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Erste Hilfe bei kleinen Wunden

Kleine oberflächliche Verletzungen, wie Abschürfungen, kleine Schnittwunden sowie leichte Verbrennungen, kommen im Alltag häufig vor. Viele dieser Wunden können selbst versorgt werden und heilen meist innerhalb weniger Tage ohne Komplikationen. Damit eine Wunde gut heilen kann und es nicht zu einer Infektion kommt, empfehlen Fachleute auch bei kleinen Wunden eine sorgfältige Versorgung. In bestimmten Situationen, wie bei tiefen, stark blutenden Verletzungen, ist eine ärztliche Abklärung ratsam.

Hinweis

Wenn Sie sich unsicher über die richtige Versorgung einer Wunde sind, rufen Sie die Gesundheitsberatung 1450. In Notfällen bei einer schweren Verletzung rufen Sie die Rettung unter 144.

Erste Hilfe bei Wunden: Was kann ich selbst tun?

Fachleute empfehlen für die Versorgung einer Wunde folgende Schritte:

Reinigen der Hände

Hände gründlich mit Seife und sauberem Wasser waschen oder ein Mittel zur Händedesinfektion verwenden. Falls vorhanden können bei der Ersten Hilfe sterile Einweghandschuhe getragen werden. Sie schützen sowohl vor Infektionen durch Blutkontakt als auch die verletzte Person vor Keimen, die sich auf den Händen befinden können. Auch vor jedem weiteren Kontakt mit der Wunde, etwa beim Verbandswechsel, sollten die Hände gründlich gereinigt werden.

Stillen der Blutung

Fachleute empfehlen, die Wunde zunächst für ein paar Sekunden bluten zu lassen. So werden Schmutz und Keime aus der Wunde gespült. Anschließend kann mit einem sauberen Taschentuch oder einer sterilen Kompresse auf die Wunde gedrückt werden. Es kann einige Minuten dauern, bis die Blutung stoppt. Das Hochlagern des verletzten Körperteils kann dabei unterstützen.
Bei starken Blutungen raten Fachleute, stark auf die Wunde zu drücken oder einen Druckverband anzulegen. 

Ein Druckverband wird folgendermaßen angelegt:

  • Sterile Wundauflage auflegen: Zunächst eine sterile Wundauflage auf die Wunde legen.
  • Druckpolster aufbringen: Anschließend etwas Festes auf die Wundauflage setzen, z.B. eine Packung Taschentücher oder ein ungeöffnetes Verbandspäckchen.
  • Straff umwickeln: Den Druckpolster mit einer Mullbinde mit etwas Druck umwickeln.
  • Verband fixieren: Zum Schluss das Ende der Mullbinde mit einem Heftpflaster fixieren.

Wunde reinigen und abdecken

Die Wunde mit sauberem Wasser oder einer geeigneten Wundspüllösung spülen. Die Wunde mit einem Pflaster oder einem Verband abdecken. Dabei mit sauberen Händen arbeiten und die Wunde möglichst nicht berühren. Fachleute empfehlen, den Verband alle ein bis zwei Tage zu wechseln oder früher, wenn er feucht oder verschmutzt ist. Betroffene Menschen sollten dabei auf Anzeichen für eine Wundinfektion achten. Pflaster oder Verband können entfernt werden, sobald die Wunde geschlossen ist.

Auch leichte Verbrennungen oder Verbrühungen können in den meisten Fällen selbst behandelt werden.

Impfschutz gegen Tetanus prüfen

Nachdem die Wunde erstversorgt wurde, empfehlen Fachleute, den Impfschutz der verletzten Person gegen Tetanus (Wundstarrkrampf) zu überprüfen, z.B. im Impfpass. Wenn unklar ist, ob ein ausreichender Schutz besteht, kann eine Ärztin oder ein Arzt dabei helfen und die Impfung bei Bedarf auffrischen.

Warum ist die Versorgung kleiner Wunden wichtig?

