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Frau schläft vor Laptop © StockPhotoPro

Narkolepsie

Bei einer Narkolepsie kommt es zur Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus. Gekennzeichnet ist sie unter anderem durch Tagesschläfrigkeit trotz adäquater Schlafdauer in der Nacht und „Schlafattacken“. Der plötzlichen Schläfrigkeit kann meist nicht widerstanden werden. Zudem zählen bei der klassischen Typ-I-Narkolepsie die Kataplexien (Lachschlag) zu den Anzeichen. Dabei kommt es zu plötzlichem Verlust der Muskelspannung. Die Narkolepsie verläuft chronisch . . .

Symptome

Die Symptome einer Narkolepsie sind vielfältig. Bestimmte Symptome sind kennzeichnend für diese Störung. Sie können unterschiedlich ausgeprägt vorhanden sein. Unter anderem zeigen sich:

  • Tagesschläfrigkeit und Tagesschlafepisoden. Die Schläfrigkeit tritt untertags trotz ausreichendem Nachtschlaf und in verschiedensten Situationen, unterschiedlich häufig und unterschiedlich stark ausgeprägt auf. Betroffene merken zwar die nahende Schlafattacke, können sie jedoch nicht abwenden und schlafen ein.
  • Kataplexien. Diese Verluste der Muskelspannung treten plötzlich und beidseitig auf. Sie betreffen z.B. die Beine bzw. die Kniemuskulatur und können zu Stürzen führen. Manchmal ist auch nur die Kopfhaltemuskulatur betroffen. Ausgelöst werden sie durch starke Gemütserregung, z.B. Freude oder Ärger. Kataplexien können unterschiedlich lange andauern. Betroffene sind währenddessen bei Bewusstsein. Eine Narkolepsie kann auch ohne Kataplexien verlaufen (Typ-II-Narkolepsie).
  • Schlaflähmungen. Beim Aufwachen kann es zur vorübergehenden Lähmung der Muskulatur kommen (ausgenommen der Augenmuskulatur).
  • Hypnagoge Halluzinationen. Dabei kommt es während des Einschlafens zu intensiven – teils negativ gefärbten – Halluzinationen.
  • Automatisches Verhalten. Tätigkeiten werden teils während des Einnickens automatisiert weitergeführt, z.B. Schreiben, Stricken.
  • Gestörter Schlaf in der Nacht. Es kommt zu Unterbrechungen des Schlafes in der Nacht und zu Wachliegezeiten. 

Außerdem können bei einer Narkolepsie weitere Schlafstörungen auftreten, z.B. periodische Beinbewegungen oder ein störendes Ereignis im Schlaf (Parasomnien). Bedingt durch die Narkolepsie kommt es zu Konzentrationsstörungen, Depressionen und vermehrter Reizbarkeit sowie körperlichen Symptomen wie z.B. Kopfschmerzen. Alltag, Beruf und Lebensqualität sind oft deutlich eingeschränkt und unter anderem gekennzeichnet von Fehldeutungen der Symptome durch das Umfeld.

Es kommt unter anderem zu einem Selbstangriff des Körpers auf das zentrale Nervensystem (Autoimmunprozesse, wie bei klassischer Autoimmunerkrankung). Auf Basis einer erblichen Veranlagung (HLA DQB602 – genetisches Merkmal auf weiße Blutzellen) kommt es nach einer Infektion (Grippe oder Angina) zu einer Selbstzerstörung sogenannter „Hypokretinzellen“ der Schlaf-Wach-Regulation im Hypothalamus (Region im Zwischenhirn). Durch diesen Zellverlust wird die Schlaf-Wach-Regulation destabilisiert und es kommt zu obigen Symptomen. In seltenen Fällen tritt eine sogenannte sekundäre Narkolepsie durch Schädigungen von Bereichen des Gehirns auf (z.B. durch Durchblutungsstörungen, Tumor).

Diagnose

Durchgeführt werden unter anderem:

  • ausführliche Anamnese (inkl. Symptome, Schlaftagebuch),
  • körperliche und neurologische Untersuchungen,
  • schlafmedizinische Untersuchungen (Polysomnographie, multipler Schlaflatenztest),
  • Laboruntersuchungen (Messung der Hypokretinkonzentration in der Rückemarksflüssigkeit),
  • bildgebende Untersuchungen des Kopfes/Gehirns (etwa bei Verdacht auf eine andere Grunderkrankung, z.B. MRT, CT).

Therapie

Die Therapie wird an die individuelle Situation der Betroffenen angepasst und erfolgt unter anderem durch:

  • Information/Aufklärung über Narkolepsie,
  • Tagesstrukturierung, individuell angepasste Schlafphasen am Tag,
  • Verhaltensmaßnahmen (z.B. Meiden von Alkohol, Maßnahmen zur Verbesserung des Schlafes bzw. der Schlafqualität),
  • Medikamente, die Wachbotenstoffe fördern und Kataplexien vermindern,
  • psychosoziale Unterstützung, Unterstützung beim Alltag mit Narkolepsie,
  • ev. Behandlung weiterer Schlafstörungen und Erkrankungen.

Wohin kann ich mich wenden?

Ansprechpersonen sind unter anderem:

  • Hausärztin/Hausarzt
  • auf Schlafmedizin spezialisierte Ärztinnen/Ärzte

Meist sind Ärztinnen/Ärzte verschiedener Fachrichtungen und/oder weitere Expertinnen/Experten involviert, z.B. Neurologin/Neurologe, Psychotherapeutinnen/Psychotherapeuten. Diagnose und Therapie finden auch in spezialisierten Zentren statt, z.B. im Schlaflabor einer Abteilung eines Krankenhauses. Schlaflabore finden Sie auf der Website der ÖGSM (Österreichische Gesellschaft für Schlafmedizin und Schlafforschung).

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