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Symbolfoto Asbestose © Ecology

Asbestose

Durch Einatmen von Asbestfasern können Jahrzehnte später Lungen- und Atemwegserkrankungen auftreten, wie zum Beispiel Asbestose (Bindegewebe- oder Narbenbildung in der Lunge), Lungen-, Brustfell- oder Kehlkopfkrebs.

Bei einer Asbestose kommt es zu einer Lungenfibrose, bedingt durch eingeatmete Asbestfasern. Die Lungenfibrose ist eine chronische Lungenerkrankung, die durch einen bindegewebig-narbigen Umbau des Lungengerüsts gekennzeichnet ist.

Die Lunge „versteift“. Die Atmung wird erschwert, die Sauerstoffmenge im Blut sinkt ab. Mit fortschreitender Erkrankung kommt es zu zunehmender Einschränkung der Sauerstoffversorgung.

Von der Asbestose betroffen sind insbesondere Menschen, die in der Herstellung, Verarbeitung und Entfernung bzw. Entsorgung asbesthaltigen Materials tätig waren. Asbestfasern können Lungen- und Rippenfell erreichen und zu einer Fibrose führen (sogenannte Pleuraplaques). Auch in Bauchhöhle und Bauchfell kann es zu Veränderungen kommen. Als Symptom zeigt sich erschwerte Atmung, anfangs bei Anstrengung und später auch bei Ruhe.

Asbestose – Ursachen, Folgen & Vorbeugung

Bei Asbest handelt es sich um faserförmige Silikate, die in natürlichen Gesteinen vorkommen. Aufgrund der Hitzebeständigkeit, Festigkeit, Elastizität und Säurebeständigkeit wurde Asbest über viele Jahre hinweg als Isolier- und Baumaterial sowie in der Industrie verwendet. Die Verwendung und Herstellung von Asbest ist seit 1990 in Österreich verboten, seit 2005 gibt es ein EU-weites Verbot.

Dennoch kann sich Asbest in Produkten befinden, die vor allem ab 1950 (und bis 1990) produziert wurden. Die Palette reicht von Dach- und Fassadenplatten über Fußbodenbeläge, Dichtungen, Rohrleitungen, Heizungsteile, Heizkörperverkleidungen, Nachtspeicheröfen, Boiler, Klimaanlagen bis hin zu Haushaltsgeräten und vielem mehr. Zu Kontakt mit Asbest kann es auch heute noch kommen – z.B. bei Instandhaltungs- und Wartungsarbeiten, Renovierung, Entsorgung sowie bei Beschädigung des Materials. Nähere Informationen finden Sie unter:

Präventive Maßnahmen sind wesentlich, da das Fortschreiten einer Asbestose nicht beeinflusst werden kann. Bei Arbeitnehmern, die mit Asbest arbeiten, sind entsprechende Schutzvorkehrungen und regelmäßige Untersuchungen verpflichtend. Weitere Informationen finden Sie unter Arbeitsinspektion.gv.at. Besonders gefährdet hinsichtlich Lungenkrebs sind Personen, bei denen Rauchen und Asbestexposition zusammentreffen.

Asbestose – Diagnose

Für die Diagnose sind unter anderem eine Anamnese,, die den Arbeitsplatz miteinbezieht, sowie die körperliche Untersuchung (z.B. Abhören, Abklopfen) wesentlich. Weitere Erkrankungen (vor allem andere Lungenerkrankungen) werden abgeklärt. Vorgenommen werden unter anderem:

Unter bestimmten Bedingungen gilt die Asbestose als Berufskrankheit. Die behandelnde Ärztin/der behandelnde Arzt muss den Verdacht auf das Vorliegen einer Berufskrankheit dem zuständigen Unfallversicherungträger melden, woraufhin eine Prüfung erfolgt. Die Meldung kann außerdem durch den Arbeitgeber oder durch den Betroffenen selbst erfolgen.

Informationen zu Berufskrankheiten und Sicherheitsmaßnahem finden Sie unter

Weitere Informationen zu Lungenkrebs finden Sie unter Krankheiten.

Asbestose – Therapie

Die Asbestose schreitet fort. Bislang kann der Umbau des Lungengewebes (Fibrose) durch Therapie nicht aufgehalten werden. Das Vermeiden eines Kontaktes mit Asbestfasern ist daher wesentlich. Im Verlauf der Erkrankung kann eine (Langzeit-)Sauerstofftherapie notwendig werden.

Wohin kann ich mich wenden?

Ansprechpersonen sind die Lungenfachärztin/der Lungenfacharzt. Untersuchungen von Arbeitnehmern, die mit Asbest arbeiten, nehmen spezialisierte Ärztinnen/Ärzte vor. Eine Liste finden Sie unter Arbeitsinspektion.gv.at.

Sie können sich bei Fragen auch an die Betriebsärztin/den Betriebsarzt wenden.

Die Abklärung findet in Lungenabteilungen von Krankenhäusern oder arbeitsmedizinischen Einrichtungen statt.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die Kosten für Diagnose und Behandlung werden im Regelfall vom zuständigen Krankenversicherungsträger übernommen.

Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger ab. Bei bestimmten Krankenversicherungsträgern kann jedoch ein Selbstbehalt für Sie anfallen (BVA, SVA, SVB, VAEB). Sie können auch eine Wahlärztin/einen Wahlarzt (d.h. Ärztin/Arzt ohne Kassenvertrag) oder ein Privatambulatorium in Anspruch nehmen. Nähere Informationen finden Sie unter Arztbesuch: Kosten und Selbstbehalte.

Nähere Informationen zu Kosten bei einem Spitalsaufenthalt finden Sie unter Was kostet der Spitalsaufenthalt?

Für bestimmte Untersuchungen (z.B. Röntgen, CT, Biopsie) benötigen Sie eine Überweisung/Zuweisung der behandelnden Ärztin/des behandelnden Arztes. Diese ist in der Regel ab dem Ausstellungstag einen Monat gültig. Für eine Kostenübernahme einer CT-Untersuchung durch die Krankenversicherungsträger bedarf es einer chefärztlichen Bewilligung innerhalb dieses Zeitraums.

Bestimmte Formen der Sauerstofftherapie (Sauerstoffkonzentrator und Flüssigsauerstoff) sind ebenfalls bewilligungspflichtig.

Berufskrankheiten und deren Folgen sind über die Unfallversicherung als Teil der gesetzlichen Sozialversicherung abgedeckt. Ihre Leistungen umfassen die Behandlung und berufliche Rehabilitation sowie finanzielle Unterstützungen. Weitere Informationen erhalten Sie unter AUVA

Beratung & Hilfe

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