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Läufer mit Wadenschmerzen © Kara
Läufer mit Wadenschmerzen © Kara

Muskelkrampf, -verhärtung & Muskuläre Dysbalancen

Muskelverhärtungen bzw. Muskelkrämpfe gehören zu den häufigsten Begleiterscheinungen bei sportlichen Aktivitäten. Sie sind meist schmerzhaft und können die muskulären Leistungen stark beeinträchtigen. Als häufige Ursachen gelten Übermüdung oder Überbelastung der Muskulatur. 

Was ist ein Muskelkrampf?

Der Muskelkrampf ist eine ungewollte schmerzhafte Anspannung (Kontraktion) unterschiedlicher Stärke und Dauer eines Muskels, also ein extremer Spannungszustand der Muskulatur. Man nimmt an, dass die Eiweißfäden Aktin und Myosin, die zur Kontraktion eines Muskels dienen, ineinander „verhakt“ bleiben und sich nicht lösen können. 

Welche Ursachen hat ein Muskelkrampf?

Die Ursachen eines Muskelkrampfes sind meist Übermüdung oder Überanstrengung der Muskulatur (vor allem bei körperlicher Arbeit sowie im Wettkampf, in dem der psychische Stress eine zusätzliche Rolle spielt), muskuläre Dysbalancen oder ungünstige Ausrüstung wie z.B. falsches Schuhwerk. Auch vermehrter Flüssigkeits- und Elektrolytverlust (z.B. durch starkes Schwitzen, Durchfall, Erbrechen) kann zu wiederholten, schmerzhaften Muskelkrämpfen führen. Als Ursache spielt dabei vor allem ein Magnesiummangel eine Rolle. Mehr zum Thema: Magnesium

Zudem können bestimmte Erkrankungen (z.B. Diabetes, Durchblutungs- oder Gefäßerkrankungen, neurologische Erkrankungen) und einige Medikamente sowie eine Schwangerschaft das Auftreten von Muskelkrämpfen begünstigen.

Welche Symptome können auftreten? 

Bei einem Muskelkrampf wird die Muskulatur steinhart und sehr schmerzhaft. Muskelkrämpfe, die im Zusammenhang mit Sport auftreten, betreffen besonders häufig die Wadenmuskulatur, etwa bei Fußballspielern in der zweiten Spielhälfte, nicht selten bei hohen Außentemperaturen. Auch Muskelkrämpfe anderer Ursache treten gehäuft als Beinkrämpfe auf, typischerweise in Ruhe bzw. nachts. Ein Muskelkrampf dauert für gewöhnlich nur einige Sekunden oder wenige Minuten an.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Die Diagnose ergibt sich aus dem Zusammenhang der Beschwerden und der sportlichen Aktivität, oft ist keine weitere Diagnostik nötig. Bei immer wieder auftretenden Krämpfen sowie bei Krämpfen, die sich nicht nach kurzer Zeit wieder lösen oder wenn zusätzliche Beschwerden auftreten (z.B. Gefühls- oder Bewegungsstörungen oder anderen Krankheitssymptomen) muss die zugrunde liegende Ursache erforscht werden. Es werden eine Blutuntersuchung (zur Beurteilung z.B. des Elektrolythaushaltes, des Blutzuckerspiegels) sowie je nach Ergebnissen weiterführende Tests (z.B. Elektromyografie, MRT) durchgeführt.

Wie erfolgt die Behandlung?

Um einen Muskelkrampf zu lösen, sollte die betroffene Muskulatur passiv – und falls möglich aktiv – gegen ihre Kontraktionsrichtung bewegt bzw. gedehnt werden (bei Wadenkrämpfen mit der Fußsohle fest auf den Boden auftreten oder den Fuß mit der Hand nach oben Richtung Schienbein ziehen). Auch eine Massage kann die Muskulatur entspannen.

Insbesondere bei Muskelkrämpfen im Sport ist es wichtig, ausreichend nicht zu kalte Flüssigkeit (Wasser, Tee, Saft etc.) zu trinken. In hartnäckigen Fällen kann eine Ärztin/ein Arzt eine Infusion verabreichen und/oder für zwei bis drei Tage ein muskelentspannendes Medikament verordnen. Auch Wärmeanwendungen werden von der Sportlerin/dem Sportler oft als angenehm empfunden.

Bei Magnesiummangel kann die Einnahme von Magnesiumpräparaten angezeigt sein. Die Behandlung mit Chinin hat sich als wirksam gegen nächtliche Muskelkrämpfe erwiesen, sollte aber aufgrund der hohen Nebenwirkungsrate nur in Ausnahmefällen und unter streng einzuhaltenden regelmäßigen Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden.

Je nach zugrunde liegender Ursache ist zudem eine entsprechende Behandlung der Grunderkrankung notwendig.

Wie Sie einem Muskelkrampf vorbeugen können

Vorgebeugt werden kann durch Dehn- und Aufwärmübungen vor dem Sport. Auch nächtlichen Wadenkrämpfen kann durch regelmäßiges passives Dehnen der betroffenen Muskulatur vor dem Zubettgehen vorgebeugt werden. Weiters sollten muskuläre Dysbalancen vermieden werden, ein Flüssigkeits- und Elektrolytdefizit gegebenenfalls ausgeglichen sowie auf geeignete Sportausrüstung geachtet werden. Vor dem Training ist zudem eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr wichtig.

Was ist eine Muskelverhärtung?

Als Muskelverhärtung oder Muskelhartspann bezeichnet man lokalisierte Verhärtungen innerhalb eines Muskels („Verspannung“).

