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Malaria © Dr_Kateryna

Malaria

Malaria ist eine Infektionskrankheit, die durch Stechmücken übertragen wird. Malaria ist eine Tropenkrankheit, die durch einzellige Parasiten – sogenannte Plasmodien – im Blut hervorgerufen wird.

Erreger: einzellige Parasiten der Gattung Plasmodium (Plasmodium falciparum, vivax, ovale und malariae)

Übertragung: dämmerungs- und nachtaktive Stechmücken der Gattung Anopheles (Moskitos).

Verbreitung: 90 Prozent der Malariafälle kommen im tropischen Afrika vor. Weitere Hauptrisikogebiete sind v.a. die Salomonen, Amazonien, Indien, Afghanistan, Indochina, Papua-Neuguinea. Malaria zählt zu den wichtigsten und gefährlichsten parasitären Erkrankungen des Menschen. Insgesamt ist jedoch die Zahl der Neuerkrankungen und der Todesfälle (weltweit jährlich 600.000) aufgrund intensiver Bemühungen (v.a. Verteilung insektizidimprägnierter Moskitonetze an die Bevölkerung in den Verbreitungsgebieten, Behandlung von Infizierten mit wirksamen Medikamenten) stark rückläufig.

Österreich zählt zu jenen Ländern, in denen keine Malariaübertragung stattfindet, Kontakt mit Malaria findet für Einheimische nur auf Reisen statt. Im Jahr 2014 sind laut Statistik Austria 68 Fälle von Malaria in Österreich gemeldet worden. Es handelt sich dabei heutzutage vorwiegend um Personen mit Migrationshintergrund, die nach einem Besuch ihrer ursprünglichen Heimat infiziert zurückkehren.

Fernreisende importieren jährlich etwa 60 bis 90 Malariaerkrankungen nach Österreich. (weltweit 200 Millionen Neuinfektionen und zwei Millionen Todesfälle jährlich).

Inkubationszeit: acht Tage bis mehrere Monate

Beschwerdebild: Im Vordergrund stehen hohes Fieber über 38 Grad Celsius, grippeähnliche Symptome und Blutarmut (Anämie). Der sonstige Krankheitsverlauf ist von der Art des Erregers abhängig.

  • Malaria tropica: Die gefährlichste Malariaform, ausgelöst durch Plasmodium falciparum, kann neben dem obligaten hohen Fieber von Durchfällen, Funktionsstörungen von Leber, Niere, Herz und Lunge geprägt sein. Die gefürchtetste und gefährlichste Komplikation der Malaria tropica ist die zerebrale Malaria, also die Beteiligung des Gehirns. Die Malaria tropica stellt ein akut lebensbedrohendes Krankheitsbild dar, der rasche Einsatz der richtigen Therapie (innerhalb von 24 Stunden) ist lebenswichtig. Wird die Malaria zu diesem Zeitpunkt bereits erkannt und behandelt, hat die Patientin/der Patient eine hundertprozentige Überlebenschance. Mit jedem Tag, den man zuwartet, sinkt die Überlebenschance. Unbehandelt endet die Malaria tropica bei 50 bis 60 Prozent der Mitteleuropäerinnen/-europäer tödlich!

  • Malaria tertiana (P. vivax, seltener P. ovale) und quartana (P. malariae): ebenfalls hohes Fieber, das mitunter einen bestimmten Fieberrhythmus aufweist. Das Krankheitsbild zeigt jedoch praktisch immer einen gutartigen Verlauf.

Diagnose: Erregernachweis im Blut

Vorbeugung & Therapie: Es gibt verschiedene Medikamente, die zur regulären Vorbeugung, als „Notfallselbsttherapie“ bzw. als Therapie eingesetzt werden können. Die Wahl des Malariamittels hängt vom Reiseziel und der Resistenzsituation des Malariaerregers ab. Reisende sollten sich spätestens zwei Wochen vor Reiseantritt bei einem Reisemedizin- oder Tropeninstitut über die aktuellen Prophylaxeempfehlungen informieren und gegebenenfalls eine Reisemedizinerin/einen Reisemediziner oder eine Infektiologin/einen Infektiologen aufsuchen.

Malariaprophylaxe: Zur Vorbeugung von Malaria stehen zwei Maßnahmen zur Verfügung, die möglichst parallel angewendet werden sollen:

  • Expositionsprophylaxe: Schutz vor Moskitostichen (Insektenschutz!)
    • Aufbringen von Repellentien (z.B. Diäthyltoluolamid, Ethylenhexanediol) auf unbedeckte Hautstellen,
    • Imprägnierung von Kleidung mit Repellentien und Insektiziden (z.B. Permethrin), Tragen von langärmeliger Oberbekleidung und langen Hosen,
    • Aufenthalt in klimatisierten Räumen,
    • Anbringen von Drahtgittern vor Fenster- und Türöffnungen,
    • Schlafen unter imprägnierten Moskitonetzen.

  • Chemoprophylaxe: Regelmäßige Einnahme von Medikamenten, die nicht die Infektion, sondern die Vermehrung der Malariaerreger im Blut und damit den Ausbruch der Malaria verhindern. Der Erreger gelangt allerdings nicht sofort nach der Infektion ins Blut; vielmehr macht er zuvor einen Vermehrungszyklus in der Leber durch, sodass es bis zu acht Wochen dauern kann, bis nach der Infektion durch die Stechmücke die Parasiten im Blut angelangt sind und die Chemoprophylaxe greifen kann. Aus diesem Grund müssen die Mittel zur Malariaprophylaxe bis zu vier Wochen nach Verlassen des Malariagebietes weiter eingenommen werden.
    Die verfügbaren Medikamente sind allerdings nicht frei von Nebenwirkungen. Darüber hinaus nehmen Resistenzen zu, d.h., der Erreger von Malaria tropica wird weniger empfindlich. Eine dauerhafte Vorbeugung ist nur sinnvoll bei hohem Malariarisiko und schlechter medizinischer Versorgung vor Ort sowie bei bedenklicher Resistenzlage.
  • Notfallselbsttherapie: In Gebieten mit geringer Malariaprävalenz muss die Medikation nicht ständig eingenommen werden, sondern nur im Falle von auftretendem hohem Fieber vor Ort. Man bezeichnet dies als „Notfallselbsttherapie“ (NST). Entscheidend für die Wirksamkeit einer NST sind:
    • Sofortiger Einsatz bei jedem Fieber über 38 Grad, ungeachtet ob zusätzliche Beschwerden bestehen (wie z.B. Durchfall), aber nur, wenn man schon wenigstens eine Woche im Malariagebiet unterwegs ist (davor kann die Malaria aufgrund ihrer Inkubationszeit nicht ausbrechen).
    • Einsatz des richtigen Medikamentes in der richtigen Dosierung.

Malariatherapie: Die Sicherheit einer korrekt durchgeführten Malariaprophylaxe ist ziemlich hoch. Dennoch muss bei Auftreten von Fieber innerhalb eines Zeitraumes von vier Monaten nach der Reise immer auch an die Möglichkeit einer Malaria tropica und bis zu fünf Jahre danach an eine Malaria tertiana gedacht und die behandelnde Ärztin/der behandelnde Arzt von der Reise in Kenntnis gesetzt werden. Nur die Untersuchung des Blutes während des Fieberanfalles kann Klarheit schaffen. Bei bestätigtem Verdacht kann mit einer sofortigen Malariatherapie durch eine Tropenmedizinerin/einen Tropenmediziner oder eine Infektiologin/einen Infektiologen eine restlose Heilung herbeigeführt werden.

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