Damit eine Wunde gut heilen kann, ist eine sorgfältige Erstversorgung wichtig. Denn auch kleine Wunden können zu Komplikationen führen, wenn sie nicht gut versorgt werden. Die Haut dient als natürliche Schutzbarriere und verhindert, dass Krankheitserreger in den Körper gelangen. Ist sie verletzt, können Keime eindringen und eine Infektion auslösen. Bei gesunden Menschen heilt eine einfache Wunde meist innerhalb von sieben bis zehn Tagen. Eine infizierte Wunde heilt schlechter, kann sich entzünden und im schlimmsten Fall zu einer Sepsis führen.

Wann sollte eine Wunde ärztlich versorgt werden?

In bestimmten Fällen empfehlen Fachleute, eine Wunde ärztlich untersuchen und behandeln zu lassen. Dazu zählen u.a.:

  • Große, tiefe oder klaffende Wunden: Z.B. größere Platzwunden ab etwa 0,5 bis ein Zentimeter Länge werden in der Regel genäht, geklammert oder geklebt, damit sie besser verheilen. Das Schließen der Wunde auf diesem Weg ist meist nur innerhalb der ersten sechs Stunden nach der Verletzung möglich. Daher empfehlen Fachleute, bei solchen Verletzungen möglichst früh eine Ärztin oder einen Arzt aufzusuchen. 
  • Bisswunden: Sie können sich leicht infizieren, da durch den Biss Bakterien aus dem Mund von Tieren oder Menschen tief ins Gewebe gelangen können. Besonders häufig kommt es zu Infektionen nach Katzenbissen, gefolgt von Menschen- und Hundebissen. Erde, Schmutz oder andere Verunreinigungen erhöhen das Risiko für Infektionen und sollten ärztlich beurteilt werden.
  • Stark verschmutzte Wunden: Erde, Schmutz oder andere Verunreinigungen erhöhen das Risiko für Infektionen und sollten ärztlich beurteilt werden.
  • Wunden mit einem Fremdkörper: Wenn ein Fremdkörper, etwa ein Messer oder Splitter, in der Wunde steckt, sollte dieser von Laien nicht entfernt werden. Das Herausziehen kann Blutungen oder weitere Verletzungen verursachen. Fachleute empfehlen, den Fremdkörper zu belassen und die Rettung 144 zu rufen.
  • Bei einer schweren Verbrennung oder Verbrühung
  • Bei fehlender oder schon lange zurückliegender Tetanusimpfung: Fachleute empfehlen auch bei kleinen Wunden eine ärztliche Abklärung, wenn unklar ist, ob ein ausreichender Impfschutz besteht oder die letzte Tetanusimpfung länger als fünf Jahre zurückliegt.
  • Stark blutende Wunde: Wenn die Blutung nach zehn bis 20 Minuten nicht nachlässt und sich auch durch starken Druck nicht stillen lässt, ist medizinische Hilfe notwendig. Bei einer starken Blutung sollte die Rettung unter 144 verständigt werden.
  • Wenn sich der Zustand der Wunde verschlechtert oder bei Anzeichen für eine Infektion, wie Rötung, Schwellung, unangenehmer Geruch, zunehmende Schmerzen, Eiterbildung oder Fieber.
  • Bei Hinweisen auf zusätzliche Verletzungen: Dazu zählen u.a. mögliche Schäden an Knochen, Sehnen oder Nerven sowie Anzeichen für eine Gehirnerschütterung. Mögliche Symptome können Schwindel, Übelkeit, Taubheitsgefühle oder eingeschränkte Beweglichkeit am betroffenen Körperteil sein. 

Wohin kann ich mich für die Versorgung einer Wunde wenden?

Wenn Sie sich unsicher sind, wie Sie eine Wunde selbst versorgen können, rufen Sie die Gesundheitsberatung 1450.

In Notfällen bei einer schweren Verletzung rufen Sie die Rettung unter 144. Sie können auch eine Akutambulanz im Krankenhaus aufsuchen.

Akute Wunden können auch durch die Hausärztin oder den Hausarzt oder in einer Primärversorgungseinheit (PVE) versorgt werden.

Letzte Aktualisierung: 3. Juni 2026

Erstellt durch: Redaktion Gesundheitsportal

Expertenprüfung durch: Dr. Christoph Heiserer, Facharzt für Allgemeinmedizin und Familienmedizin

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