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Malaria © Dr_Kateryna

Malaria

Malaria ist eine Infektionskrankheit, die durch Stechmücken übertragen wird. Sie wird durch einzellige Parasiten – sogenannte Plasmodien – im Blut hervorgerufen und zählt zu den gefährlichsten Tropenkrankheiten.

Erreger: einzellige Parasiten der Gattung Plasmodium (Plasmodium falciparum, vivax, ovale und malariae); nach einer Infektion vermehren sich die Erreger in den Leberzellen, befallen dann die roten Blutkörperchen und lösen die typischen Symptome aus.

Übertragung: dämmerungs- und nachtaktive Stechmücken der Gattung Anopheles (Moskitos).

Verbreitung: 90 Prozent der Malariafälle kommen im tropischen Afrika vor. Weitere Hauptrisikogebiete sind v.a. die Salomonen, Amazonien, Indien, Afghanistan, Indochina, Papua-Neuguinea.

Malaria zählt zu den wichtigsten und gefährlichsten parasitären Erkrankungen des Menschen. Laut WHO sind im Jahr 2016 weltweit geschätzte 216 Millionen Fälle von Malaria aufgetreten, mit 445.000 Todesfällen. Insgesamt sind beide Zahlen jedoch aufgrund intensiver Bemühungen (v.a. Verteilung insektizidimprägnierter Moskitonetze an die Bevölkerung in den Verbreitungsgebieten, Behandlung von Infizierten mit wirksamen Medikamenten) rückläufig.

Österreich zählt zu jenen Ländern, in denen keine Malariaübertragung stattfindet, Kontakt mit Malaria findet für Einheimische nur auf Reisen statt. Im Jahr 2016 sind laut Statistik Austria 82 Fälle von Malaria in Österreich gemeldet worden. Es handelt sich dabei heutzutage vorwiegend um Personen mit Migrationshintergrund, die nach einem Besuch ihrer ursprünglichen Heimat infiziert zurückkehren.

Inkubationszeit: acht Tage bis mehrere Monate.

Beschwerdebild: Im Vordergrund aller Malariaformen stehen hohes Fieber über 38 Grad Celsius und grippeähnliche Symptome wie Kopf- und Gliederschmerzen, Schweißausbrüche, Schüttelfrost. Dazu kommt eine Blutarmut (Anämie). Der sonstige Krankheitsverlauf ist von der Art des Erregers abhängig.

  • Malaria tropica: Die gefährlichste Malariaform, ausgelöst durch Plasmodium falciparum, kann neben dem hohen Fieber von Durchfällen sowie von Funktionsstörungen von Leber, Niere, Herz und Lunge geprägt sein. Sie kann sehr schnell zu Nierenversagen, Koma und Schock führen und damit lebensbedrohlich werden. Die gefürchtetste und gefährlichste Komplikation der Malaria tropica ist die zerebrale Malaria, also die Beteiligung des Gehirns. Die Malaria tropica stellt ein akut lebensbedrohendes Krankheitsbild dar, der rasche Einsatz der richtigen Therapie (innerhalb von 24 Stunden) ist lebenswichtig. Wird die Malaria zu diesem Zeitpunkt bereits erkannt und richtig behandelt, hat die Patientin/der Patient eine hundertprozentige Überlebenschance. Mit jedem Tag, den man zuwartet, sinkt die Überlebenschance. Unbehandelt endet die Malaria tropica bei 50 bis 60 Prozent der Mitteleuropäerinnen/-europäer tödlich!

  • Malaria tertiana (P. vivax, seltener P. ovale) und quartana (P. malariae): Diese Malariaformen gehen ebenfalls mit hohem Fieber einher. Je nach Erreger tritt ein bestimmter Fieberrythmus auf: Bei der Malaria tertiana kommt es alle drei Tage zu einem Fieberschub, bei der Malaria quartana an jedem vierten Tag. Das Krankheitsbild zeigt jedoch praktisch immer einen gutartigen Verlauf.

Diagnose: Erregernachweis im Blut.

