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Mann mit Kopfverletzung © pixelstore

Notfall: Kopfverletzung

Unter Kopfverletzung versteht man eine Vielzahl von Verletzungsmustern. Dabei können verschiedene Gewebe wie Kopfhaut, Knochen, Gehirnmasse oder auch Gefäße alleine bzw. gemeinsam betroffen sein. Eine Gehirnbeteiligung wird in der medizinischen Fachsprache als Schädel-Hirn-Trauma bezeichnet. Schwere Kopfverletzungen erleiden besonders junge und alte Menschen. Besonders gefährdet sind auch Menschen unter Alkohol- oder Drogeneinfluss. Zusätzlich besteht bei Kopfverletzungen immer die Gefahr von weiteren Verletzungen, besonders der Halswirbelsäule . . .

Symptome bei Kopfverletzung

Bei Schädelverletzungen sind äußerlich oft nur wenige Verletzungszeichen sichtbar und trotzdem kann das Gehirn betroffen sein. Besonders bei Bewusstlosigkeit ist die Betroffene/der Betroffene in akuter Gefahr. Die Symptome können gemeinsam oder auch alleine auftreten.

  • Mehrmaliges Erbrechen unmittelbar nach dem Ereignis bzw. Erbrechen nach sechs Stunden,
  • Blutung oder klare Flüssigkeit (Gehirnflüssigkeit) aus Ohren, Nase oder Mund,
  • starke Kopfschmerzen,
  • plötzliche Schläfrigkeit, schwere Erweckbarkeit, verwaschene Sprache, plötzliche Wesensänderung,
  • Übelkeit, Schwindel,
  • eventuelle äußere Verletzungsanzeichen, z.B. Bluterguss (Beule),
  • Krampfanfälle,
  • Bewusstlosigkeit.

Erste-Hilfe-Maßnahmen

Bei Kopfverletzungen kann auch die Halswirbelsäule betroffen sein, daher müssen Sie beim Notfallcheck vorsichtig sein.

  • Überprüfen Sie beim Notfallcheck das Bewusstsein und die Atmung.
  • Ist der betroffene Mensch ansprechbar, dann legen Sie die Person mit leicht erhöhtem Oberkörper hin.
  • Wählen Sie den Notruf 144.
  • Wunden im Bereich des Kopfes mit einer sterilen und keimfreien Wundauflage abdecken.
  • Lassen Sie die verletzte Person nicht alleine, und überwachen Sie die Atmung.
  • Halten Sie die Person warm (zudecken).

Bei Bewusstlosigkeit oder plötzlichem Bewusstseinsverlust:

  • Bewusstsein überprüfen: ansprechen und eventuell zwicken.
  • Laut um Hilfe rufen: Umstehende auf die Notfallsituation aufmerksam machen!
  • Atmung prüfen: hören, sehen, fühlen für maximal zehn Sekunden.
  • Normale Atmung vorhanden: stabile Seitenlage und Notruf 144 oder 112 wählen.
  • Wiederholt die Atmung prüfen!
  • Ist keine normale Atmung vorhanden, Notruf 144 wählen, dann 30x Herzdruckmassage, danach 2x beatmen, 30x Herzdruckmassage usw., bis professionelle Hilfe eintrifft

Wissenswertes zur Kopfverletzung

Der Schädelknochen besteht aus vielen Teilen. Diese fügen sich zu einem Gesichts- und Hirnschädel zusammen. An der Schädelbasis gibt es viele kleine Durchtrittsstellen für Gefäße und Nerven. Die größte Öffnung an der Basis ist die Durchtrittsstelle für das Rückenmark. Der knöcherne Schädel ist mit einer dicken Bindegewebsschicht überzogen, der sogenannten Kopfschwarte. Aufgrund der guten Durchblutung kann es bei Verletzungen leicht zu Blutungen kommen.

Das Gehirn ist gut geschützt durch Gehirnhäute und die Gehirnflüssigkeit. Die Haut direkt unter dem Knochen ist die sogenannte harte Hirnhaut, die Dura mater. Darunter befindet sich die Spinnwebshaut. Diese überspannt, wie auch die harte Gehirnhaut, die Furchen des Gehirns. Die stark weißliche Zeichnung mit den feinen Kollagenfasern gibt ihr ein spinnwebartiges Aussehen, daher auch der Name Spinnwebshaut. Die zarte Gehirnhaut (Pia mater) ist die innerste Schicht. Sie liegt dem Gehirn und Rückenmark direkt auf und bedeckt diese komplett und reicht dabei auch in alle Furchen hinein. Sie besteht aus weichem, zartem Bindegewebe. Bei Stürzen auf den Kopf kann es zu Blutungen zwischen diesen Gehirnhäuten kommen. Die Folge ist eine Druckerhöhung im Schädel, die lebensgefährlich sein kann. Daher sollte im Zweifel immer eine Ärztin/ein Arzt konsultiert werden.

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