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Frau schaut heimlich in Handy des Partners © sanneberg
Frau schaut heimlich in Handy des Partners © sanneberg

Umgang mit Eifersucht

Eifersucht ist im Prinzip ein normales Gefühl. Fast jede/jeder kennt es und weiß, wie es sich anfühlt. Jedoch kann Eifersucht auch krankhafte Ausmaße annehmen bzw. sehr belastend sein. Erfahren Sie mehr zum Umgang mit diesem Thema und wo Sie Rat finden.

Warum sollte man als Paar über Eifersucht sprechen?

Es ist es vollkommen normal, hin und wieder einmal eifersüchtig zu sein. Eifersucht fühlt sich jedoch meist nicht gut an. Zudem ist die Angst ihr ständiger Begleiter: Angst, nicht gut genug zu sein, nicht geliebt zu werden. Oder vor dem Verlust der Partnerin/des Partners. Die Art, wie Eifersucht sich zeigt (etwa mit Wut oder Traurigkeit verbunden), hängt nicht unbedingt vom Geschlecht ab. Eher ausschlaggebend sind vor allem die Beziehungsvorstellungen von Treue, emotional und sexuell.

Für jede/jeden ist ein anderes Maß an Eifersucht erträglich oder auch erwünscht. Der Umgang mit Eifersucht sollte in einer Beziehung besprochen werden. Jedes Paar sollte für sich selbst vereinbaren, was in Ordnung ist und was nicht. Und: Es gibt ganz klare Grenzen der Eifersucht. Wo etwa körperliche oder psychische Gewalt vorkommt, ist diese Grenze bei Weitem überschritten, und auch rechtliche Konsequenzen sind dabei zu beachten. Nähere Informationen und Anlaufstellen finden Sie unter Gewaltinfo.at.

Wie kommt es zu Eifersucht?

Eifersucht kann mit verschiedenen Gefühlen und Gedanken einhergehen. Es ist individuell verschieden, was Eifersucht auslöst. Allerdings tragen häufig folgende Faktoren dazu bei:

  • Selbstzweifel
  • Verlustängste
  • Abhängigkeitsgefühle
  • Besitzansprüche
  • Vertrauensverlust (wie etwa bei Untreue) 

Woran erkennt man ein Übermaß an Eifersucht?

Bedenkliches eifersüchtiges Verhalten erkennt man vor allem an einem nicht nachvollziehbaren Ausmaß sowie unter anderem an folgenden Hinweisen:

  • Kontrollverhalten (z.B. Kleidungstaschen werden kontrolliert, persönliche Nachrichten gelesen etc.).
  • Freiheitseinschränkendes Verhalten (z.B. „verbieten“, jemanden zu treffen oder wohin zu gehen).
  • Eifersucht ist andauerndes Thema, und so gut wie jedes Verhalten löst Eifersucht aus.

Was ist „krankhafte“ Eifersucht?

Eifersucht kann auch „krankhaft“ sein. Zum Beispiel im Rahmen einer Zwangsstörung. Bei dieser kann es etwa zu eifersüchtigen Zwangsgedanken kommen. Oder bei einem Eifersuchtswahn. Dabei sind Betroffene überzeugt, dass sie von der Partnerin/dem Partner betrogen werden – obwohl dies nicht der Fall ist. Dieser kann etwa auch im Rahmen einer Alkoholsucht auftreten (alkoholischer Eifersuchtswahn). Fixe Eifersuchtsideen können beispielsweise auch bei paranoiden Persönlichkeitsstörungen vorkommen. Dabei kommt es unter anderem zu Vorstellungen, verfolgt zu werden. Krankhafte Eifersucht ist für die andere/den anderen nicht nachvollziehbar. Sie stellt das Paar vor große Herausforderungen und bedarf einer Behandlung der betroffenen Person.

Wie kann ich mit Eifersucht umgehen?

Den Umgang mit der eigenen Eifersucht zu finden ist nicht immer leicht. Es ist wesentlich, ob tatsächlich Grund zur Eifersucht besteht (z.B. Fremdgehen) oder keine reale Ursache zugrunde liegt. Kommt es zu einem Vertrauensbruch, ist es wichtig, darüber zu sprechen. Vertrauen wieder aufzubauen kann jedoch ein langfristiger und schwerer Prozess sein. 

In den meisten Fällen von normaler Eifersucht genügt es, über diese und mögliche auslösende Situationen zu sprechen. Liebevolle Worte oder eine Umarmung können dabei unterstützen. Manchmal muss man aber auch Grenzen setzen – vor allem, wenn es einem selbst zu viel wird. Gespräche mit vertrauten Menschen sowie ggf. professionelle Hilfe können ebenso eine Unterstützung sein. Das eigene Selbstbewusstsein aufzubauen bzw. Selbstfürsorge sind zudem hilfreich. Zur Selbstfürsorge zählt etwa, die eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen oder sich selbst Gutes zu tun. Ist die Partnerin/der Partner besonders eifersüchtig, sollte man sich nicht zu sehr im täglichen Leben einschränken lassen und auf sich selbst achten.

Tritt vermehrt Eifersucht in den Vordergrund, kann dies auch ein Warnsignal für die Partnerschaft sein. Dies kann etwa zum Anlass genommen werden, die Beziehung zu hinterfragen oder mehr zu pflegen. Es bewährt sich zudem meist in einer Partnerschaft, wenn jede/jeder auch ein „eigenes Leben“ hat und keine absolute Abhängigkeit besteht. Dabei spielen sowohl Selbstfürsorge als auch Partnerschaftspflege eine Rolle. Weiterführende Informationen finden Sie unter Auf Dauer zusammen.

Wo finde ich Rat?

Ist die Eifersucht stark ausgeprägt, kann das eine sehr große Herausforderung für die Beziehung und die betroffenen Personen sein. Dann ist professionelle Hilfe ein Weg aus der Situation. Vor allem bei folgenden Ansprechstellen:

In der Folge kann unter anderem das Selbstvertrauen wieder gestärkt, der Umgang mit Gefühlen trainiert sowie der Umgang miteinander besprochen werden.

Bei krankhafter Eifersucht sollte in jedem Fall bei einer Fachärztin/einem Facharzt für Psychiatrie, einer klinischen Psychologin/einem klinischen Psychologen oder einer Psychotherapeutin/einem Psychotherapeuten abgeklärt werden, ob eine psychische Erkrankung vorliegt. Ist jemand krankhaft eifersüchtig und möchte keine Hilfe annehmen, kann man jedoch als Partnerin/Partner selbst eine Anlaufstelle oder auch Selbsthilfegruppe aufsuchen. Dies hilft, mit der oft belastenden Situation besser zurechtzukommen.

Hinweis Kommt es zu Gewalt, rufen Sie bei akuter Gefahr die Polizei unter der Telefonnummer 133! Weitere Anlaufstellen bei Gewalt finden Sie auf der Website Gewaltinfo.at sowie speziell bei Gewalt an Frauen auf der Website des Bundeskanzleramts (auch in mehreren Sprachen). Wenn Sie sich Sorgen machen, selbst gewalttätig zu werden, finden Sie auf oesterreich.gv.at Ansprechstellen, damit es nicht so weit kommt.

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