapieerfolges der antiretroviralen Behandlung.

HIV-Test bei Neugeborenen von infizierten Müttern

Bei Kindern von HIV-positiven Müttern können nach der Geburt noch zwölf bis 15 Monate lang mütterliche HIV-Antikörper im Blut nachgewiesen werden. Diese „Leih-Antikörper“ werden in der Schwangerschaft über die Plazenta auf das Kind übertragen. Dieser Vorgang ist ähnlich wie die Übertragung von Antikörpern gegen Masern oder Röteln. Allerdings bieten diese Leih-Antikörper keinen Schutz vor einer HIV-Infektion.

Wenn die HIV-Antikörper über den 15. Lebensmonat hinaus nachweisbar sind, liegt mit großer Wahrscheinlichkeit eine HIV-Infektion des Kindes vor. Mit einer HIV-PCR (direkter Virusnachweis) kann schon vor Ablauf des 15. Lebensmonats eine Infektion bestätigt oder ausgeschlossen werden.

Weitere Informationen finden Sie unter Schwangerschaft HIV-positiver Frauen.

Wohin kann ich mich wenden?

In Österreich dürfen HIV-Tests nur unter ärztlicher Aufsicht in einer medizinischen Einrichtung durchgeführt werden. Die Anonymität bleibt dabei in jedem Fall gewahrt.
Wenn Sie einen HIV-Test durchführen lassen möchten (z.B. nach einem Risikokontakt), können Sie sich an folgende Stellen wenden: 

  • AIDS-Hilfen,
  • HIV-Behandlungszentren in Krankenhäusern,
  • Notfall-Ambulanzen in Krankenhäusern,
  • niedergelassene Ärztin/niedergelassener Arzt (z.B. Ärztin/Arzt für Allgemeinmedizin, Fachärztin/Facharzt für Gynäkologie) – evtl. Überweisung zu einem medizinischen Labor.
  • Liste empfohlener Labors, die HIV-Tests durchführen.
  • Adressen und weitere Informationen finden Sie unter Beratung & Hilfe


Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

HIV-Antikörpertests sind bei der AIDS-Hilfe anonym und kostenlos möglich. Für einen HIV-Schnelltest ist ein Kostenbeitrag zu leisten. Wird ein HIV-Test von ärztlicher Seite zur Abklärung eines medizinisch begründeten Verdachts verordnet, werden die Kosten von den Sozialversicherungsträgern übernommen. In anderen Fällen sind allfällige Kosten für den Test selbst zu tragen. Laut AIDS-Gesetz besteht eine Meldepflicht für jede Erkrankung an AIDS (Nachweis einer HIV-Infektion und zumindest einer AIDS-definierenden Erkrankung). Diese Meldung erfolgt jedoch lediglich mit Bekanntgabe der Anfangsbuchstaben von Vor- und Nachnamen, des Geburtsdatums, des Geschlechts und krankheitsspezifischer Daten.

Weitere Informationen zu meldepflichtigen übertragbaren Erkrankungen finden Sie auf der Website des Gesundheitsministeriums.

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