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© Leigh Prather

Multiple Sklerose: Kompaktinfo

Multiple Sklerose (MS) ist die häufigste entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems bei jungen Erwachsenen, die zu Behinderungen führen kann. In Österreich leben rund 12.500 Menschen mit Multipler Sklerose, somit erkrankt etwa eine von 700 Personen. Frauen sind zwei- bis dreimal so häufig betroffen wie Männer. Die nicht ansteckende, chronisch-entzündliche Autoimmunkrankheit kann sehr unterschiedlich verlaufen.

Welche Symptome können auftreten?

Multiple Sklerose bedeutet zu Deutsch „viele Narben“. Diese Gewebeschäden entstehen durch Entzündungen im zentralen Nervensystem (Gehirn und Rückenmark). Das ZNS steuert das Denken und die verschiedenen psychischen und körperlichen Funktionen durch die Übermittlung von Signalen über Nervenfasern (Axone). Diese sind wie elektrische Kabel mit einer Art Schutz- bzw. Isolierschicht umgeben, den sogenannten Mark- oder Myelinscheiden. Wird das Myelin geschädigt, entstehen „Übertragungsfehler“ und daraus resultierende Symptome:

  • Zu Beginn zeigen sich häufig u.a. Gefühlsstörungen, Verschlechterung der Sehschärfe, leichte Ermüdbarkeit, Schwindel, Gleichgewichtsstörungen, Lähmungen (verminderte Muskelkraft), Verschlechterung der Beschwerden bei Hitze (z.B. bei Fieber, im Hochsommer).

  • Später können u.a.
    • Blasen- und Darmentleerungsstörungen,
    • Schmerzen,
    • Störungen beim Sehen, Sprechen, Schlucken und Hören,
    • psychische Probleme und Sexualstörungen sowie
    • ausgeprägte körperliche und geistige Ermüdbarkeit
      hinzukommen.

Nähere Informationen finden Sie unter Multiple Sklerose: Symptome.

Welche Verlaufsformen gibt es? 

Multiple Sklerose wird auch „Krankheit mit tausend Gesichtern“ genannt, weil sie bei jeder/jedem Betroffenen anders und nicht vorhersehbar verläuft. Dies erklärt sich vor allem dadurch, dass bei jeder Patientin/jedem Patienten andere Stellen im ZNS betroffen und die Schädigungen unterschiedlich ausgeprägt sein können. Außerdem schreitet die Erkrankung in unterschiedlicher Form und Geschwindigkeit fort: meist schubförmig, deutlich seltener kontinuierlich zunehmend.

Nähere Informationen finden Sie unter Multiple Sklerose: Verlauf.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Die Diagnose stellt die Fachärztin/der Facharzt für Neurologie. Sie umfasst u.a. Anamnese, körperliche und neurologische Untersuchung, Magnetresonanztomographie sowie Untersuchung des Nervenwassers (Liquor).

Weitere Informationen finden Sie unter Multiple Sklerose: Diagnose.

Wie erfolgt die Behandlung der Multiplen Sklerose?

Multiple Sklerose ist zurzeit nicht heilbar. Der Krankheitsverlauf lässt sich jedoch in vielen Fällen positiv beeinflussen. Ziel der Therapie ist es, die Selbstständigkeit und Lebensqualität der Betroffenen so lange und so gut wie möglich zu erhalten. Die Behandlung sollte individuell auf die Patientin/den Patienten und den Krankheitsverlauf abgestimmt werden. Ein umfassendes Therapiekonzept sieht folgende Maßnahmen vor:

  • Therapie eines akuten Erkrankungsschubes,
  • immunmodulierende Langzeitbasistherapie zur Beeinflussung des Krankheitsverlaufes,
  • Behandlung der einzelnen Symptome, die im Krankheitsverlauf auftreten (medikamentöse symptomatische Therapien, Physio-, Ergotherapie und Logopädie, neuropsychologisches Training),
  • Rehabilitation,
  • sozialmedizinische Maßnahmen,
  • Krankenpflege,
  • eventuell Änderungen des Lebensstils.

Weitere Informationen finden Sie unter Multiple Sklerose: Therapie.

Rehabilitation bei Multipler Sklerose

Medizinische Rehabilitation ist ein wichtiger Pfeiler in der Therapie und Langzeitvorsorge bei Multipler Sklerose. Im Rahmen einer umfassenden MS-Behandlung spielt die Neurorehabilitation eine bedeutende Rolle. Ihr Ziel ist es, mit auf die Betroffenen individuell zugeschnittenen Maßnahmen die Selbstständigkeit zu fördern und die Lebensqualität zu verbessern.

Weitere Informationen finden Sie unter Multiple Sklerose: Rehabilitation.

 
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