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Statue in trauernder Geste © Sven Hoppe

Lebenskrisen

Lebenskrisen etwa durch den Verlust des Arbeitsplatzes oder eines nahestehenden Menschen verursacht, stellen oft eine besondere Herausforderung für die Psyche dar. Man muss mit diesen Veränderungen umgehen lernen und erfährt sich in diesem Prozess von einer neuen Seite. Dabei können bestimmte Bewältigungsstrategien helfen, diese kritischen Lebensphasen bzw. Ereignisse besser meistern zu können. Manche Ereignisse im Leben hinterlassen jedoch so tiefe Spuren, dass der Umgang damit sehr schwer ist. So kann sich mitunter aus einer Lebenskrise oder einem traumatischen Ereignis eine Krankheit entwickeln. Die Grenzen hierfür sind oft fließend. 

Vom Umgang mit dem Tod

Sterben gehört zum Leben. Dennoch ist der Tod oft ein Tabuthema. Ob das eigene Leben endet oder man Abschied von einem lieben Menschen nehmen muss – meist verlaufen diese Ereignisse in bestimmten Phasen.

Von einem geliebten Menschen Abschied zu nehmen, fällt schwer. Manchmal bleibt dafür gemeinsame Zeit, es kommt aber auch vor, dass jemand plötzlich aus dem Leben gerissen wird, etwa durch einen Unfall.

Trauer ist ein natürlicher Prozess und läuft immer in gewissen Phasen ab:

  • Schock und Nicht-Wahrhaben-Wollen des Ereignisses („Es ist alles nur ein böser Albtraum“).
  • Starke Emotionen wie Trauer, Zorn, Wut, Angst und Schuldgefühle kommen zum Vorschein.
  • Durchleben einer Erinnerungsphase – Fotos werden betrachtet, gemeinsame Erlebnisse nachempfunden.
  • Akzeptanz stellt sich ein – der geliebte Mensch kann einen „innerlich“ begleiten.
  • Neue Orientierungsmöglichkeiten werden gefunden.

Wenn das Auftauchen aus dem Trauerprozess nicht gelingt oder die Trauer in eine Depression übergeht, bieten professionelle Anlaufstellen Hilfe. Näheres dazu finden Sie unter Wenn die Psyche Hilfe braucht. Ausführlichere Informationen zum Thema Trauer und welche Maßnahmen helfen, finden Sie unter Trauer bewältigen.

Die Beschäftigung mit dem nahenden Tod ist für jeden Menschen eine Herausforderung.
Sterben bedeutet, vom Körper Abschied zu nehmen. Aber was passiert mit der Seele? Darauf geben die verschiedenen Religionen unterschiedliche Antworten, und dennoch bleibt oft Ungewissheit. Jeder Mensch entwickelt seine ganz eigene Sicht der Dinge, wie es nach dem Tod weitergehen kann.

Die psychische Auseinandersetzung mit dem eigenen Sterben verläuft in mehreren Stufen. Die Psychiaterin Elisabeth Kübler-Ross hat dafür ein Phasenmodell des Sterbens entwickelt:

  • Nicht-Wahrhaben-Wollen und Isolierung,
  • Zorn und Ärger („Warum gerade ich?“),
  • Verhandeln mit den Ärztinnen/den Ärzten, dem Pflegepersonal, Gott, dem Schicksal etc.,
  • depressive Phase,
  • Zustimmung – die /der Betroffene nimmt sein Schicksal an.

Nahestehende Menschen aus Familie und Freundeskreis, aber auch professionell ausgebildete Helferinnen und Helfer (Psychologinnen/Psychologen, Psychotherapeutinnen/Psychotherapeuten etc.) und Seelsorgerinnen/Seelsorger können dem sterbenden Menschen begleitend und mitfühlend zur Seite stehen.

Ohne Arbeit – ohne Sinn?

