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Pflegerin mit Seniorin und Rollator © drubig-photo

Dekubitus: Vorbeugung

Bei gefährdeten Personen kann das Risiko für ein Druckgeschwür durch verschiedenste vorbeugende Maßnahmen wie z.B. richtige Lagerungstechnik und regelmäßige Hautkontrollen gesenkt werden. Tipps dazu können von Gesundheits- und Krankenpflegepersonal oder in Fachgeschäften eingeholt werden. Erfahren Sie, mit welchen Maßnahmen sich das Risiko für Dekubitus verringern lässt . . .

Unterstützung von Selbstständigkeit und Beweglichkeit

  • Betroffene nicht zu sehr schonen. Besser ist es, ihnen gewohnte Tätigkeiten zu überlassen, selbst wenn diese Mühe und Zeit kosten.
  • Ein abwechslungsreicher Tagesablauf fördert die geistige und körperliche Beweglichkeit.
  • Auch bei Bewegungseinschränkungen den gewohnten Bewegungsablauf nach Möglichkeit beibehalten.
  • Alle Körperteile und Gelenke regelmäßig aktiv oder passiv (durch eine Betreuungsperson) bewegen, v.a. um Gelenksversteifungen zu verhindern.
  • Die Gelenke bei langem Liegen in möglichst natürlicher Position halten. Beispielsweise kann es durch das Gewicht der Füße oder der Bettdecke zu einer Gelenksversteifung der Sprunggelenke („Spitzfuß“) kommen. Ein normales Abrollen der Füße beim Gehen wird dadurch unmöglich. Vorbeugen kann ein weicher Polster zwischen Bettende und Füßen, der die Füße in einer geraden Streckstellung hält.

Senkung des Sturzrisikos

  • Sorgen Sie bei Sehstörungen für eine optimale Brillenversorgung.
  • Verwenden Sie bei Bedarf eine Gehhilfe.
  • Tragen Sie flache Schuhe mit rutschfesten Sohlen.
  • Vermindern Sie das Risiko für Schwindel und Gangunsicherheiten: Vermeiden Sie Medikamente, welche die Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen, wie z.B. Beruhigungs- oder Schlafmittel (in Absprache mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt).
  • Lassen Sie Erkrankungen wie Kreislaufstörungen, Diabetes etc. optimal einstellen, nehmen Sie die verordneten Medikamente genau nach ärztlicher Anweisung ein.
  • Legen Sie einen kleinen Lebensmittelvorrat an, damit Sie bei Nässe, Schnee oder Glatteis das Haus nicht verlassen müssen.
  • Beseitigen Sie Stolperfallen und sorgen Sie für mehr Sicherheit im Haushalt, z.B. durch Haltegriffe und rutschfeste Matten im Badezimmer, Geländer sowie rutschfeste und ebene Stufen an Treppen, ausreichende Beleuchtung, Beseitigung rutschender Teppiche.

Körper- und Hautpflege

Eine auf die Bedürfnisse der Betroffenen abgestimmte Körper- und Hautpflege sollte Haut und Gewebe schonen und unnötige Belastungen bzw. Reize vermeiden

Empfohlen werden u.a. folgende „haut- und gewebefreundliche“ Maßnahmen:

  • Körperpflege mit milden Produkten oder nur mit reinem Wasser, um den natürlichen Schutzmantel der Haut zu schonen;
  • sanftes Trockentupfen gefährdeter Hautstellen;
  • Hautpflegemittel, um trockener Haut Feuchtigkeit zuzuführen;
  • regelmäßiger Wäschewechsel und geeignete Inkontinenzversorgung bei vermehrtem Schwitzen bzw. Harn- und Stuhlverlust;
  • nährstoffreiche Hautschutzprodukte gegen übermäßige Feuchtigkeit;
  • spezielle, den individuellen Bedürfnisse der/des Betroffenen angepasste Matratzen oder Sitzkissen zur Druckverminderung;
  • regelmäßige Hand- und Fußpflege verhindert, dass zu lange Nägel oder Hornhaut schädigenden Druck auf die Umgebung ausüben.

Zu vermeiden sind u.a. folgende schädliche Maßnahmen:

  • Starkes Reiben oder „Trockenrubbeln“ dekubitusgefährdeter Haut;
  • „durchblutungsfördernde“ Massagen;
  • Desinfektionsmittel oder alkoholische Einreibungen (z.B. Franzbranntwein);
  • Lagerungen auf Körperstellen, die noch von einer vorübergehenden Druckeinwirkung gerötet sind;
  • Falten in Leintüchern sowie in Inkontinenzprodukten (mehrmals glattstreichen);
  • Essensbrösel etc. auf Liege- und Sitzflächen;
  • Felle, Wasserkissen, Watteverbände etc.: meist bewirken diese Produkte keine Druckentlastung, sondern erhöhen im Gegenteil punktuell den Auflagedruck.

Günstige Sitz- und Liegepositionen

  • Seitenlagen: Die betroffene Person wird etwa 30 bis 60 Grad auf eine Seite gedreht. Nun wird ein größerer Polster im Rücken- und Gesäßbereich eingebettet und die Beine werden in leichte Schrittstellung gebracht. Das obere Bein wird im Knie- und Knöchelbereich ebenfalls auf einen Polster gelegt, der Fuß sollte nicht hinunter hängen. Anstelle der Pölster kann auch eine zusammengerollte Decke vom Kopf abwärts hinter dem Rücken und dem Gesäß zwischen die Beine gelegt werden.
  • Sitzposition im Pflegebett: Die/der Betroffene wird sehr weit Richtung Kopfende gelegt. Ein kleiner Polster oder ein zusammengerolltes Handtuch wird quer unter der Gesäßfalte platziert, um ein Hinunterrutschen beim Aufsetzen möglichst zu vermeiden. Nun werden die Rückenlehne und das Fußende „aufgestellt“. Wird das ganze Bett schief gestellt und in eine „schiefe Ebene“ (Kopfende oben, Fußende unten) gebracht, kann eine bequeme Sitzposition erreicht werden. Die Fersen sollten mit einem Polster unter den Waden etwas über der Matratze gebettet werden.
  • Positionsänderungen: Durch regelmäßige Änderung der Liege- oder Sitzposition kann der Druck auf besonders gefährdete Hautstellen (z.B. Gesäß, Fersen) vermindert werden. Oft reichen schon kleine Lageveränderungen, wie ein Kopfdrehen oder das Unterlegen von kleinen Kissen.

Sowohl Über- als auch Untergewicht gehen mit erhöhtem Dekubitusrisiko einher. Nähere Informationen über Ernährungsempfehlungen bei Über- bzw. Untergewicht finden Sie unter Ernährung bei Übergewicht und Gefahr: Mangel- und Unterernährung.

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