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Paar sitzt nebeneinander © anyaberkut

Eifersucht

Scheint oder ist das „Revier“ der Zweierbeziehung gefährdet, tritt sie zutage: die Eifersucht – im Prinzip ein normales Gefühl. Fast jede/jeder kennt es, weiß, wie sie sich anfühlt. Ein Quäntchen davon gehört meistens zu einer Beziehung und zeugt von liebevollen Gefühlen. Eifersüchtig zu sein beschränkt sich nicht auf partnerschaftliche Beziehungen. Jedoch stehen dabei meist Partnerschaften im Mittelpunkt. Eifersucht kann aber auch krankhafte Ausmaße annehmen . . .

Eifersucht als normales Gefühl

Obwohl Eifersucht ein normales Gefühl ist, fühlt es sich meist nicht gut an. Zudem ist die Angst ihr ständiger Begleiter. Angst, nicht gut genug zu sein, nicht geliebt zu werden, oder vor dem Verlust der Partnerin/des Partners. Sowohl das Verhalten anderer als auch das eigene können dazu beitragen, Eifersucht hochzuschaukeln. Den Löwenanteil machen jedoch meist die eigene Wahrnehmung und der Umgang damit aus.

Für jeden ist ein anderes Maß an Eifersucht erträglich oder auch erwünscht. Jedes Paar sollte für sich selbst vereinbaren, was in Ordnung ist und was nicht. Es ist wesentlich, ob tatsächlich Grund zur Eifersucht besteht (z.B. Fremdgehen) oder keine reale Ursache zugrunde liegt. Kommt es zu einem Vertrauensbruch, ist es wichtig, darüber zu sprechen. Vertrauen wieder aufzubauen kann ein langfristiger und schwerer Prozess sein.

Gründe für Eifersucht

Die Gründe für Eifersucht sind vielfältig z.B.

  • Selbstzweifel

  • Verlustängste

  • Abhängigkeitsgefühle

  • Besitzansprüche

  • Untreue

Beziehung pflegen

Die Art, wie Eifersucht sich zeigt (etwa mit Wut oder Traurigkeit verbunden), hängt nicht unbedingt vom Geschlecht ab. Eher ausschlaggebend sind die Beziehungsvorstellungen von Treue, emotional und sexuell. Tritt vermehrt Eifersucht in den Vordergrund, kann dies auch ein Warnsignal für die Partnerschaft sein. Dies kann etwa zum Anlass genommen werden, die Beziehung zu hinterfragen oder mehr zu pflegen. Es bewährt sich zudem meist in einer Partnerschaft, wenn jede/jeder auch ein „eigenes Leben“ hat und keine absolute Abhängigkeit besteht. Dabei spielen sowohl Selbstfürsorge als auch Partnerschaftspflege eine Rolle. Weiterführende Informationen finden Sie unter Auf Dauer zusammen.

Kurze „Eifersuchtsanfälle“ können abgepuffert werden, indem man über die Situation spricht. Liebe und Verständnis können dabei viel bewirken. Manchmal muss man aber auch Grenzen setzen – vor allem, wenn es einem selbst zu viel wird. Eventuell ist auch eine Paarberatung oder -therapie sinnvoll, um den Umgang mit Eifersucht gemeinsam zu bewältigen.

Krankhafte Eifersucht

Eifersucht kann auch krankhaft sein und äußert sich dann unter anderem durch:

  • Kontrolle (z.B. Handykontakte, SMS, Stalking),

  • starke Trennungsängste,

  • ständige Betrugsvermutungen ohne tatsächlichen Grund sowie

  • Freiheitseinschränkung (z.B. Verbote, andere Leute zu treffen).

Krankhafte Eifersucht ist für die andere/den anderen nicht nachvollziehbar. Sie stellt das Paar vor große Herausforderungen. Zudem leiden Menschen, die krankhaft eifersüchtig sind, oft an einer psychischen Erkrankung.

Der sogenannte Eifersuchtswahn („Othello-Syndrom“) ist gekennzeichnet durch die absolute Überzeugung, dass die Partnerin/der Partner fremdgeht. Betroffene sind von ihren Vorstellungen durch nichts abzubringen. Fixe Eifersuchtsideen können beispielsweise auch bei Zwangsstörungen oder paranoiden Persönlichkeitsstörungen vorkommen.

Hilfsmöglichkeiten

Bei krankhafter Eifersucht sollte abgeklärt werden, ob eine psychische Erkrankung vorliegt, die einer Behandlung bedarf. In einer Beratung oder Therapie, z.B. bei einer Psychiaterin/einem Psychiater, einer klinischen Psychologin/einem klinischen Psychologen oder einer Psychotherapeutin/einem Psychotherapeut, kann unter anderem das Selbstvertrauen wieder gestärkt oder der Umgang mit Gefühlen trainiert werden. Liegt eine seelische Erkrankung vor, kann auch eine medikamentöse Behandlung notwendig sein. In vielen Fällen ist zudem eine Paartherapie hilfreich, um die verfahrene Situation zu bewältigen. Anlaufstellen finden Sie unter Wenn die Psyche Hilfe braucht.

Ist jemand krankhaft eifersüchtig und möchte keine Hilfe annehmen, kann man jedoch als Partnerin/Partner selbst eine Anlaufstelle aufsuchen. Dies hilft, mit der oft belastenden Situation besser zurechtzukommen. Eher kontraproduktiv ist es, sich im eigenen Verhalten einzuschränken (z.B. sich Dinge verbieten zu lassen). Auf sich selbst zu achten, ist dabei wichtig. 

Hinweis Kommt es zu Gewalt, muss bei akuter Gefahr die Polizei unter der Telefonnummer 133 gerufen werden!

Anlaufstellen bei Gewalt finden Sie unter Gewalt in der Familie. Weitere Informationen zum Thema Eifersucht & Gewalt finden Sie auf der Website der Familienberatungsstellen.

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