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Symbolfoto für Herzmuskelentzündung © Henrie

Entzündungen des Herzmuskels (Myokarditis)

Eine Entzündung des Herzmuskels (Myokarditis) ist eine vorwiegend schleichend verlaufende entzündliche Erkrankung des Herzmuskels. Oft verursacht sie kaum oder nur sehr allgemeine Beschwerden und bleibt daher unbemerkt. In schweren Fällen können jedoch ernsthafte Krankheitszeichen und lebensbedrohliche Zustände entstehen. Über die Häufigkeit von Herzmuskelentzündungen liegen keine aussagekräftigen Zahlen vor . . .

Ursachen

Nach der zugrunde liegenden Ursache wird zwischen einer infektiösen und nicht-infektiösen Myokarditis unterschieden. Eine Myokarditis kann jedoch auch ohne erkennbare Ursache auftreten.

Mögliche Ursachen für eine infektiöse Herzmuskelentzündung sind v.a.:

  • Viren: z.B. Herpes, Parvo, Coxsackie, Influenza, ECHO, Adeno, Polio, Hepatitis, HIV;
  • Bakterien: z.B. Pneumokokken, Meningokokken, Strepto- und Staphylokokken, Borrelien (bei zehn Prozent der Betroffenen mit Lyme-Borreliose);
  • Pilze: v.a. Candida (bei geschwächtem Immunsystem wie z.B. bei AIDS oder nach Chemotherapie);
  • Einzeller: Trypanosomen, Toxoplasmen;
  • Parasiten: Trichinen, Echinokokken.

Mögliche Ursachen für eine nicht-infektiöse Herzmuskelentzündung sind z.B.:

  • Giftstoffe (Toxine) im Rahmen einer Infektion: z.B. bei Diphtherie oder Scharlach;
  • Allergien: v.a. im Zusammenhang mit fieberhaften Infektionen oder Überempfindlichkeitsreaktionen (z.B. gegen bestimmte Medikamente);
  • Erkrankungen, wie z.B.: rheumatoide Arthritis oder rheumatisches Fieber, Bindegewebs- oder Blutgefäßerkrankungen;
  • Herzinfarkt oder Herzoperationen;
  • Strahlentherapie.

Symptome

Die meisten Herzmuskelentzündungen verlaufen ohne erkennbare bzw. ohne typische Beschwerden. Manchmal treten Müdigkeit, Schwäche, grippeähnliche Beschwerden (Fieber, Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit) oder Herzrasen auf. In schwereren Fällen kann es u.a. zu Schmerzen im Brustkorb, Herzrhythmusstörungen, zunehmender Herzinsuffizienz mit Atemnot und Ödemen oder akutem Herzversagen kommen.

Diagnose

Zunächst wird die Ärztin/der Arzt im Gespräch mit der Patientin/dem Patienten abklären, ob in letzter Zeit Infekte (z.B. Magen-Darm-Infektionen, Grippe, Hepatitis) aufgetreten sind oder bestimmte Erkrankungen (v.a. Bindegewebe- und Blutgefäßerkrankungen oder Rheuma) vorliegen. Nach einer körperlichen Untersuchung kommen v.a. Labortests, EKG, RöntgenEchokardiographie und Herz-MRT zum Einsatz.

Häufig ist zur Diagnosesicherung eine Gewebeprobe aus dem Herzmuskel (Myokardbiopsie) erforderlich. Dazu wird über eine große Vene (z.B. in der Leistenbeuge) ein Katheter eingeführt und über das Venensystem bis in das Herz vorgeschoben. Hier wird mit einer kleinen Zange eine geringe Menge Gewebe entnommen. In der Regel ist eine örtliche Betäubung an der Eintrittstelle des Katheters ausreichend.

Therapie & Prognose

Bei bekannter Ursache sollte soweit möglich die Grunderkrankung behandelt werden (z.B. Einnahme von Antibiotika bei einer bakteriellen Infektion). Bei milden Verläufen sind darüber hinaus Bettruhe und körperliche Schonung meist ausreichend. Hingegen erfordert eine akute und schwer verlaufende Myokarditis eine sofortige Behandlung im Krankenhaus.

Nach dem Spitalsaufenthalt ist über mehrere Wochen bis Monate körperliche Schonung wichtig. Solange Bettruhe eingehalten werden muss, sind gerinnungshemmende Medikamente notwendig, um der Entstehung von Blutgerinnseln in den Beinvenen vorzubeugen.

Nach Abklingen der akuten Beschwerden empfiehlt sich zunächst weiterhin körperliche Schonung über eine mit der Ärztin/dem Arzt vereinbarte Zeitspanne. Später erfolgt ein stufenweiser Leistungsaufbau, damit sich das Herz langsam wieder an normale Belastungen gewöhnen kann.

In den meisten Fällen heilt eine Herzmuskelentzündung folgenlos ab. In seltenen Fällen kann sich eine dilatative Kardiomyopathie mit einer bleibenden Herzschwäche entwickeln.

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