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Ärztinnen mit CT-Bildern © pix4U

Multiple Sklerose: Symptome & Diagnose

Multiple Sklerose (MS) verläuft bei jeder/jedem Betroffenen anders. Sie wird aufgrund des vielfältigen Beschwerdebildes auch „Krankheit mit tausend Gesichtern“ genannt. Um die Diagnose Multiple Sklerose zu sichern, muss die Ärztin/der Arzt Symptome, Verlauf und Untersuchungsergebnisse gemeinsam betrachten. Eine Magnetresonanztomografie (MRT) des Gehirns liefert oft wichtige Informationen . . .

Vielfältige Beschwerden

Zu Beginn macht sich die Erkrankung durch folgende Beschwerden bemerkbar:

  • Gefühlstörungen: z.B. Missempfindungen wie Kribbeln oder Ameisenlaufen, Beeinträchtigungen der Berührungsempfindung etc..
  • Verschlechterung der Sehschärfe (Sehnerventzündung).
  • Ermüdbarkeit, Schwindel, Gleichgewichtsstörungen, Stolpern.
  • verminderte Kraft (Muskelschwäche in mehreren Muskeln eines Armes oder Beines), mit erhöhter Muskelspannung einhergehende Lähmungen (sogenannte spastische Paresen), Steifigkeitsgefühl der Beine, Schweregefühl, Gangunsicherheit etc. Diese Beschwerden werden u.a. durch Schmerzen, Erschöpfung, Aufregung, Angst und Stress verstärkt.
  • Hitzeempfindlichkeit („Uhthoffphänomen“): Fieber oder Hitze können zu einer vorübergehenden Verschlechterung vorbestehender Beschwerden führen, die an die Auswirkungen eines Erkrankungsschubes erinnern („Pseudoschub“). Sobald die Körper- bzw. die Umgebungstemperatur wieder auf Normalwerte sinkt, vergehen diese Symptome.

In Abhängigkeit vom Krankheitsverlauf können später weitere Symptome auftreten:

  • Blasenentleerungsstörungen: häufiger Harndrang, manchmal Inkontinenz, aber auch verzögerte und unvollständige Blasenentleerung.
  • Darmentleerungsstörungen: Verstopfung, seltener auch Stuhlinkontinenz (Darminhalt geht unkontrolliert ab).
  • Muskelverkrampfungen, verminderte Geschicklichkeit
  • Schwindel, Störungen von Koordination, Gleichgewicht und Bewegung („ataktische Bewegungsstörungen“): z.B. Ungeschicklichkeit bei Alltagstätigkeiten.
  • Schmerzen: Gelenke, Muskulatur, Gesichts- und Kopfbereich.
  • Seh-, Sprech-, Schluck-, Geschmacks- und Hörstörungen.
  • psychische Probleme (), kognitive Beeinträchtigungen (Aufmerksamkeit, Merkfähigkeit).
  • Sexualstörungen: verminderte Libido/Orgasmusfähigkeit, Erektions- und Ejakulationsstörungen.
  • rasche körperliche und geistige Ermüdbarkeit („MS Fatigue“).

Diagnose

In einem Anamnese-Gespräch mit der Fachärztin/dem Facharzt für Neurologie werden Art und zeitlicher Verlauf der Beschwerden sowie eventuelle frühere Erkrankungen besprochen. Die Anfangsbeschwerden sind häufig nicht charakteristisch und daher nicht eindeutig einer MS-Erkrankung zuordenbar. Im Grunde genommen ist die Diagnose MS eine Ausschlussdiagnose. Durch eine Reihe neuerer Untersuchungsverfahren gelingt es, MS bereits in einem frühen Stadium zu diagnostizieren. Mittels Magnetresonanztomographie (MRT) des Gehirns und eventuell auch des Rückenmarks werden Entzündungsherde und Narbenareale sichtbar gemacht.

Das sogenannte „Radiologisch isolierte Syndrom“ (RIS) ist ein Zufallsbefund, wenn aus einem anderen Grund eine zerebrale MRT durchgeführt wird (z.B. wegen Kopfschmerzen) und die Bildgebung unerwartet den Befund von entzündlichen Herden erbrachte. In diesen Fällen ist eine neurologische Kontrolle anzuraten, da sich in ca. 40% im Laufe der Jahre das klinische Bild einer MS entwickelt.

Durch eine Untersuchung des Nervenwassers („Liquor“) lässt sich feststellen, ob eine Entzündung im Zentralnervensystem vorliegt. Weiters werden über sogenannte „visuell evozierte Potenziale“ (VEP) die Leitfähigkeit und -geschwindigkeit der Sehnerven und der Sehbahn gemessen. Ergänzend werden auch Blutuntersuchungen im Labor durchgeführt. Damit sollen vor allem andere Erkrankungen, die ähnliche Beschwerden wie MS verursachen, ausgeschlossen werden.

Im Rahmen einer klinischen neurologischen Untersuchung werden die einzelnen neurologischen Funktionssysteme getestet und daraus ein Funktionsgrad (EDSS-Skala von 0 bis 10) ermittelt. Der erhobene Zahlenwert (EDSS-Grad) drückt das Ausmaß der neurologischen Beeinträchtigung/Behinderung aus und hilft bei Kontrolluntersuchungen, Änderungen im Krankheitsverlauf festzustellen.

Wohin kann ich mich wenden?

Je früher MS erkannt wird, desto besser stehen die Chancen, den Krankheitsverlauf günstig zu beeinflussen. Daher sollten Sie beim Auftreten von Symptomen, die auf eine neurologische Funktionsstörung hinweisen (z.B. Muskelschwäche, plötzlichen Sehstörungen, Schwindel, Taubheitsgefühlen) umgehend Ihre Hausärztin/Ihren Hausarzt oder eine Neurologin/einen Neurologen aufsuchen, um die Ursache abzuklären.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Im Allgemeinen werden die Kosten für Maßnahmen zur Diagnose der Multiplen Sklerose von den Sozialversicherungsträgern übernommen.

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