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Frau mit Kopfschmerzen © 9song

Multiple Sklerose: Was ist das?

Multiple Sklerose bedeutet zu Deutsch „viele Narben“. Diese Gewebeschäden entstehen durch Entzündungen im zentralen Nervensystem (Gehirn und Rückenmark). Das ZNS steuert das Denken und die verschiedenen Körperfunktionen durch die Übermittlung von Signalen über Nervenfasern (Axone). Diese sind wie elektrische Kabel mit einer Art Schutz- bzw. Isolierschicht umgeben, den sogenannten Mark- oder Myelinscheiden . . .

Wird das Myelin geschädigt (auch Entmarkung genannt), entstehen „Übertragungsfehler“ und daraus resultierende Symptome. Sie können sich je nach betroffener ZNS-Region auf unterschiedlichste Weise äußern, beispielsweise als Kribbeln, Gefühlsverlust, Störungen des Sehvermögens, der Bewegungsfähigkeit, der Blasen- und Darmentleerung oder rasche Ermüdbarkeit. Darüber hinaus kann es auch zu einer Schädigung der Nervenfasern selbst kommen, die bleibende neurologische Symptome zur Folge hat.

Häufigkeit von MS

In Österreich leben rund 12.500 Menschen mit Multipler Sklerose, somit erkrankt etwa eine von 700 Personen. Jährlich werden rund 400 Neuerkrankungen diagnostiziert. Frauen sind mehr als doppelt so häufig betroffen als Männer. MS tritt meist erstmals zwischen dem 20. und dem 40. Lebensjahr auf. Zu etwa fünf Prozent erkranken Kinder und Jugendliche, selten ältere Menschen.

Ursachen der Entstehung von MS

Die Multiple Sklerose ist eine Autoimmunerkrankung. Dabei werden (körpereigene) Strukturen des zentralen Nervensystems angegriffen und zerstört. Die Ursachen sind bisher nicht völlig geklärt. Vermutet wird ein Zusammenspiel genetischer Grundlagen mit Umweltfaktoren, wobei durchgemachte Infektionen (z.B. mit Epstein-Barr-Virus), ein zu niedriger Vitamin-D-Spiegel und das Ausmaß von Sonnenexposition eine Rolle spielen dürften. MS ist keine Infektionskrankheit im engeren Sinne und nicht ansteckend. Zigarettenkonsum, auch Passivrauchen (Kinder!) erhöht das Risiko, an MS zu erkranken. Der Anteil erblicher Faktoren an der Erkrankung wird mit ca. 30-60% geschätzt.

MS tritt bei Familienmitgliedern etwas häufiger auf, ist aber keine Erbkrankheit im engeren Sinn. Forschungen legen nahe, dass das Risiko für die Entwicklung einer MS-Erkrankung nicht von einem einzelnen „MS-Gen“ gesteuert wird, sondern von einer Kombination aus vielen verschiedenen Genen und Genvarianten.

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