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Älterer Mann mit Inhalator © ojoimages4

COPD: Therapie

Die Behandlung einer COPD ist langwierig und setzt sich überwiegend aus verschiedenen medikamentösen und nicht medikamentösen Maßnahmen zusammen, welche die Symptome lindern sowie Lebensqualität und körperliche Belastungsfähigkeit verbessern sollen. Die Ärztin/der Arzt entscheidet abhängig von den individuellen Voraussetzungen der/des Betroffenen (z.B. Schwere der Erkrankung, Beschwerden), welche Behandlung notwendig ist . . .

Die Behandlung einer COPD ist langwierig und setzt sich überwiegend aus verschiedenen medikamentösen und nicht medikamentösen Maßnahmen zusammen, welche die Symptome lindern sowie Lebensqualität und körperliche Belastungsfähigkeit verbessern sollen. Die Ärztin/der Arzt entscheidet abhängig von den individuellen Voraussetzungen der/des Betroffenen (z.B. Schwere der Erkrankung, Beschwerden), welche Behandlung notwendig ist.

Medikamentöse Behandlung

Zur Anwendung kommen hauptsächlich inhalierbare Präparate (Sprays, Dosieraerosole, Trockeninhalation/Pulverinhalatoren):

  • Bronchodilatatoren (v.a. Anticholinergika, Beta-2-Mimetika und Theophyllin): bewirken, dass sich die Muskulatur der Bronchien entspannt. Diese werden dadurch erweitert und die Atemnot gelindert.
  • Glucocorticoide (Kortison): wirken entzündungshemmend und werden oft in fortgeschrittenen Stadien eingesetzt, häufig auch in Kombination mit Bronchodilatatoren.

Zur optimalen Entfaltung der Wirkung ist die richtige Anwendung der Präparate erforderlich. Mithilfe spezieller Schulungen (Patientenschulung, Atemphysiotherapie, Rehabilitation) kann der korrekte Umgang mit verschiedenen Inhalationssystemen erlernt werden. Auch die behandelnde Ärztin/der behandelnde Arzt beantwortet Fragen zur Anwendung.

Bei stabiler COPD werden außerdem vorsorglich Impfungen durchgeführt (z.B. als Schutz gegen Infektionen von Influenzaviren, Pneumokokken).

Hinweis Bei Nichtansprechen der Therapie oder Verschlechterung sollte umgehend Kontakt mit der Ärztin/dem Arzt aufgenommen werden.

Patientenmitarbeit & Information

Grundlegende Voraussetzungen für einen Behandlungserfolg sind das Einhalten ärztlicher Empfehlungen sowie das Wahrnehmen regelmäßiger Termine zur Kontrolle des Krankheitsverlaufes. Eine COPD-Erkrankung erfordert organisatorische Maßnahmen sowie Motivation und Mitarbeit vonseiten der Betroffenen. Es ist wichtig, über die Erkrankung und deren Verlauf informiert zu sein und auch zu wissen, wie im Falle einer akuten Verschlechterung zu handeln ist. Weitere Informationen dazu finden Sie unter COPD: Akute Verschlechterung.

Lebensstil: Rauchstopp, Bewegung & Co.

  • Rauchstopp.
  • Bewegung: Ein individuell adäquates Trainingsprogramm kann mit professioneller Unterstützung zusammengestellt werden, etwa bei einem Rehabilitationsaufenthalt und in speziellen ambulanten Instituten. Ein Training ist aber auch im Fitnesscenter oder zu Hause möglich. Unter ärztlicher Aufsicht ist auch bei schwerer Erkrankung ein Training möglich – teils mit Verabreichung von Sauerstoff. Die Teilnahme an einer Lungensportgruppe kann hilfreich sein. Informationen und Adressen erhalten Sie über die Dachverbände der Selbsthilfegruppen.
  • Normalgewicht: Bei Übergewicht kann durch Gewichtsabnahme die Belastung für den Körper sowie das Risiko für weitere Erkrankungen (z.B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen) reduziert werden. Eine Ernährungsberatung beispielsweise bei Ärztin/Arzt oder Diätologin/Diätologe unterstützt dabei. Weitere Informationen finden Sie unter Ernährung & Übergewicht.

Langzeitsauerstofftherapie

Durch eine stark eingeschränkte Atmungsfunktion erhält der Körper zu wenig Sauerstoff, und der Kohlendioxidgehalt im Blut steigt an. Eine Behandlung mit Sauerstoff (Langzeitsauerstofftherapie) ist meist bei sehr schwerer Erkrankung notwendig und wird je nach Bedarf eingesetzt – entweder in bestimmten Situationen (z.B. tagsüber, nachts, bei körperlicher Belastung) oder auch ständig.

Dazu wird mit Sauerstoff angereicherte Luft über Nasenbrillen eingeatmet. Tragbare Geräte unterstützen die Mobilität im Alltag. Sauerstoffkonzentratoren, die im Raum aufgestellt werden, dienen der Anreicherung der Raumluft mit O2.

