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Medikamente © Pixelot

Wie Arzneimittelpreise gebildet werden

In Österreich ist die Preisbildung von Arzneimitteln gesetzlich geregelt. Zuständig für Arzneimittelpreise ist die Preiskommission des  Bundesministeriums für Gesundheit und Frauen (BMGF). Die Preisbasis eines Medikamentes bildet der Fabrik- oder Depotabgabepreis (FAP/DAP) des Herstellers. Auf diesen Preis werden die jeweiligen Aufschläge (Großhandels- und Apothekenaufschlag) und die Mehrwertsteuer gerechnet. Der FAP/DAP kann vom vertriebsberechtigten Unternehmen frei festgelegt werden, wobei das BMGF über diesen Preis informiert wird.

Festsetzung der Preisbasis

Für jene patentgeschützten Medikamente, die in die Liste der erstattungsfähigen Arzneimittel, den Erstattungskodex (EKO), aufgenommen werden sollen, ist in Österreich jedoch der EU-Durchschnittspreis maßgebend. Dieser Durchschnittspreis bildet den maximal möglichen FAP/DAP für erstattungsfähige Medikamente. Da die gleichen Medikamente in den EU-Ländern nicht immer unter demselben Markennamen zugelassen sind, werden zur Berechnung des EU-Durchschnittspreises von der Preiskommission des BMGF die Medikamente mit demselben Wirkstoff, derselben Wirkstoffstärke, Darreichungsform und identer bzw. annähernd gleicher Packungsgröße herangezogen.

Originalprodukte und Generika

Für Arzneimittel im EKO gelten spezielle Preisregelungen, wenn ein Generikum bzw. ein wirkstoffgleiches Nachfolgeprodukt verfügbar ist. Diese Regelungen sehen eine verpflichtende Senkung des Preises des Originalprodukts nach sechs Monaten vor, sobald ein wirkstoffgleiches Nachfolgeprodukt in den EKO aufgenommen wird. Die Preise (auf Basis Fabrikabgabepreis)  von wirkstoffgleichen Nachfolgeprodukten müssen mindestens um 48 Prozent niedriger sein als die des Originals.

Preisaufschläge bis zur Abgabe

Die Preisbildung auf Großhandelsebene ist durch gestaffelte Höchstaufschläge gesetzlich geregelt. Die Apothekenaufschläge sind ebenfalls gestaffelt und amtlich geregelt.

  • Fabrikabgabepreis/Depotabgabepreis plus Großhandelsaufschlag: Für erstattungsfähige Medikamente auf Basis des EU-Durchschnittspreises (zwischen sieben und 15,5 Prozent für erstattungsfähige beziehungsweise neun und 17,5 Prozent für nicht erstattungsfähige Medikamente

  • Apothekeneinkaufspreis plus Apothekenaufschlag: je nach Preisstufe zwischen 3,9 und 37 Prozent für erstattungsfähige bzw. 12,5 und 55 Prozent für nicht erstattungsfähige Medikamente (inklusive 15 Prozent Privatkundenzuschlag)

  • Kassenpreis (bei erstattungsfähigen Medikamenten)

  • Apothekenverkaufspreis plus Umsatzsteuer: zehn Prozent

  • Endverbraucherpreis

Auf der Webseite des BMGF finden Sie weitere Informationen zu Arzneimittelpreise.. 

Preisregelung in der EU

In den 28 EU-Ländern ist die Preisbildung und Erstattung unterschiedlich festgelegt. So variieren die Preise von Arzneimitteln, die von der Krankenversicherung beziehungsweise der öffentlichen Hand erstattet werden, zum Teil beträchtlich. In 25 der 28 EU-Staaten legen die zuständigen nationalen Behörden den Preis für zumindest einen Teil der rezeptpflichtigen Arzneimittel fest.

Downloads & Broschüren

Medikamenten-Einnahmeplan zum Ausdrucken und Ausfüllen

OTC-Liste“: Auflistung rezeptfrei erhältlicher Arzneimittel, die auf Grund ihrer Inhaltsstoffe allein oder in Verbindung mit anderen Arzneimitteln auch zu unerwünschten Wirkungen, sogenannte Wechselwirkungen, führen können.

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