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HIV1-RNA PCR (HIV1P)

Mit der HIV-PCR wird die Menge von HI-Viren im Blut gemessen. Damit können Erkrankungsverlauf, Therapieerfolg sowie Prognose beurteilt werden.

Warum wird eine HIV-PCR durchgeführt?

Bei Verdacht auf eine Infektion mit dem humanen Immundefizienz-Virus (HIV) erfolgt die Abklärung in mehreren Stufen:

  • Screening nach Antikörpern gegen HIV (hochsensitive ELISA-Tests)
  • Bestätigungstest (hochspezifischer Immunoblot)
  • Nachweis der Virusmenge im Blut (Viruslastbestimmung beziehungsweise quantitative PCR)

Mit der HIV-PCR wird die Menge von HI-Viren im Blut gemessen. Damit können Erkrankungsverlauf, Therapieerfolg sowie Prognose beurteilt werden. Bei der HIV-PCR kommt das Laborverfahren Polymerase-Kettenreaktion (PCR – „Polymerase Chain Reaction“) zum Einsatz. Dabei wird gemessen, wie viel Erbgut von HIV im Blut vorhanden ist.

Dieser PCR-Test ist vor allem auf die weltweit am häufigsten vorkommenden HIV-Typen ausgerichtet und kann daher für Personen mit Infektionen vom Typ HIV-1 der Gruppen M und O verwendet werden.

Wie wird die HIV-PCR interpretiert?

Das Ergebnis der HIV-PCR wird für die Therapie, Verlaufskontrolle sowie Prognosebeurteilung benötigt.

Bei einer HIV-Therapie ist das Absinken der Viruslast unter die Nachweisgrenze als Therapieerfolg zu werten. Bei unzureichendem Behandlungserfolg muss gegebenenfalls die medikamentöse Therapie umgestellt werden.

Im Hinblick auf die Prognosebeurteilung einer HIV-Infektion hat die Höhe der HI-Viruslast sechs Monate nach erfolgter Infektion unterschiedliche Bedeutung:

  • <3.000 Kopien pro Milliliter: durchschnittliche Zeit bis zum Auftreten von AIDS >10 Jahre,
  • >30.000 Kopien pro Milliliter: durchschnittliche Zeit bis zum Auftreten von AIDS 2,8 Jahre.

Langzeitüberlebende Personen mit einer HIV-Infektion haben in der Regel eine Viruslast von unter 1.000 Kopien pro Milliliter. Zusammenfassend bedeutet dies, dass Erkrankungsverlauf sowie Prognose einer HIV-Infektion insbesondere durch eine geringe Viruslast günstig beeinflusst werden.

HIV-Infektion/AIDS

Eine Infektion mit dem „Human Immunodeficiency Virus“ (HIV) ist die Ursache für die Entstehung des sogenannten „Acquired Immune Deficiency Syndrom“ (AIDS). Schätzungen zufolge sind derzeit weltweit mehr als 30 Millionen Menschen mit HIV infiziert. AIDS zählt zu den fünf häufigsten infektionsbedingten Todesursachen (neben infektiösen Durchfallerkrankungen, Lungenentzündungen, Tuberkulose und Malaria). Es gibt zwei Typen von HIV, wobei HIV-1 die weltweit häufigste Verbreitung besitzt. HIV-2 findet sich überwiegend in Westafrika.

HIV kann auf folgenden Wegen übertragen werden:

  • ungeschützte Sexualkontakte,
  • intravenöser Drogenmissbrauch (zum Beispiel Heroin),
  • Übertragung von einer HIV-infizierten Mutter auf das Kind.

Blut kann ebenfalls infektiös sein. Einem erhöhten Risiko einer HIV-Infektion sind Personen ausgesetzt, die in der Zeit von 1978 bis 1985 eine Bluttransfusion oder ein Präparat mit einem Blutgerinnungsfaktor erhalten haben.

Das HI-Virus schädigt das Immunsystem der betroffenen Person, indem die sogenannten T-Helferlymphozyten (CD4-Lymphozyten) zerstört werden. In Abhängigkeit von der Dauer der HIV-Infektion und der Menge von HI-Viren im Blut (sogenannte Viruslast) kann es mit der Zeit zur Entwicklung der AIDS-Erkrankung kommen.

Für die Diagnose, Verlaufs- sowie Prognosebeurteilung der HIV-Erkrankung werden die folgenden Laboruntersuchungen eingesetzt:

  • HIV-Screening (Antikörpernachweis)/Immunoblot (Bestätigungstest),
  • HIV-PCR (Polymerase-Kettenreaktion) zum Nachweis der Virusmenge („Viruslast“) im Blut (d.h., wie viele Viren im Blut vorhanden sind; je mehr desto schlechter),
  • Bestimmung der CD4-Lymphozyten sowie anderer Lymphozytensubtypen im Blut,
  • HIV-Resistenzbestimmung zur Beurteilung der geeigneten Therapie.

Die Therapie der HIV-Infektion erfolgt in Abhängigkeit vom klinischen Stadium (Kategorie):

  • Kategorie A: symptomlose oder akute HIV-Infektion;
  • Kategorie B: symptomatische HIV-Infektion (aber nicht Kategorie A oder C);
  • Kategorie C: AIDS-definierende Erkrankung (z.B. HIV-assoziierte Enzephalopathie, opportunistische Infektionen, bestimmte bösartige Tumore [z.B. Kaposi-Sarkom]).

Die klinischen Kategorien werden in Abhängigkeit von der Menge an CD4-Lymphozyten im Blut noch weiter unterteilt:

  • >500 CD4-Zellen pro Mikroliter: Kategorie A1, B1, C1;
  • 200–499 CD4-Zellen pro Mikroliter: Kategorie A2, B2, C2;
  • <200 CD4-Zellen pro Mikroliter: Kategorie A3, B3, C3

Zu den Behandlungsmöglichkeiten der HIV-Infektion zählen:

  • gesunde Lebensführung (Vermeidung von resistenzmindernden Faktoren),
  • hochaktive antiretrovirale Therapie („HAART“),
  • Prophylaxe und Therapie opportunistischer Infektionen sowie
  • psychosoziale Hilfe.

Weitere Informationen finden Sie unter HIV & AIDS.

Synonyme: HIV-PCR quantitativ, HIV-Viruslast, HIV-„Viral Load“
LOINC: 10351-5

Referenzwert

Einheit Referenzbereich      
  Männer bis 18 Jahre Männer über 18 Jahre Frauen bis 18 Jahre Frauen über 18 Jahre
cp/ml (Kopien pro Milliliter) 0 cp/ml 0 cp/ml 0 cp/ml 0 cp/ml

Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen Näherungsbereich dieser Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labor-Normalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborwert-Ergebnisse beeinflussen. Daher sollten immer nur die am jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Von einzelnen Laborwerten darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich kommen auch bei Gesunden vor. Außerdem können die Ergebnisse auch von der Untersuchungsmethode abhängen (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

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