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Zahnarzt mit Zahnmodell © ponsulak

Weisheitszähne, Wurzelbehandlungen & Co.

Zu den häufigsten zahnärztlichen Behandlungen zählen Zahnextraktion, Wurzelkanalbehandlung und Wurzelspitzenresektion. Diese Routineverfahren werden unter örtlicher Betäubung oder, falls nötig, unter Vollnarkose durchgeführt . . .

Zahnentfernung

Bei praktisch jedem Menschen müssen im Lauf des Lebens ein oder mehrere Zähne „gezogen“ werden. Es gibt eine Vielzahl von Gründen, warum eine Zahnentfernung (Zahnextraktion) notwendig ist, z.B.:

  • Die Karies ist schon tief in den Zahn vorgedrungen und eine Wurzelbehandlung ist nicht möglich oder nicht erwünscht.
  • Eine Entzündung hat einen großen Teil des Zahnes und des umgebenden Knochens zerstört.
  • Im Mund ist nicht genügend Platz für alle Zähne.
  • Ein Zahn ist teilweise durchgebrochen und stellt eine erhöhte Infektionsgefahr sowie eine Gesundheitsbedrohung für den umgebenden Knochen oder umliegende Zähne dar.

Bevor Ihre Zahnärztin/Ihr Zahnarzt einen Zahn entfernt, verschafft sie/er sich einen Überblick über Ihre medizinische und zahnmedizinische Krankengeschichte. Mittels Röntgenuntersuchung werden Länge, Form und Position des Zahns und des umgebenden Knochens bestimmt. Daraus lässt sich der Schwierigkeitsgrad des Eingriffs abschätzen.

Bei einer einfachen Extraktion wird unter lokaler Betäubung der entsprechenden Region der Zahn mit speziellen Instrumenten gelockert und dann mit einer Zahnzange entfernt.
Sind weitergehende chirurgische Maßnahmen zur Zahnentfernung wie die Bildung eines Schleimhaut-Knochenhaut-Lappens und das Abtragen von Knochen erforderlich, kann in sehr seltenen Fällen eine Vollnarkose erforderlich sein. Nach dem Eingriff wird gegebenenfalls der darunter liegende Knochen geglättet und der operierte Bereich genäht.

Nach der Zahnextraktion können Schmerzen und Schwellungen auftreten, diese gehen jedoch nach ein paar Tagen zurück. Möglicherweise kann kurzfristig die Einnahme von Schmerzmitteln – am besten von der Zahnärztin/dem Zahnarzt verschrieben – hilfreich sein. Acetylsalicylsäure (Aspirin) sollte nach einer Zahnextraktion nicht zur Anwendung kommen, da es die Blutgerinnung und Koagelbildung negativ beeinflusst. Günstiger sind in diesem Fall Schmerzmittel, die Ibuprofen, Paracetamol oder Diclofenac enthalten. Bei dauerhaften oder starken Schmerzen, Schwellungen, Blutungen oder Fieber sollten Sie umgehend Ihre Zahnärztin/Ihren Zahnarzt kontaktieren.

Sonderfall Weisheitszähne

Weisheitszähne sind die hintersten Backenzähne an jeder Seite des Kiefers. Sie sind die letzten Zähne, die – üblicherweise im Alter zwischen 16 und 20 Jahren – in die Mundhöhle durchbrechen. Häufig ist für sie nicht mehr ausreichend Platz vorhanden. Dies kann dazu führen, dass die Weisheitszähne eingekeilt sind, nur teilweise durchbrechen oder im Kiefer querliegen. Dadurch kann es zu schmerzhaften Schwellungen und Entzündungen kommen. Manchmal ist ein kleiner operativer Eingriff erforderlich, um einem Weisheitszahn zum Durchbruch zu verhelfen.

Weisheitszähne entwickeln oft schon früh Karies und werden daher häufig bereits in jungen Jahren gezogen, nicht zuletzt, weil ihr Fehlen weder unsere Kaufunktion beeinträchtigt noch Auswirkungen auf die Bissstellung oder ästhetische Nachteile mit sich bringt.

