Gesundheitsportal
Inhaltsbereich
Querschnitt durch Blutgefäß © hywards

Schlaganfall: Was ist das?

Ein Schlaganfall ist die Folge einer plötzlichen Durchblutungsstörung des Gehirns. Dadurch erhalten die Nervenzellen im Gehirn zu wenig Sauerstoff und Nährstoffe und gehen zugrunde. Die Bezeichnung “Schlaganfall” bedeutet, dass das Geschehen schlagartig, also ganz plötzlich, passiert. Die zugrunde liegenden Mechanismen sind jedoch vielfältig. Die Medizin unterscheidet im Wesentlichen zwischen „echtem“ Schlaganfall (ischämischer Schlaganfall und Hirnblutung), der sogenannten transitorischen ischämischen Attacke (TIA), dem stummen Schlaganfall (“silent stroke”) und der Hirnblutung . . .

Ischämischer Schlaganfall – der „echte“ Schlaganfall

Beim ischämischen Schlaganfall kommt es zu einer Durchblutungsstörung im Gehirn. Die Ursache dafür ist ein Blutgerinnsel, das eine hirnversorgende Arterie verstopft. Das Gerinnsel kann sich entweder außerhalb des Gehirns bilden (z.B. in der Halsschlagader oder im Herz) und mit dem Blutstrom zum Gehirn geschwemmt werden, wo es ein Blutgefäß verschließt. Es kann aber auch direkt im Gehirn entstehen und so ein Gefäß verstopfen. Durch den Verschluss werden die Nervenzellen nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt und sterben ab. Je nachdem, welches Hirnareal betroffen ist, treten bestimmte neurologische Symptome auf – wie  z.B. halbseitige Lähmungserscheinungen, Sprach- oder Sehstörungen.

Transitorische ischämische Attacke (TIA) – das „Schlagerl“

Von einer „transitorischen ischämischen Attacke“ (TIA) sprechen Ärztinnen und Ärzte, wenn die neurologischen Symptome (z.B. Gefühlsstörungen in Arm und/oder Bein, Sehstörungen etc.) nur vorübergehend sind. Ausgelöst wird die TIA durch ein kleines Blutgerinnsel, das ein Blutgefäß blockiert. Eine TIA endet, wenn das Gerinnsel plötzlich zerbröckelt und sich im Blut auflöst. Diese Attacken dauern meistens nur wenige Minuten, höchstens aber 24 Stunden. Bei den Betroffenen kommt es zu keinen bleibenden Schäden.

Auch wenn die TIA als eine abgeschwächte Form des Schlaganfalls bezeichnet wird, ist sie ein alarmierendes Warnzeichen für einen „echten“ Schlaganfall (ischämischer Infarkt). Laut Expertinnen und Experten der Österreichischen Schlaganfallgesellschaft ist nach einer TIA das Risiko für einen „echten“ Schlaganfall sehr hoch: Jede zehnte Person wird nach einer TIA innerhalb der nächsten drei Monate einen Schlaganfall mit bleibender Behinderung erleiden.

Da jedoch zu Beginn einer neurologischen Störung nicht abzuschätzen ist, ob es bei einer TIA bleibt oder sich ein „echter“ Schlaganfall entwickelt, muss auch die TIA wie ein medizinischer Notfall behandelt werden. Auch wenn sich die Symptome bereits zurückgebildet haben, muss die Ursache fachärztlich abgeklärt werden. Wird eine TIA rechtzeitig als solche erkannt, kann ein ischämischer Infarkt verhindert und bleibenden Schäden vorgebeugt werden. Informationen darüber, wie sich ein Schlaganfall bzw. eine TIA ankündigt, finden Sie unter Einen Schlaganfall erkennen.

Stummer Schlaganfall

Sechs von sieben auf eine Minderdurchblutung basierende Ereignisse des Gehirns führen nicht zu akuten Lähmungen oder anderen Ausfällen. Sie werden als “stumme” Hirninfarkte bezeichnet, weil sie ohne die typischen Symptome eines Schlaganfalles ablaufen. Solche Infarkte sind meistens klein, zerstören also wenig Hirnsubstanz. Sie liegen in Gebieten, die nicht primär für bestimmte Steuerungs- oder Wahrnehmungsfunktionen zuständig sind. Oder sie betreffen Hirnregionen, deren Störung vor allem unspezifische Symptome wie kurzen Schwindel oder flüchtige Benommenheit auslösen und nicht als ernste Bedrohung wahrgenommen werden.

Stumme Infarkte zeigen sich, wenn man bei der Untersuchung des Gehirns mittels bildgebender Diagnoseverfahren wie Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) Zeichen eines abgelaufenen Infarktes oder einer Blutung findet, ohne dass typische Symptome erinnert werden.

Stumme Schlaganfälle sind jedoch keineswegs zu verharmlosen. Denn zum einen begünstigen sie die Entwicklung von Demenz und Behinderung im Alter und können z.B. das psychische Befinden, die Steuerung des Gehens oder die Kontrolle der Harnblase beeinträchtigen. Sie können jedoch auch mögliche Vorboten eines “echten” Schlaganfalls sein. Dies ist sogar schon bei jüngeren Menschen nachweisbar. So hat eine Studie an über 5.000 Patientinnen und Patienten mit akutem Schlaganfall und TIA im Alter zwischen 18 und 55 Jahren gezeigt, dass jeder fünfte offensichtlich bereits zuvor einen stummen Hirninfarkt erlitten hat, ohne dass ihm dies bewusst war.

Frühzeitiges Erkennen derartiger Ereignisse könnte die raschere und umfassendere Einleitung von vorbeugenden Maßnahmen ermöglichen. Neurologinnen und Neurologen empfehlen daher, auch unklare Symptome ernst zu nehmen und vor allem Personen mit erhöhtem Schlaganfallrisiko frühzeitig zu behandeln sowie zur Vermeidung von Auslösefaktoren für Schlaganfälle zu motivieren.

Hämorrhagischer Schlaganfall – die Hirnblutung

Die vierte Form des Schlaganfalls ist die Hirnblutung („hämorrhagischer Schlaganfall“). Dabei tritt Blut unter hohem Druck aus einem geplatzten, meist durch Arterienverkalkung vorgeschädigten Gefäß in das Hirngewebe ein. Diese Form des Schlaganfalls kommt meistens bei Personen mit lange vorbestehendem Bluthochdruck vor. Die Symptome sind ähnlich denen des ischämischen Schlaganfalls. Eine eindeutige Unterscheidung ist nur mittels spezieller bildgebender Untersuchungen (CT, MRT) möglich.

Drucken RSS-Feed Teilen Feedback
Zum Seitenanfang springen Transparente Grafik zwecks Webanalyse