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Mann lehnt sich entspannt zurück © Yuri Arcurs

Richtig Sitzen im Job

Sitzende Tätigkeiten sind im Berufsleben weit verbreitet, aber eigentlich ungesund. Denn unser Körper ist nicht auf stundenlanges Sitzen ausgelegt, egal, in welcher Position. Eine aufrechte Sitzhaltung belastet die Bandscheiben und die Muskeln zwar gleichmäßig, dennoch wird die Muskulatur wegen der andauernden Haltearbeit mit der Zeit ermüden. Viele Menschen nehmen dann eine bequemere, aber auch ungesündere Sitzhaltung ein. Beim leicht nach vorne gebeugten Sitzen, das viele Menschen als angenehm empfinden, werden die Bandscheiben von der gekrümmten Wirbelsäule stärker belastet.

Einseitige Belastungen durch Sitzen können in den Muskeln zu Verspannungen führen. Daraus entstehen – auch in Verbindung mit Zeitdruck oder anderen seelischen Belastungen – unter Umständen Rückenschmerzen. Besonders schonend für Bandscheiben und Muskulatur wäre eine zurückgelehnte Position, doch diese ist im Büro kaum längere Zeit praktikabel. Jede Sitzposition hat also Vor- und Nachteile, wenn es darum geht, den Bewegungsapparat möglichst wenig zu belasten.

Dynamisches Sitzen ist gesund

Eine Antwort auf die Frage nach der richtigen Sitzhaltung im Job ist das sogenannte dynamische Sitzen. Dabei kann die Sitzposition immer wieder verändert werden – aufrecht, vorgebeugt oder nach rückwärts geneigt. Die Rückenlehne des Stuhls passt sich dabei der jeweiligen Position an und stützt den Bewegungsapparat. Öfters veränderte Sitzhaltungen verbessern die Durchblutung der Muskulatur und die Nährstoffversorgung der Bandscheiben. Falsches – sprich: statisches – Sitzen kann hingegen zu verschiedenen Beschwerden führen, wie Durchblutungsstörungen in den Beinen oder Verspannungen. Auch ein Wechsel vom Sitzen zum Stehen, z.B. an Stehpulten, bringt eine gesunde Abwechslung zu einseitigen Sitzhaltungen und beugt Rückenschmerzen vor.

Allerdings: Dynamisches Sitzen ist kein Muskeltraining. Um muskulären Schwächen und Beschwerden entgegenzuwirken, sind gezielte Kräftigungsübungen notwendig.

Tipp Kurze Bewegungspausen am Arbeitsplatz mit gezielten Übungen helfen, Sitzbeschwerden zu vermeiden. Mehr dazu unter: Sitzender Beruf: Bewegung gefragt.

Merkmale eines ergonomischen Sessels

Eine wichtige Voraussetzung für eine gesunde Sitzhaltung ist ein ergonomischer Sessel. Er entlastet den muskulären Halteapparat und stützt den Körper dort ab, wo Zwangshaltungen eine Überbeanspruchung verursachen können. Gleichzeitig bietet er kleine, aber wichtige Bewegungsanreize, z.B. durch eine flexible Rückenlehne oder eine variable Sitzfläche. Weitere ergonomische Merkmale sind eine verstellbare Sitzhöhe und verstellbare Armlehnen.

So sitzen Sie rückengerecht

In der aufrechten Sitzhaltung kann die Wirbelsäule eine natürliche doppelte S-Form einnehmen und wird dabei am günstigsten belastet. Das Becken ist leicht nach vorne gekippt, und der Rücken bildet ein natürliches Hohlkreuz. Ein ergonomischer Sessel unterstützt eine aufrechte Sitzhaltung.

  • Sitzhöhe: Die Sitzfläche ist in der richtigen Höhe, wenn Ober- und Unterarme sowie Ober- und Unterschenkel einen 90-Grad-Winkel bilden. Die Füße sollten dabei mit der ganzen Sohle auf dem Boden stehen und die Arme locker auf dem Tisch aufliegen. Die Sitzfläche sollte die Oberschenkel zu zirka zwei Drittel abstützen. Wichtig ist, Durchblutungsstörungen in den Beinen zu vermeiden, die zum Beispiel durch stark abgewinkelte Beine oder zu stark aufliegende Oberschenkel entstehen können. Ergonomiefachleute empfehlen daher auch Bürosessel mit einer leicht abfallenden Sitzfläche.
  • Sitztiefe: Man sollte so weit hinten sitzen, dass der Rücken die Lehne berührt. Die Sitzfläche ist richtig eingestellt, wenn zwischen Kniekehle und Vorderkante noch etwa eine Handbreit Platz ist.
  • Rückenlehne: Der Rücken sollte die Lehne berühren und im Lendenbereich großflächig abgestützt werden. Das Becken sollte leicht nach vorne gekippt sein, das unterstützt eine aufrechte Sitzhaltung.
  • Armlehnen: Wenn die Unterarme auf den Armlehnen aufliegen, werden die Schultern entlastet. Dabei sollten die Unterarme mit den Oberarmen einen rechten Winkel bilden. Manche Armstützen lassen sich auch zur Seite drehen, um die Maus besser bedienen zu können.

Sitzbälle für längeres Sitzen ungeeignet

Sitzbälle fordern von der Benutzerin/vom Benutzer ein oftmaliges Korrigieren der Sitzposition durch kleine Ausgleichsbewegungen. Dadurch werden unterschiedliche Muskelpartien beansprucht und statische Sitzhaltungen vermieden. Wegen der fehlenden Rückenstütze ermüden jedoch die Muskeln rasch. Die Folge: Aus der natürlichen Hohlkreuzhaltung wird eine ungesunde Rundrückhaltung, welche die Bandscheiben stark belastet. Für längeres Sitzen ist ein Sitzball daher nicht geeignet. Außerdem fehlen ergonomische Eigenschaften, wie Höhenverstellbarkeit, Arm- und Rückenstützen oder die Rollfähigkeit.

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