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Chlamydien © fotovapl

Lymphogranuloma venereum

Diese Geschlechtskrankheit ist eine eher seltene Sonderform einer Chlamydieninfektion. Die häufigste klinische Manifestation ist eine eitrige Entzündung der Lymphknoten (Lymphadenopathie). Sie zeigt sich durch eine vorübergehende primäre Hautläsion sowie eine eitrige Entzündung der Lymphknoten (Lymphadenitis) und Lymphbahnen (Lymphangitis) in der Leisten- und Oberschenkelgegend. Zu den Komplikationen zählen eine Störung des Lymphabflusses (Ödeme bis genitale Elephantiasis), Fistelbildung und Entzündung der Rektumschleimhaut (Proktitis). Die Diagnose wird klinisch sowie durch serologische und Immunfluoreszenztests gestellt. Die Therapie erfolgt mit Antibiotika . . .

Übertragungsweg

Das Bakterium Chlamydia trachomatis ist sehr empfindlich auf Kälte und Trockenheit und kann sich nur innerhalb von Zellen vermehren. Die Übertragung erfolgt meist beim Geschlechtsverkehr, als Eintrittspforte kann aber auch das Auge dienen.

Vorbeugung & Symptome

Da die Ansteckung mit Chlamydien hauptsächlich beim Geschlechtsverkehr erfolgt, bietet das konsequente Benutzen von Kondomen Schutz. Nach einer Inkubationszeit von drei oder mehr Tagen entwickelt sich ein geschwürig zerfallendes Bläschen, das schnell abheilt und deshalb auch unbemerkt bleiben kann. Weiters kann es zu Schmerzen im Rektum, blutigem Stuhl, Verstopfung sowie dem Gefühl unvollständiger Darmentlehrung (Tenesmus) kommen. Zwei bis vier Wochen später bilden sich schmerzhafte Entzündungen und Eiterungen der Leistenlymphknoten.

Die Vermehrung der Bakterien und die Immunantwort des Körpers können zu schweren Gewebeschädigungen führen. Blut und Eiter absondernde Höhlen heilen unter Narbenbildung, können aber auch längere Zeit bestehen bleiben oder immer wieder auftreten. Es kommt zu folgenden Beschwerden: Fieber, Krankheitsgefühl, Kopf-, Muskel-, Gelenk- und Rückenschmerzen, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen.

Diagnose

Ein Verdacht auf Lymphogranuloma venereum (inguinale) besteht bei Patientinnen/Patienten mit Geschwüren (Ulzera) im Genitalbereich, Lymphknotenentzündung im Leistenbereich oder Entzündung der Rektumschleimhaut (Proktitis) – vor allem, wenn sie aus Endemiegebieten (Afrika, Indien, Südostasien, Karibik) stammen oder sexuelle Kontakte zu Personen aus Endemiegebieten haben. Die Diagnose erfolgt durch eine Blutuntersuchung oder mittels Erregernachweis durch eine Kultur aus einem Abstrich.

Therapie & Nachsorge

Die antibiotische Behandlung dauert  üblicherweise drei Wochen. Im Frühstadium kann die Krankheit rasch geheilt werden. Unbehandelt treten häufig Komplikationen –
insbesondere im Spätstadium – wie ein Lymphödem auf. Entzündliche Schwellungen der Lymphknoten und Fistelnkönnen einen chirurgischen Eingriff notwendig machen. Weiters können Arthritis, Lungen- und Leberprobleme auftreten, in seltenen Fällen auch Entzündungen des Herzens oder des Gehirns. Die Nachbeobachtungszeit beträgt zumindest sechs Monate. Die Sexualpartnerin/der Sexualpartner sollten sich ebenfalls untersuchen lassen und gegebenenfalls einer Therapie unterziehen.

Laut Geschlechtskrankheitengesetz besteht in Österreich eine beschränkte Meldepflicht für Geschlechtskrankheiten (Syphilis, Gonorrhoe, Ulcus molle und Lymphogranuloma venereum). Das heißt, Personen, die den Anordnungen der behandelnden Ärztin/des behandelnden Arztes nicht Folge leisten, werden dem Gesundheitsamt gemeldet.

Hinweis Während der Behandlung muss auf sexuelle Aktivitäten verzichtet werden.

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