Vorbeugung & Therapie: Es gibt verschiedene Medikamente, die zur regulären Vorbeugung, als „Notfallselbsttherapie“ bzw. als Therapie eingesetzt werden können. Die Wahl des Malariamittels hängt vom Reiseziel und der Resistenzsituation des Malariaerregers ab. Reisende sollten sich spätestens zwei Wochen vor Reiseantritt bei einem Reisemedizin- oder Tropeninstitut über die aktuellen Prophylaxeempfehlungen informieren und gegebenenfalls eine Reisemedizinerin/einen Reisemediziner oder eine Infektiologin/einen Infektiologen aufsuchen.

Malariaprophylaxe: Zur Vorbeugung von Malaria sind entsprechende Maßnahmen zum Schutz vor Insektenstichen wichtig. Parallel gibt es Möglichkeiten zur Chemoprophylaxe:

  • Chemoprophylaxe: Darunter versteht man Medikamente, die nicht die Infektion, sondern die Vermehrung der Malariaerreger im Blut und damit den Ausbruch der Malaria verhindern. Sie werden für Reisen in Hochrisikogebiete mit schlechter medizinischer Versorgung empfohlen und müssen in regelmäßigen Abständen wiederholt eingenommen werden. 

    Wichtig: Im Falle einer Infektion kann es einige Wochen dauern, bis Symptome entstehen. Nach dem Mückenstich gelangt der Erreger zunächst in die Leberzellen und vermehrt sich dort. Erst danach gelangt er ins Blut und löst die typischen Beschwerden aus. Die meisten Präparate zur Chemoprophylaxe können den Erreger erst zu diesem Zeitpunkt wirksam bekämpfen. Sie müssen daher bis zu vier Wochen nach Verlassen des Malariagebietes weiter eingenommen werden. Einige moderne Präparate sind bereits wirksam, wenn sich der Erreger noch in den Leberzellen befindet; über das genaue Einnahmeschema wird individuell informiert.

    Die verfügbaren Medikamente sind nicht frei von Nebenwirkungen. Darüber hinaus nehmen Resistenzen zu, d.h., der Erreger von Malaria tropica wird weniger empfindlich. Eine dauerhafte Vorbeugung ist daher nur sinnvoll bei hohem Malariarisiko und schlechter medizinischer Versorgung vor Ort sowie bei bedenklicher Resistenzlage.
  • Notfallselbsttherapie: In Gebieten mit geringer Malariaprävalenz muss keine Chemoprophylaxe durchgeführt werden. Reisenden wird jedoch das Mitführen eines Medikamentes empfohlen, das eingenommen werden soll, wenn vor Ort malariaverdächtige Symptome (z.B. hohes Fieber) auftreten. Man bezeichnet dies als „Notfallselbsttherapie“ (NST). Entscheidend für die Wirksamkeit einer NST sind: 

    • Sofortiger Einsatz bei jedem Fieber über 38 Grad, ungeachtet ob zusätzliche Beschwerden bestehen (wie z.B. Durchfall), aber nur, wenn man schon wenigstens eine Woche im Malariagebiet unterwegs ist (davor kann die Malaria aufgrund ihrer Inkubationszeit nicht ausbrechen).
    • Einsatz des richtigen Medikamentes in der richtigen Dosierung.

Hinweis Auch nach Einnehmen einer Notfallselbsttherapie muss so schnell wie möglich ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden!

Malariatherapie: Die Sicherheit einer korrekt durchgeführten Malariaprophylaxe ist ziemlich hoch. Dennoch muss bei Auftreten von Fieber innerhalb eines Zeitraumes von vier Monaten nach der Reise immer auch an die Möglichkeit einer Malaria tropica und bis zu fünf Jahre danach an eine Malaria tertiana gedacht und die behandelnde Ärztin/der behandelnde Arzt von der Reise in Kenntnis gesetzt werden. Nur die Untersuchung des Blutes während des Fieberanfalles kann Klarheit schaffen. Bei bestätigtem Verdacht kann mit einer sofortigen Malariatherapie durch eine Tropenmedizinerin/einen Tropenmediziner oder eine Infektiologin/einen Infektiologen eine restlose Heilung herbeigeführt werden.

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