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Frau hält ein Auge zu © Picture-Factory
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Fazialisparese (Gesichtslähmung)

Eine Gesichtslähmung (Fazialisparese) ist eine Schwäche oder Lähmung der Gesichtsmuskulatur, die meist eine, seltener auch beide Gesichtshälften betreffen kann. Sie entsteht durch eine Schädigung des Gesichtsnervs oder des Hirnareals, welches die Gesichtsmuskulatur steuert – häufig ohne erkennbare Ursache. Die Beschwerden können mit der Zeit verschwinden, aber auch dauerhaft bestehen bleiben. Die Ursachen einer Gesichtslähmung sind vielfältig und noch nicht vollständig erforscht. Je nachdem, welcher Bereich betroffen ist, wird zwischen einer peripheren und einer zentralen Form unterschieden.

Welche Ursachen hat eine Fazialisparese?

Die Ursachen einer Gesichtslähmung sind vielfältig und noch nicht vollständig erforscht. Unterschieden werden folgende Formen:

Periphere Fazialisparese

Bei einer peripheren  Gesichtslähmung geht die Erkrankung auf die Schädigung des Nervs selbst zurück. Unterschieden wird je nach Ursache zwischen der sogenannten idiopathischen Fazialisparese und der durch definierte Erkrankungen ausgelösten Fazialisparese.

Idiopathische Fazialisparese

In über 60 Prozent der Fälle ist keine direkte Ursache für die Lähmung des Gesichtsnervs (Nervus facialis, VII. Hirnnerv) nachweisbar. Es wird davon ausgegangen, dass verschiedene Faktoren zu einem entzündlichen Ödem des Nerven führen, wodurch der Gewebsdruck im Nerven bei seinem Verlauf durch den knöchernen Nervenkanal erhöht wird. Diese idiopathische Fazialisparese bildet sich häufig wieder komplett zurück. Sie ist die mit Abstand häufigste Hirnnervenläsion. Die Angaben schwanken zwischen jährlich sieben bis 40 Betroffenen pro 100.000 Einwohner, wobei die Häufigkeit mit dem Alter zunimmt. Während der Schwangerschaft ist das Erkrankungsrisiko möglicherweise erhöht.

Grunderkrankungen, die eine periphere symptomatische Fazialisparese auslösen können, sind u.a.:

Zentrale Fazialisparese

Eine zentrale Fazialislähmung ist das Ergebnis einer Funktionsstörung direkt im zuständigen Hirnbereich. Mögliche Ursachen sind u.a.:

Welche Symptome können auftreten?

  • Bei der peripheren Fazialisparese treten u.a. folgende Beschwerden auf: Durch den Ausfall der Gesichtsmuskulatur kommt es zu einem verminderten oder fehlenden Lidschluss des Auges auf der betroffenen Seite. Das Auge kann austrocknen, wodurch die Entstehung von Entzündungen und Geschwüren begünstigt wird. Der Mundwinkel steht tiefer, ist geöffnet und kann nicht nach oben bzw. zur Seite gezogen werden. Es bestehen Schwierigkeiten beim Essen und Trinken sowie beim Sprechen. Auch der Geschmackssinn, die Speichel- und Tränensekretion können beeinträchtigt sein. Die Stirn erscheint glatt und faltenarm. Die meisten peripheren Gesichtslähmungen verschwinden innerhalb von Tagen bis Wochen, in seltenen Fällen kann es bis zu einem halben Jahr oder auch länger andauern. Bei ausgeprägten Schädigungen des Nervs (z.B. durch Unfälle) oder bei schweren Grunderkrankungen (z.B. Tumore, neurologische Erkrankungen) kann es zu einer bleibenden Lähmung kommen.
  • Bei der zentralen Fazialisparese zeigen sich u.a. folgende Symptome: Es kommt zu einer Schwäche der Mund- und Wangenmuskulatur, Mundwinkel und Wange hängen herab. Hingegen bleiben die Stirnmuskeln beweglich und der Lidschluss erhalten.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Zunächst erhebt die Ärztin/der Arzt in einem Gespräch (Anamnese) die Krankengeschichte. Danach werden Gesichtsmuskulatur, Ohr, Auge und Tränenproduktion geprüft sowie neurologische und elektrophysiologische Untersuchungen durchgeführt. Gegebenenfalls folgen weiterführende Untersuchungen, insbesondere:

  • Labortests: Untersuchungen des Hirnliquors und des Blutes.
  • bildgebende Verfahren: Ultraschall, MRT oder CT; 

Wie erfolgt die Behandlung einer Fazialisparese?

Je früher eine Behandlung erfolgt, desto besser stehen die Chancen auf eine Heilung. Insgesamt ist die Prognose der Erkrankung gut.

  • Bei erkennbarer Ursache wird die Fazialisparese – soweit möglich – gezielt behandelt, z.B. durch Antibiotika oder Operation. Bei einer Gürtelrose sollte eine virustatische Therapie erfolgen.
  • Bei idiopathischer, d.h. ohne erkennbare Ursache entstandener Fazialisparese kommen in erster Linie Kortikosteroide zum Einsatz.
  • Bei unvollständigem Lidschluss wird das Auge mit Augentropfen und/oder einem sogenannten Uhrglasverband (nachts) feuchtgehalten und die Hornhaut durch Augensalbe geschützt. Eine weitere Möglichkeit ist die sogenannte Lidbeladung. Dabei werden vorübergehend Bleiplättchen auf das Oberlid geklebt oder Gold- oder Platingewichte dauerhaft in die Oberlidmuskulatur eingesetzt.
  • Wohltuend und schmerzlindernd können warme Gesichtspackungen sowie sanfte Massagen der gelähmten Muskulatur wirken. Darüber hinaus wird eine sorgfältige Mundhygiene empfohlen, um das Verbleiben von Speiseresten in den Wangentaschen zu verhindern. Bei Lichtempfindlichkeit ist das Tragen einer Sonnenbrille günstig.
  • Im weiteren Verlauf werden Physiotherapie und Elektrotherapie, Biofeedback sowie spezielle logopädische Übungen für die Gesichtsmuskulatur empfohlen.
  • Bei anhaltender Fazialisparese können in bestimmten Fällen plastisch-rekonstruktive chirurgische Eingriffe zur Wiederherstellung der Nervenfunktion in Erwägung gezogen werden.
  • Botulinumtoxin-Injektionen können eventuell zu einer Besserung der Bewegungsstörungen im Gesicht führen, die gelegentlich nach peripheren Fazialisparesen auftreten können.

Wohin kann ich mich wenden?

Bei Auftreten von Lähmungen oder Missempfindungen im Gesicht können Sie sich an folgende Stellen wenden:

  • Ärztin/Arzt für Allgemeinmedizin,
  • Fachärztin/Facharzt für Neurologie,
  • Fachärztin/Facharzt für HNO,
  • Fachärztin/Facharzt für Plastische Chirurgie.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die e-card ist Ihr persönlicher Schlüssel zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden von Ihrem zuständigen Sozialversicherungsträger übernommen. Bei bestimmten Leistungen kann ein Selbstbehalt oder Kostenbeitrag anfallen. Detaillierte Informationen erhalten Sie bei Ihrem Sozialversicherungsträger. Weitere Informationen finden Sie außerdem unter:

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