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Kondom © Elena Verba
Kondom © Elena Verba

Granuloma venereum

Das Granuloma venereum ist eine Geschlechtskrankheit, die durch das Bakterium Klebsiella granulomatis ausgelöst wird. Es tritt vor allem in subtropischen und tropischen Ländern auf, in den westlichen Ländern ist es sehr selten. Die Erkrankung wird auch als Granuloma inguinale oder als Donovaniose bezeichnet.

Beim Granuloma venereum kommt es zur Bildung knötchenartiger Gewebetumore (Granulome) und ausgedehnter Geschwüre an den Geschlechtsorganen und im Analbereich. Unbehandelt nimmt die Infektion einen chronischen Verlauf und schreitet langsam fort. Die Therapie erfolgt mittels Antibiotika.

Wie wird das Granuloma venereum übertragen?

Die Übertragung der Bakterien erfolgt durch engen Hautkontakt, vor allem beim Geschlechtsverkehr. Die Bakterien dringen über kleinste Hautverletzungen in das Gewebe ein und führen zu Entzündungsreaktionen sowie zu den für die Infektion typischen gutartigen, knotigen Gewebetumoren. Diese werden als Granulome bezeichnet. 

Die Erkrankung kommt vor allem in tropischen und subtropischen Gebieten vor (z.B. Indien, Papua-Neuguinea, Südafrika, Mittel- und Südamerika, Karibik). Der Großteil der Betroffenen ist zwischen 20 und 40 Jahre alt. Männer sind doppelt so häufig betroffen wie Frauen. 

Welche Symptome können auftreten?

Nach einer Inkubationszeit von acht bis 80 Tagen kommt es zunächst zur Ausbildung kleiner, schmerzloser, harter, juckender Knötchen (Granulome) an den Geschlechtsorganen. Aus diesen entstehen langsam wachsende, flächenhafte chronische Geschwüre. Die Geschwüre breiten sich über die angrenzende Haut aus (z.B. auf die Oberschenkel, in die Leiste), können bis in die Tiefe des Gewebes reichen und zu ausgedehnten Gewebsdefekten führen. Häufig kommt es zu einer Besiedelung mit Bakterien (Superinfektion) und in der Folge zur Bildung schmerzhafter Abszesse.

Unter Umständen sind auch die Lymphknoten betroffen. Durch Narbenbildung kann es in weiterer Folge zu Verengungen und z.B. Lymphstau kommen. Bleibt die Erkrankung unbehandelt, können sich die Erreger in seltenen Fällen auch über die Blutbahn ausbreiten, andere Organe (z.B. Knochen, Leber) infizieren und dort zu Gewebszerstörung führen. 

Wie wird die Diagnose gestellt?

Die Ärztin oder der Arzt kann die Diagnose für gewöhnlich anhand der typischen Beschwerden stellen - insbesondere wenn die oder der Betroffene aus Endemiegebieten stammt oder sexuelle Kontakte zu Personen aus Endemiegebieten hat.

Zur Absicherung werden Abstriche bzw. Gewebeproben entnommen. Mithilfe einer speziellen Färbung (Giemsa-Färbung) lassen sich die Erreger anhand spezieller Merkmale (sogenannter Donovan-Körperchen) unter dem Mikroskop nachweisen. Unter Umständen sind zusätzliche labordiagnostische Verfahren nötig (z.B. PCR).

Wie erfolgt die Behandlung des Granuloma venereum?

Die Behandlung erfolgt mit Antibiotika (Doxycyclin, Cotrimoxacol, Trimethoprim-Sulfamethoxazol, Ciprofloxacin oder Azithromycin) über drei Wochen bzw. bis alle Hauterscheinungen abgeheilt sind. Die Mitbehandlung der Sexualpartnerin oder des Sexualpartners ist sinnvoll.

Hinweis Während der Behandlung muss auf sexuelle Aktivitäten verzichtet werden.

Wie Sie vorbeugen können 

Das Verwenden von Kondomen ist die effektivste Maßnahme, um das Infektionsrisiko beim Geschlechtsverkehr zu senken („Safer Sex“). Dies ist vor allem bei wechselnden Geschlechtspartner:innen sehr wichtig.  

Wohin kann ich mich wenden?

Für die Abklärung und Behandlung einer Geschlechtskrankheit können Sie sich an folgende Stellen wenden:

  • Fachärztin oder Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten
  • Fachärztin oder Facharzt für Gynäkologie
  • Fachärztin oder Facharzt für Urologie

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die e-card ist Ihr persönlicher Schlüssel zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden von Ihrem zuständigen Sozialversicherungsträger übernommen. Bei bestimmten Leistungen kann ein Selbstbehalt oder Kostenbeitrag anfallen. Detaillierte Informationen erhalten Sie bei Ihrem Sozialversicherungsträger. Weitere Informationen finden Sie außerdem unter:

sowie über den Online-Ratgeber Kostenerstattung der Sozialversicherung.

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