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Frau legt rechten Arm um ältere Frau © Ocskay Bence

Die „sorgende Gemeinde“

In jeder Gemeinde, in jedem Stadtteil gibt es Menschen, die im Alltag besondere Unterstützung benötigen. Dazu zählen zum Bespiel alte, gebrechliche, kranke Menschen, durch eine Behinderung eingeschränkte oder von Demenz betroffene Menschen. Ziel einer sorgenden Gemeinde ist es, jene Lebensbindungen zu fördern, um diese Menschen in die Gesellschaft zu integrieren und zu unterstützen. In einer sorgenden Gemeinde gibt es nicht nur professionelle soziale Angebote, sondern auch privates Engagement und Nachbarschaftshilfe. Hier wird sozialer Zusammenhalt gelebt und die Bürgerinnen und Bürger einer Gemeinde, eines Stadtteils oder eines Wohnumfelds bringen sich ein. 

Was zeichnet eine „sorgende Gemeinde“ aus?

Werte wie Achtsamkeit, Empathie, Respekt und Solidarität prägen das alltägliche Zusammenleben. Jede Bürgerin und jeder Bürger kann einen Beitrag leisten, um hilfsbedürftige Menschen ins Alltagsleben einzubeziehen und nicht auszugrenzen: beim Friseur, in den öffentlichen Verkehrsmitteln, im Taxi, beim Einkaufen im Geschäft, beim Überqueren der Straße etc. Hier ist auch das Verständnis der Berufstätigen an ihrem Arbeitsplatz gefragt, z.B. Polizei, Post, Apotheke, Supermarkt etc.

Die Förderung der sozialen Teilhabe wirkt z.B. der Vereinsamung im Alter entgegen, hilft Lebensumbrüche besser zu bewältigen und entlastet pflegende Angehörige.

Die demenzfreundliche Gemeinde

Besonders für Menschen mit Demenz ist es wichtig, trotz fortschreitender Erkrankung und der damit verbundenen Veränderungen, möglichst lange aktiv und selbstständig am Alltag teilnehmen zu können. Sie benötigen dabei zunehmend Unterstützung durch Angehörige, Freunde und andere Personen des sozialen Umfelds. Eine wertschätzende Kommunikation, getragen von Achtung und Respekt, ist dabei besonders wichtig und hilft Missverständnisse zu vermeiden. Denn Menschen mit Demenz haben – je nach Stadium ihrer Erkrankung – besondere Bedürfnisse.

Die Unterstützung von Menschen mit demenziellen Beeinträchtigungen, die Anerkennung ihrer Fähigkeiten und ihnen die Teilhabe am öffentlichen Leben zu ermöglichen, sind auch eine Aufgabe der Gemeinde bzw. der gesamten Gesellschaft. Wichtig ist einer Stigmatisierung entgegenzuwirken, damit Menschen mit Demenz sich nicht vom sozialen Leben ausgeschlossen fühlen. Dies entlastet auch die pflegenden Angehörigen.

Die demenzsensible Gestaltung des Lebensumfeldes, aber auch Wertschätzung und Möglichkeit zur Selbstbestimmung, ermöglichen Menschen mit Demenz und deren Angehörigen diese Teilhabe. Dies trägt dazu bei, die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. In der Österreichischen Demenzstrategie wird empfohlen, auf kommunaler Ebene oder Gemeindeebene Maßnahmen zur Sensibilisierung und Information zu setzen und die demenzfreundliche Gestaltung der Lebensumwelt zu unterstützen. So können Menschen mit Demenz aktiv an gemeinsamen Vereinsaktivitäten teilnehmen, zum Friseur oder Supermarkt gehen etc.

Wie kann Sorgekultur gefördert werden?

Städte und Gemeinden können durch Projekte der Gesundheitsförderung die Bildung einer Sorgekultur in der Gemeinde oder im Stadtteil unterstützen. Die Projekte können folgende Bereiche abdecken:

Beispiele aus der Praxis sind:

Im Projekt „Demenzfreundliche Apotheke“ werden die Apotheken als vertraute Anlaufstelle für Beratung und Information genutzt. Ein wichtiges Ziel ist, den offenen Umgang mit dem Thema Demenz zu fördern, und eine Stigmatisierung der Betroffenen abzubauen bzw. zu vermeiden.

Im Projekt „Einsatz Demenz“ werden Polizistinnen und Polizisten gezielt auf den Umgang mit Menschen mit Demenz geschult und auf mögliche Situationen vorbereitet.

Im Zentrum des Projekts „Demenzfreundliche Modellgemeinde Moosburg“ steht die Entwicklung eines demenzfreundlichen kommunalen Umfelds, in dem Menschen mit Demenz und deren Angehörige jene Akzeptanz erfahren, die für ihre besondere Lebenslage so dringend gebraucht wird.

Weitere Informationen:

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