Wurzelbehandlung

Bei einer Wurzelbehandlung wird unheilbar erkranktes, entzündetes, verletztes oder bereits abgestorbenes Zahnmark (Zahnpulpa) entfernt. Damit soll verhindert werden, dass sich Eiter und in weiterer Folge ein Abszess an der Wurzelspitze bildet, das den Knochen zerstören kann. Die häufigsten Ursachen für eine Beschädigung oder ein Absterben des Zahnmarks sind ein angeschlagener oder verletzter Zahn oder ein tiefes kariöses Loch.

Typische Beschwerden sind:

  • Wärmeschmerz,
  • Schmerz beim Aufbeißen oder unabhängig vom Essen,
  • ein Zahn fühlt sich verlängert an,
  • Druckgefühl im Bereich der Wurzelspitze.

Das einfachste Diagnoseverfahren ist die sogenannte Vitalitätsprüfung mit dem Eisspray. Empfindet die Patientin/der Patient dabei starke Schmerzen, die nicht binnen weniger Sekunden wieder verschwinden, deutet dies auf eine Entzündung des Zahnmarkes hin. Vor Beginn der Behandlung wird der Zahn geröntgt, um den Entzündungsgrad sowie die anatomischen Gegebenheiten festzustellen. Diese Informationen ermöglichen der Zahnärztin/dem Zahnarzt zu entscheiden, ob der Zahn erhalten und wie die Behandlung durchgeführt werden kann.

Zunächst wird mit einem sterilen Bohrer ein Zugang zum entzündeten Zahnmark geschaffen und dieses mit einem speziellen Löffelchen (Exkavator) oder einer Nervnadel aus allen Nervenkanälen – ein bis fünf, je nach Zahn – entfernt. Im Anschluss daran wird der entstandene Hohlraum gereinigt, desinfiziert und mit einer Wurzelkanalfüllung bakteriendicht verschlossen. Zuletzt wird meistens eine Krone auf den Zahn gesetzt, um seine natürliche Form und sein Aussehen wiederherzustellen. Manchmal wird ein Metall- oder Kunststoffstift in den Kanal eingeführt, um der Krone einen besseren Halt zu bieten. Durch dieses mehrstufige Verfahren, das meist mehrere Zahnarztbesuche erfordert, können heutzutage viele Zähne gerettet werden, die früher gezogen werden mussten.

Hinweis Ein wurzelbehandelter Zahn kann bei richtiger Pflege ein Leben lang halten. Da Karies auch bei behandelten Zähnen auftreten kann, sind eine gute Mundpflege und regelmäßige Kontrolluntersuchungen unerlässlich, um weitere Probleme zu vermeiden.

Weitere Informationen erhalten Sie unter Gesunde Zähne.

Wurzelspitzenresektion

Eine Wurzelspitzenresektion (WSR) ist ein operativer Eingriff, bei dem die Wurzelspitze eines bereits wurzelbehandelten Zahnes sowie ihre entzündete Umgebung entfernt werden. Sie ist notwendig, wenn eine im Vorfeld ausgeführte Wurzelbehandlung nicht zur Entzündungsfreiheit geführt hat und dient dem Erhalt des betroffenen Zahnes.

Typische Beschwerden, die zu einer Wurzelspitzenresektion führen können:

  • Schmerzen, örtlich oder ausstrahlend,
  • Druckgefühl,
  • akutes Aufflammen einer chronischen Entzündung rund um die Wurzelspitze, gegebenenfalls mit Bildung eines Abszesses oder einer Fistel,
  • Aufbiss- bzw. Klopfempfindlichkeit eines Zahnes.

Bei der Operation wird in örtlicher Betäubung ein Zugang durch den Knochen zur Wurzelspitze geschaffen und das entzündete Gewebe entfernt. Im Anschluss daran kann bereits die endgültige Wurzelfüllung des Zahnes erfolgen. Nach Desinfektion wird die Wunde mittels einer Naht verschlossen. Bei erfolgreicher Behandlung kann der Zahn über viele Jahre erhalten werden.

Wohin kann ich mich wenden?

Zahnextraktionen, Wurzelbehandlungen und Wurzelspitzenresektionen sind Routinebehandlungen, die in jeder Zahnarztpraxis durchgeführt werden können.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die Kosten für medizinisch begründete Zahnextraktionen sowie für Wurzelbehandlungen und Wurzelspitzenresektionen werden von den Sozialversicherungsträgern übernommen.

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