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Hand hält Blutröhrchen hoch © angellodeco

Das Blutgerinnungssystem

Im Blut gibt es eine Vielzahl von Blutgerinnungsfaktoren. Das sind von der Leber gebildete Eiweißstoffe, die ein wichtiger Bestandteil der Blutflüssigkeit (des Blutplasmas) sind. Die meisten Blutgerinnungsfaktoren sind am Zustandekommen der Blutgerinnung – d.h. bei der Bildung des Blutgerinnsels – z.B. bei Verletzungen beteiligt.

Wie funktioniert die Blutgerinnung?

Neben den an der Bildung von Blutgerinnsels beteiligten Gerinnungsfaktoren gibt es auch noch jene mit gegenteiligem Effekt. Dabei handelt es sich um gerinnungshemmende Stoffe. Zu diesen Stoffen zählen Antithrombin III, Protein C und Protein S. All diese Stoffe sind u.a. für die Kontrolle der Blutgerinnung verantwortlich. Denn eine unkontrollierte Aktivierung der Blutgerinnung wäre lebensgefährlich. Aufgrund der großen Menge unterschiedlicher Blutgerinnungsfaktoren gibt es auch eine Reihe von Möglichkeiten, an denen Störungen der Blutgerinnung ansetzen können.

Die Blutgerinnung erfüllt eine lebenswichtige Schutzfunktion des Körpers. Damit die Blutstillung, z.B. nach einer Verletzung, korrekt funktioniert, ist im Körper ein Zusammenspiel von verschiedenen Faktoren wichtig – und zwar von:

  • Blutplättchen (Thrombozyten – sie werden im Knochenmark gebildet),

  • Blutgerinnungsfaktoren (in der Leber gebildete Eiweißstoffe, die ein wichtiger Bestandteil der Blutflüssigkeit – des Blutplasmas sind) – und die

  • Blutgefäßwand (diese ist so beschaffen, dass es unter normalen Umständen zu keiner Aktivierung der Blutgerinnung kommt).

Blutgerinnungstests

In der Labormedizin gibt es eine Reihe von Untersuchungsverfahren, um die Blutgerinnung zu überprüfen. Es gibt zahlreiche Tests, ob das Blut normal, zu schnell bzw. zu langsam gerinnt.

In folgenden Situationen ist eine Überprüfung der Blutgerinnung erforderlich, ob das Blut zu langsam gerinnt (Verblutungsgefahr):

  • vor Operationen,

  • bei Lebererkrankungen (denn in der Leber werden Blutgerinnungsfaktoren gebildet),

  • bei Verdacht auf eine angeborene oder erworbene Blutungsneigung (Hämophilie; die Betroffenen werden im Volksmund als Bluterinnen/Bluter bezeichnet) sowie

  • zur Kontrolle einer gerinnungshemmenden Behandlung – die sogenannte „orale Antikoagulations-Behandlung“ mit Medikamenten aus der Gruppe der Vitamin-K-Gegenspieler (wie z.B. Marcoumar® oder Sintrom®).

Es gibt allerdings auch Erkrankungen, bei denen das Blut zu schnell gerinnt, es bilden sich „Gefäßverstopfungen“ (Thromben). Solche Störungen werden unter dem Begriff „Thromboseneigung“ zusammengefasst. Diese ist wesentlich häufiger als Blutungsneigung. Die größte Gefahr von Thromben ist, dass sie über das Blutgefäßsystem zum Herzen und schließlich zur Lunge bzw. ins Gehirn gelangen können. Ein solcher abgelöster Teil eines Thrombus wird „Embolus“ genannt – die Erkrankung heißt Embolie. Diese kann durch die Verstopfung von wichtigen Lungen- bzw. Gehirngefäßen lebensbedrohlich sein. Nähere Informationen zur Thromboseneigung – inklusive Präventionsmaßnahmen – finden Sie unter Thomboseneigung: Diagnose und Therapie.

Hinweis Umfassende Informationen zu einzelnen Blutgerinnungswerten finden Sie unter Laborwerte-Tabelle.

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