Forschungsergebnissen zufolge sind psychische Probleme unter arbeitslosen Menschen häufiger verbreitet als unter Beschäftigten. Die Gefahr, an Depressionen, Angstzuständen, aber auch körperlichen Erkrankungen zu leiden, ist um ein Vielfaches höher, wenn ein Mensch keine Arbeit hat. Symptome, die während der Phase einer Arbeitslosigkeit häufig beobachtet werden, sind unter anderem Appetitverlust und Schlafstörungen. Auch Unwohlsein, Frustration und der Kampf mit der eigenen Identität treten manchmal auf. Das Selbstbewusstsein nimmt häufig ab. Auch stellen existenzielle Sorgen während der Arbeitssuche einen hohen Belastungsfaktor dar. Die Auswirkungen auf das soziale Leben sind bei Beschäftigungssuchenden oft sehr stark. Nicht allein die Arbeitslosigkeit, sondern auch die Angst davor ist ein Stressfaktor. Supervision, Coaching, Arbeitsmedizin, Psychotherapie und vieles mehr kann im Falle von Arbeitslosigkeit unterstützen, aber auch bereits im Team in der Arbeitswelt eingesetzt werden. Bei Arbeitslosigkeit ist es wesentlich, aktiv zu bleiben und sich Unterstützung zu suchen.

Das Arbeitsmarktservice (AMS) bietet Hilfe bei der Arbeitssuche und Weiterbildung.
Beratung bietet z.B. auch die Arbeiterkammer. Nähere Informationen zum Thema finden Sie unter Arbeitslosigkeit.

Anpassungsstörung

Herausfordernde Situationen gehören zum Leben. Manchmal treten Begebenheiten jedoch so unerwartet oder stark ins Leben, dass der Umgang damit sehr schwer fällt. Unter einer Anpassungsstörung versteht man einen gestörten Anpassungsprozess nach einer einschneidenden Lebensveränderung oder nach einem belastenden Ereignis.
Dabei kommt es zu verschiedenen affektiven Symptomen (Störungen im Bereich der Gefühle) und sozialer Beeinträchtigung.

Eine Anpassungsstörung kann z.B. durch den Verlust einer engen Bezugsperson (durch Tod, Scheidung oder Trennung u.a.) ausgelöst werden. Allerdings können auch gravierende Veränderungen der sozialen Umgebung – wie etwa bei Auswanderung oder Flucht – Verursacher sein. Chronische Belastungen, beispielsweise durch ständige familiäre oder berufliche Schwierigkeiten, können ebenfalls eine Anpassungsstörung verursachen.

Mögliche Symptome einer Anpassungsstörung können sein:

  • depressive Stimmung
  • Angst
  • andauernde Besorgnis
  • psychosomatische Symptome
  • Mischung dieser Symptome

Die Behandlung kann aus einer Psychotherapie und einer eventuell begleitenden Medikamenteneinnahme bestehen. Meist dauert die Anpassungsstörung nicht länger als ein halbes Jahr.

Psychisches Trauma

Unterschiedlichste schreckliche Geschehnisse können traumatisierend wirken. Ein Trauma geschieht unerwartet. Betroffene Menschen sind Erfahrungen bzw. Gefühlen von extremer Angst, Kontrollverlust und Ohnmacht ausgesetzt. Die meisten Menschen sind zunächst kaum in der Lage, solche Situationen zu verarbeiten. Wörtlich stürzt eine Welt zusammen. Belastungen können so massiv sein, dass sie bis hin zur einer akuten Belastungsreaktion (umgangssprachlich Nervenzusammenbruch) oder zu einer sogenannten posttraumatischen Belastungsstörung führen. Krisenintervention und Traumatherapie können helfen.

Nähere Informationen finden Sie unter Seelisches Trauma überwinden.

Burnout

Bloß erschöpft oder schon im Burnout? Das völlige Ausgebranntsein entsteht nicht plötzlich, sondern lässt sich bereits an gewissen Vorzeichen erkennen wie etwa häufige Ermüdung oder ein gesteigertes Auftreten von Fehlern. Burnout beschreibt einen andauernden Zustand der totalen Erschöpfung, sowohl körperlich als auch emotional.

Das Burnout-Syndrom fällt in der internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD-Code) in die Rubrik „Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung“ und wird dort als Ausgebranntsein bezeichnet. Um gar nicht erst in die Burnout-Spirale zu kommen, ist es wichtig, besser schon heute als morgen auf sich und seine Bedürfnisse zu achten. Nähere Informationen finden Sie unter Burnout. Spielerisch können Sie sich dem Thema mithilfe des Burnout-Tools nähern.

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