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Frau in stabiler Seitenlage © Robert Kneschke

Notfall: Epileptischer Anfall

Der Begriff Epilepsie kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet so viel wie „Anfall“. Aufgrund des damaligen Mythos wurde sie auch als heilige, von den Göttern gesandte Krankheit bezeichnet. Die wirkliche Ursache sind Fehler in der Kommunikation der Gehirnzellen. Beim gesunden Menschen ist die „Kommunikation“ der vielen Nervenzellen unseres Gehirns durch elektrische und chemische Signale genau aufeinander abgestimmt. Bei einem Anfall entladen sich viele Nervenzellen gleichzeitig und ohne exakte Abfolge. Diese Entladungen breiten sich aus und reizen einzelne Regionen oder das gesamte Gehirn. Das erklärt auch die unterschiedlichen Ausprägungen der Symptome eines epileptischen Anfalls . . .

Symptome eines epileptischen Anfalls

Die Symptome können gemeinsam oder auch alleine auftreten.

  • Zittern,
  • Krämpfe,
  • Bewusstseinsstörungen,
  • Gedächtnislücken,
  • Sehstörungen,
  • Muskelschmerzen,
  • eventuell Stuhl- und Harnverlust,
  • eventuell (blutiger) Speichelfluss.

Erste-Hilfe-Maßnahmen

Versuchen Sie nicht, einer krampfenden Person Gegenstände (z.B. Beissschutz) in den Mund zu stecken. Es besteht die große Gefahr, Bissverletzungen zu erleiden. Die meisten Anfälle sind auf zwei Minuten begrenzt. Die Maßnahmen sollen in erster Linie die Betroffene/den Betroffenen vor weiteren Schäden schützen.

  • Bleiben Sie ruhig!
  • Entfernen Sie Gegenstände, z.B. Stühle, an denen sich die krampfende Person verletzen kann.
  • Schützen Sie die betroffene Person vor Gefahren, z.B. gefährlich nahe Ecken und Kanten mit Polster abdecken.
  • Halten Sie die Person während des Anfalls nicht fest. Bei Sturzgefahr helfen Sie der Person auf den Boden.
  • Stecken Sie niemals Gegenstände in den Mund eines krampfenden Menschen.
  • Öffnen Sie beengende Kleidungsstücke.
  • Bei Bewusstlosigkeit und normaler Atmung bringen Sie die Person in die stabile Seitenlagerung und wählen Sie Notruf 144.
  • Lassen Sie die Person nicht alleine!

Nach dem Anfall

  • Beruhigen Sie die Person!
  • Schirmen Sie die Person vor äußeren Reizen, z.B. lauten Geräusche, Licht usw., ab.
  • Die betroffene Person wenn möglich zudecken.
  • Gehen Sie auf die unmittelbaren Bedürfnisse der betroffenen Person ein.

Wissenswertes zum epileptischen Anfall

Epilepsie-Erkrankte müssen häufig mit einer Vielzahl von Vorurteilen leben. Nach heutigem Stand der Medizin kann die Epilepsie jedoch gut behandelt werden. Dies ermöglicht den betroffenen Menschen ein fast normales Leben. Die meisten kleinen Anfälle werden von der Umwelt kaum wahrgenommen. Zum Beispiel kurze Zuckungen oder Abwesenheiten (sogenannte Absencen).

Die häufigsten Epilepsieauslöser im Erwachsenenalter sind Schlaganfall, Hirnentzündung, Tumore oder auch nach Hirnverletzung. Bei Kindern ist die Ursache meist eine frühkindliche Schädigung des Gehirns bei der Geburt. Die rein genetisch vererbte Epilepsie ist sehr selten. Manchmal tritt sie auch im Rahmen von anderen Erkrankungen (z.B. Stoffwechselerkrankungen) auf. Die meisten betroffenen Menschen sind mit Medikamenten gut behandelbar. Sollte damit keine Anfallsfreiheit erzielt werden, gibt es noch andere Möglichkeiten, die aber nur in speziellen Zentren angeboten werden. Diese reichen von chirurgischer Entfernung des betroffenen Hirnareals bis zur Neuro-Stimulation. Bei dieser Methode werden mittels elektrischen Reize bestimmte Hirnstrukturen stimuliert, wodurch Epilepsieanfälle verhindert werden.

Ausführliche Informationen erhalten Sie unter Epilepsie.

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