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Eltern streiten sich und Kind ist traurig © dmitrimaruta

Trennung & Scheidung

Dass es in einer Beziehung hin und wieder zu Konflikten kommt, ist vollkommen normal. Manchmal fällt aber auch die Entscheidung, dass eine Partnerschaft nicht mehr weitergeführt werden will bzw. kann. Zum Beispiel bei unüberbrückbaren Differenzen oder Gewalt. Trennung und Scheidung sind mit vielen Ängsten (z.B. bezüglich Finanzen oder Sorgerecht bei Kindern) und Herausforderungen verbunden. Eine gute Beratung ist in dieser schwierigen Situation wichtig. Wie Sie diese möglichst gut bewältigen können und wo Sie weiterführende Informationen bzw. Anlaufstellen finden . . .

Kein Beziehungsausweg mehr

Laut Statistik Austria betrug die Gesamtscheidungsrate 2016 40,5 Prozent, die mittlere Ehedauer 10,9 Jahre. Scheidungen sind also keine Seltenheit. Die Gründe für eine Scheidung sind individuell und vielfältig. Zum Beispiel:

  • Untreue,

  • nachlassende/fehlende Zuneigung,

  • Geldangelegenheiten,

  • mangelnde „Beziehungspflege“,

  • unvereinbare Fronten in Kindererziehungsbelangen sowie

  • Gewalt.

Rechtliche und weiterführende Informationen zur Beendigung eingetragener Partnerschaften sowie zu einvernehmlicher/streitiger Scheidung finden Sie auf www.help.gv.at.

Tipp Wenn Sie merken, dass Ihre Beziehung in einer Krise steckt, können Sie bereits bevor die Lage eskaliert Hilfe suchen – zum Beispiel bei einer Familienberatungsstelle oder im Rahmen einer Paarberatung/-therapie.

Beratungs- und Hilfsangebote

Mehrere Hilfsangebote erleichtern die Abwicklung der Trennung bzw. Scheidung und berücksichtigen dabei auch besonders das Wohlergehen der Kinder. Zu diesen Angeboten zählen:

  • Beratung vor einvernehmlicher Scheidung gemäß § 95 Abs. 1a AußStrG: In den meisten Fällen können sich Eltern in Sachen Obsorge, Kindesunterhalt etc. einigen. Dennoch bedeutet diese Situation für Kinder eine große Veränderung, die es zu bewältigen gilt. Um ihre Kinder bestmöglich unterstützen zu können, ist eine einmalige Beratung verpflichtend. In dieser erfahren Eltern, welche Gefühle Kinder mit der Trennung verbinden und welche Maßnahmen hilfreich sind. Die Bestätigung über diese Beratung muss dem Gericht vorgelegt werden.

  • Familien- und Scheidungsberatung bei Gericht: Diese Ansprechstelle kann kontaktiert werden, wenn eine Trennung bzw. Scheidung zu erwarten ist. Aber auch bei Problemen mit der Obsorge und in Unterhaltsfragen hilft diese Stelle weiter. Sie erhalten dort Rechtsberatung, psychologische Unterstützung sowie Informationen zu weiteren Unterstützungsangeboten. Diese Beratung ist anonym.

  • Mediation: Wird keine Einigung in Trennungsfragen erzielt, kann Mediation weiterhelfen. Dabei versuchen zwei Mediatorinnen/Mediatoren (mit juristischem bzw. psychosozialem Hintergrund und spezieller Mediationsausbildung) gemeinsam mit Ihnen eine Lösung zu finden.

  • Eltern- und Kinderbegleitung: Spezielle vom Familienministerium geförderte Vereine bieten therapeutische und pädagogische Hilfe für Eltern und Kinder an.

Nähere Informationen zu den Anlaufstellen sowie Rahmenbedingungen (Kosten etc.  sowie zu möglichen gerichtlichen Begleitmaßnahmen (Familiengerichtshilfe, Familien-, Eltern- oder Erziehungsberatung nach § 107, Kinderbeistand, Besuchsbegleitung) finden Sie auf der Website des BMFJ www.trennungundscheidung.at .

Mit Trennung/Scheidung umgehen

Trennung oder Scheidung ist ein tiefer Einschnitt in das eigene Leben bzw. auch in das von Kindern. Der Alltag gerät aus den Fugen. Angst, Verzweiflung, Wut und andere Gefühle tauchen auf. Zudem gilt es in dieser ohnehin schon anstrengenden Situation oft, als Alleinerziehende/Alleinerziehender zurechtzukommen bzw. sich gemeinsam auf die Kindesobsorge oder die Aufteilung von Gütern zu einigen. So schmerzhaft diese Phase ist, sie kann auch eine Chance für einen Neubeginn sein.

Um eine Trennung bzw. Scheidung bewusst zu verarbeiten, sind Gespräche mit anderen Menschen wichtig z.B. im Freundeskreis. Aber auch professionelle Hilfe (z.B. psychologische Unterstützung) und praktische Hilfe im Alltag (z.B. für Kinderbetreuung etc. können wesentliche Stützen in dieser schweren Zeit sein.

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