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Vater mit Baby © Halfpoint

Vaterschaftstests

Von „Kuckuckskindern“ spricht man, wenn ein Kind von einem anderen Vater abstammt, als es die Familie widerzuspiegeln scheint. Gewissheit schaffen Abstammungsuntersuchungen, umgangssprachlich auch als Vaterschaftstest bezeichnet. Aber auch die Mutter kann dadurch eindeutig identifiziert werden, z.B. wenn Kinder nach der Geburt vertauscht werden . . .

Ungewissheit in Bezug auf die Abstammungsverhältnisse kann für die Betroffenen eine schwere Belastung darstellen, sowohl für Väter als auch Kinder oder Mütter. Auch in rechtlicher Hinsicht kann eine eindeutige Zuordnung der Abstammung von Kindern relevant sein, etwa bei einem Obsorge- oder Unterhaltsverfahren im Rahmen einer Partnerschaftstrennung.

Wie funktioniert ein Vaterschaftstest?

Das Erbmaterial des Menschen liegt in Form von Chromosomen vor, die aus DNA-Fäden gesponnen sind. Diese kommen in jeder menschlichen Zelle vor. Die 23 Chromosomenpaare – also insgesamt 46 Chromosomen – stammen jeweils zur Hälfte von der mütterlichen Eizelle bzw. vom väterlichen Spermium. Jeder Mensch trägt also einen individuellen „genetischen Fingerabdruck“ in sich, der u.a. anhand bestimmter Varianten der Erbsubstanz definiert wird. Diese genetischen Merkmale (sogenannte STRs) liegen in Form zweier Kopien vor. Eine Kopie kommt von der Mutter, die andere vom Vater – genau darauf fokussieren Vaterschaftstests.

Was braucht man für einen Vaterschaftstest?

Benötigt wird für die Untersuchung genetisches Material des Kindes und des Vaters. Zur besseren Untermauerung des Ergebnisses kann auch genetisches Material der Mutter mituntersucht werden. Ausreichend sind dazu meist geringe Mengen Speichel, Finger- oder Zehennägel, Haare oder etwas Blut. Auch mit Utensilien wie z.B. Zahnbürste oder Kaugummi kann man zu genetischem Material für den Vaterschaftstest gelangen, vorausgesetzt diese wurden ausschließlich von Vater, Kind bzw. Mutter verwendet. Ist ein Vaterschaftstest mit rechtlicher Haltbarkeit erforderlich, muss die Probenentnahme durch eine Sachverständige/einen Sachverständigen erfolgen.

Weitere Informationen erhalten Sie beim Amtshelfer Help.gv.at unter Vaterschaft sowie unter Feststellung der Vaterschaft durch Gericht.

Was wird beim Vaterschaftstest untersucht?

Bei einem Vaterschaftstest wird verglichen, wie viele STRs an mehreren Markerstellen bei Vater und Kind übereinstimmen. Liegt Probenmaterial der Mutter vor, kann noch eindeutiger zugeordnet werden. Anhand statistischer Methoden wie z.B. des Likehood-Faktors kann rechnerisch eine Aussage über die Wahrscheinlichkeit der Vaterschaft getätigt werden. Wie lange es dauert, bis das Ergebnis zur Verfügung steht, ist unterschiedlich und abhängig von der Methode sowie dem Anbieter, der Praxis bzw. dem Institut.

 

Vaterschaftstest sind hochsensibel und können . . .

  • . . . eine Vaterschaft mit bis zu 99,999-prozentiger Wahrscheinlichkeit nachweisen bzw.
  • . . . mit 100-prozentiger Wahrscheinlichkeit ausschließen. 

Wohin kann ich mich wenden?

Möchten Sie ein Abstammungsgutachten („Vaterschaftstest“) durchführen lassen, wenden Sie sich am besten an folgende Stellen:

  • Fachärztin/Facharzt für Medizinische Genetik,
  • Fachärztin/Facharzt für Humangenetik sowie
  • Einrichtungen bzw. Institute für Medizinische Genetik, u.a. an (Universitäts-)Klinken. Mehr unter Genetische Tests: Beratung & Hilfe.

Ist die psychische Belastung durch ein Testergebnis schwer zu bewältigen, kann eine psychosoziale Betreuung hilfreich sein, z.B. durch eine/einen klinische Psychologin/klinischen Psychologen, Psychotherapeutin/Psychotherapeuten.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die Kosten für einen Vaterschaftstest werden von den Sozialversicherungsträgern nicht übernommen und sind selbst zu bezahlen. Die anfallenden Kosten sind je nach Anbieter, Praxis bzw. Institut unterschiedlich.

Downloads & Broschüren

Genetische Tests in der Medizin (Europarat)

Euro-Gentest: Informationsblätter auf Deutsch zu diversen Themen wie Gentest und Genetik (Universität Leuven)

www.orpha.net: Informationen zu seltenen Krankheiten, diagnostischen Tests u.v.m. (Orphan)

Pränataldiagnostik - spezielle vorgeburtliche Untersuchungen (Bundesministerium für Familie und Jugend)

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