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Chlamydien © fotovapl

Lymphogranuloma venereum

Diese Geschlechtskrankheit ist eine eher seltene Sonderform einer Chlamydieninfektion (Serovare L1-L3). Die häufigste klinische Manifestation ist eine eitrige Entzündung der Lymphknoten (Lymphadenopathie). Sie zeigt sich durch eine vorübergehende primäre Hautläsion sowie eine eitrige Entzündung der Lymphknoten (Lymphadenitis) und Lymphbahnen (Lymphangitis) in der Leisten- und Oberschenkelgegend. Zu den Komplikationen zählen eine Störung des Lymphabflusses (Ödeme bis genitale Elephantiasis), Fistelbildung und Entzündung der Rektumschleimhaut (Proktitis). Die Diagnose wird klinisch sowie durch serologische und Immunfluoreszenztests gestellt. Die Therapie erfolgt mit Antibiotika . . .

Übertragungsweg

Das Bakterium Chlamydia trachomatis ist sehr empfindlich auf Kälte und Trockenheit und kann sich nur innerhalb von Zellen vermehren. Die Übertragung erfolgt meist beim Geschlechtsverkehr, als Eintrittspforte kann aber auch das Auge dienen.

Vorbeugung & Symptome

Da die Ansteckung mit Chlamydien hauptsächlich beim Geschlechtsverkehr erfolgt, bietet das konsequente Benutzen von Kondomen Schutz. Nach einer Inkubationszeit von fünf bis 21 Tagen entwickelt sich ein geschwürig zerfallendes Bläschen, das schnell abheilt und deshalb auch unbemerkt bleiben kann (Stadium 1). Wenige Wochen später treten deutliche, sehr schmerzhafte Lymphknotenschwellungen meist einseitig im Leisten- und Oberschenkelbereich auf. Der Allgemeinzustand ist beeinträchtigt, häufig tritt Fieber auf (Stadium 2). Die Vermehrung der Bakterien und die Immunantwort des Körpers können zu schweren Gewebeschädigungen führen. Blut und Eiter absondernde Höhlen heilen unter Narbenbildung, können aber auch längere Zeit bestehen bleiben oder immer wieder auftreten. Es kommt zu folgenden Beschwerden: Fieber, Krankheitsgefühl, Kopf-, Muskel-, Gelenk- und Rückenschmerzen, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen.

Fünf bis zehn Jahre nach der Infektion kann zum sogenannten genitoanorektalen Syndrom  mit Schmerzen im Enddarm, blutigem Stuhl, Verstopfung sowie dem Gefühl unvollständiger Darmentleerung (Tenesmus) kommen (Stadium 3). 

Diagnose

Ein Verdacht auf Lymphogranuloma venereum (inguinale) besteht bei Patientinnen/Patienten mit Geschwüren (Ulzera) im Genitalbereich, Lymphknotenentzündung im Leistenbereich oder Entzündung der Rektumschleimhaut (Proktitis) – vor allem, wenn sie aus Endemiegebieten (Afrika, Indien, Südostasien, Karibik) stammen oder sexuelle Kontakte zu Personen aus Endemiegebieten haben. 

Zur Diagnose werden folgende Untersuchungen herangezogen: PCR von Chlamydien-DNA aus entzündlichem Gewebesekret oder aus Lymphknoten-Punktat, molekulargenetische Bestimmung des Serotyps, Chlamydien-Antigennachweis mittels direkter Immunfluoreszenz oder ELISA. Eine Blutuntersuchung mit Antikörper-Nachweis ist nur bei hochansteigenden Titer bei Lymphogranuloma inguinale erforderlich.

Therapie & Nachsorge

Die antibiotische Behandlung dauert  üblicherweise drei Wochen (Doxycyclin). Im Frühstadium kann die Krankheit rasch geheilt werden. Unbehandelt treten häufig Komplikationen –
insbesondere im Spätstadium – wie ein Lymphödem auf. Entzündliche Schwellungen der Lymphknoten und Fistelnkönnen einen chirurgischen Eingriff notwendig machen. 

Weiters können Gelenksentzündungen, Lungen- und Leberprobleme auftreten, in seltenen Fällen auch Entzündungen des Herzens oder des Gehirns. Die Nachbeobachtungszeit beträgt zumindest sechs Monate. Die Sexualpartnerin/der Sexualpartner sollten sich aufgrund des hohen Infektionsrisikos ebenfalls untersuchen lassen und gegebenenfalls einer Therapie unterziehen. Ohne rechtzeitige Therapie besteht bei Frauen ein hohes Risiko, unfruchtbar zu werden.

Laut Geschlechtskrankheitengesetz besteht in Österreich eine beschränkte Meldepflicht für Geschlechtskrankheiten (Syphilis, Gonorrhoe, Ulcus molle und Lymphogranuloma venereum). Das heißt, Personen, die den Anordnungen der behandelnden Ärztin/des behandelnden Arztes nicht Folge leisten, werden dem Gesundheitsamt gemeldet.

Hinweis Während der Behandlung muss auf sexuelle Aktivitäten verzichtet werden.

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