Sauerstofftankstellen für COPD-Patientinnen/-Patienten in Apotheken finden Sie unter www.apotheker.or.at.

Patientenschulung

Patientenschulungen können von Expertinnen/Experten unterschiedlicher medizinischer Fachgebiete vorgenommen werden – teils in Kooperation mit Selbsthilfegruppen. Folgende Inhalte werden dabei u.a. abgehandelt:

  • Raucherentwöhnung,
  • richtiges Inhalieren,
  • Umgang mit Geräten zur Sauerstoffversorgung,
  • Hilfe bei psychischen Problemen.
  • Körperhaltungen für erleichtertes Atmen,
  • Organisation von Leben, Alltag und Beruf mit COPD,
  • Notfallmaßnahmen bei einer akuten Verschlechterung.

Atemphysiotherapie

Mit diesem Behandlungsverfahren sollen u.a. ein besseres Abhusten des Schleims sowie sekretfreie Atemwege – und dadurch ein leichteres Atmen – erreicht werden. Eingeübt werden u.a.:

  • spezielle, die Atmung erleichternde Körperhaltungen (z.B. Kutschersitz),
  • Hustentechniken,
  • Hilfestellungen für das Ausatmen (z.B. Lippenbremse, Strohhalm),
  • Einatemtechniken. 

Diese Techniken sollen die Atemtätigkeit optimieren. Verbesserung der Beweglichkeit, Ausdauer- und Krafttraining sowie Entspannungstechniken gehören ebenfalls zu einer Atemphysiotherapie bei COPD. Schulungen zur Handhabung von Medikamenten und Inhalationssystemen helfen den Betroffenen, die Therapiemaßnahmen richtig umzusetzen.

In Österreich stehen für diese Betreuung Atemphysiotherapeutinnen/-therapeuten zur Verfügung. Allerdings erhalten Sie auch bei Physiotherapeutinnen/-therapeuten Unterstützung.

Adressen von Physiotherapeutinnen/-physiotherapeuten in Ihrer Nähe finden Sie unter Services.

Operation

In Einzelfällen muss ein operativer Eingriff vorgenommen werden (Lungenoperation bzw. -transplantation).

Pflegebedarf

Oft ist bei sehr schwerer Erkrankung die Teilnahme am sozialen und beruflichen Leben nicht mehr oder nur sehr eingeschränkt möglich. Bei alltäglicher Tätigkeit muss teils Hilfe in Anspruch genommen werden. Informationen zu Pflegeanspruch und Anträgen finden Sie unter Help.gv.at.

Wohin kann ich mich wenden?

Ansprechstelle für eine Therapie von COPD sind Hausärztin/Hausarzt sowie Lungenfachärztin/-arzt. Weitere Fachärztinnen/-ärzte (z.B. für Innere Medizin) können an der Therapie mitwirken. Außerdem kann eine Überweisung in ein Krankenhaus notwendig sein.

An der Behandlung sind zudem in der Regel Atemphysiotherapeutinnen/-therapeuten bzw.Physiotherapeutinnen/-therapeuten sowie weitere Berufsgruppen (Gesundheitsberufe) beteiligt (z.B.Diätologinnen/Diätologen, Ernährungsmedizinerinnen/-mediziner etc.)

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Alle notwendigen und zweckmäßigen Therapien werden von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt bzw. das Ambulatorium direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger ab. Bei bestimmten Krankenversicherungsträgern kann jedoch ein Selbstbehalt für Sie anfallen (BVA, SVA, SVB, VAEB).      

Sie können allerdings auch eine Wahlärztin/einen Wahlarzt (d.h. Ärztin/Arzt ohne Kassenvertrag) oder ein Privatambulatorium in Anspruch nehmen. Nähere Informationen  finden Sie unter Arztbesuch: Kosten und Selbstbehalte

Die Kosten für Patientenschulungen werden von den Sozialversicherungsträgern derzeit nicht generell übernommen.

Bestimmte Formen der Sauerstofftherapie (Sauerstoffkonzentrator und Flüssigsauerstoff) sind bewilligungspflichtig.

Über die jeweiligen Bestimmungen informieren Sie sich bitte bei Ihrem Krankenversicherungsträger, den Sie über die Website der Sozialversicherungsträger finden.

Wenn ein Krankenhausaufenthalt erforderlich ist

In manchen Situationen kann zur Behandlung von COPD ein Krankenhausaufenthalt erforderlich sein. Dabei wird über die Krankenhauskosten abgerechnet. Von der Patientin/dem Patienten ist pro Tag ein Kostenbeitrag zu bezahlen. Die weitere medikamentöse Behandlung zu Hause erfolgt per Rezept durch die Hausärztin/den Hausarzt bzw. durch die Fachärztin/ den Facharzt.

Weitere Informationen erhalten Sie unter Was kostet ein Spitalsaufenthalt?


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