Welche Ursachen hat eine Muskelverhärtung? 

Die Ursache einer Muskelverhärtung ist meist eine Überbeanspruchung oder eine Fehlbelastung des betroffenen Muskels. Dadurch kommt es lokal zu einer verminderten Durchblutung und einer Ansammlung von Stoffwechselprodukten, die in weiterer Folge zu einer Muskelfaserschwellung und unter Umständen auch zu einer Schädigung der Muskelstruktur führen.

Häufig liegt eine zu hohe Trainingsintensität bzw. zu hohe Wettkampfbelastung im Sport zugrunde. Auch monotone Bewegungsabläufe während der Arbeit, Reizung von Nervenfasern („eingeklemmter Nerv“), Wirbelsäulen- oder Gelenkschäden, ungeeignete oder neue Sportschuhe etc. können eine Fehlbelastung bzw. Fehlhaltung und damit Muskelverhärtungen nach sich ziehen. 

Welche Symptome können auftreten?

Die Muskelverhärtung wird als ungewohntes, unangenehmes und leistungsbehinderndes Spannungsgefühl empfunden. Die erhöhte Muskelspannung ist meist schmerzhaft, die Beschwerden strahlen oft auch in die Umgebung aus. Unter weiterer Belastung kann die Verspannung zunehmend Schmerzen verursachen und zu Muskelfaserrissen führen. Oberflächlich gelegene Verspannungen sind durch die Haut gut tastbar (z.B. in der Nackenmuskulatur) und typischerweise druckschmerzhaft.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Die Diagnose orientiert sich an den Symptomen. Eine objektive Nachweismethode gibt es nicht.

Wie erfolgt die Behandlung?

Der Wettkampf oder das Training sollte möglichst sofort bei Auftreten einer Muskelverhärtung beendet werden. Hilfreich ist die Anwendung von Wärme (z.B. Wärmflasche oder warmes Bad) oder eine moderate Massage zur Förderung der Muskeldurchblutung. Unterstützend können von einer Ärztin/einem Arzt entzündungshemmende Medikamente verordnet werden. In sehr hartnäckigen Fällen können Infiltrationen mit einem Lokalanästhetikum hilfreich sein.

Wie Sie einer Muskelverhärtung vorbeugen können

Vorgebeugt werden kann durch einen vernünftigen Trainingsaufbau mit Aufwärmphase vor der Belastung, langsame Intensitätssteigerung, regelmäßige Erholungspausen, Korrektur von Fehlhaltungen und fehlerhaften Bewegungsabläufen, gezieltes Bewegungstraining gegen einseitige Muskelbelastung, Massagen sowie Wasser- und Wärmeanwendungen zur Lockerung der angespannten Muskulatur.

Mehr zum Thema: Gesunde Bewegung

Was ist eine muskuläre Dysbalance?

Als muskuläre Dysbalance bezeichnet man ein Ungleichgewicht zwischen Muskelgruppen, die entgegengesetzte Funktionen erfüllen. Normalerweise besteht ein Gleichgewicht zwischen Agonist und Antagonist, also zwischen einem Muskel und seinem Gegenspieler (jenem Muskel, der die Gegenbewegung durchführt). So sind etwa die Gegenspieler der Bauchmuskeln die Rückenmuskeln (und umgekehrt). Bei einer Schwächung der Rückenmuskulatur kann durch das muskuläre Ungleichgewicht eine Fehlhaltung entstehen, z.B. im Sinne eines Rundrückens.

Muskuläre Dysbalancen führen zu einer Einschränkung der Leistungsfähigkeit des Bewegungsapparates. Sie sind ein häufiges Problem bei Sportlerinnen und Sportlern.

Welche Ursachen hat eine muskuläre Dysbalance?

Eine häufige Ursache für ein Ungleichgewicht der Muskulatur ist einseitiges Training bzw. einseitige Belastung einer Körperregion (z.B. die Bauchmuskeln werden mehr trainiert als die Rückenmuskulatur, die rechte Körperseite wird mehr belastet als die linke etc.). Auch monotone Tätigkeiten im Alltag, Überbeanspruchung, dauerhafte Fehlhaltungen oder falsche Bewegungsausführung, Verletzungen sowie ungenügende Regeneration nach dem Sport können dazu führen, dass einzelne Muskelgruppen unterschiedliche Spannungen aufweisen.

Welche Symptome können auftreten?

Das Hauptsymptom ist der Schmerz, anfangs nur unter Belastung, später – sofern keine Behandlung erfolgt – auch in Ruhe. Durch die veränderte Muskelspannung werden Sehnen, Bänder und Gelenke unterschiedlich belastet. In weiterer Folge führt dies auch zu einer Minderung der Leistungsfähigkeit.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Durch eine sorgfältige Untersuchung kann die erfahrene Sportmedizinerin/der erfahrene Sportmediziner muskuläre Dysbalancen feststellen. Darüber hinaus kann sie/er andere Erkrankungen des Bewegungsapparates sowie psychische Ursachen ausschließen.

Wie erfolgt die Behandlung?

Besonders gut wirken physikalische Therapie, z.B. gezielte Muskelkräftigung im Rahmen der Krankengymnastik, schonende manuelle Therapie oder vorsichtige Massagen. Bei akuten Schmerzen kann Kälteanwendung hilfreich sein, bei chronischen Schmerzen Wärme. Manchmal sind Medikamente erforderlich, z.B. Entzündungshemmer oder Präparate zur Entspannung der Muskulatur (Muskelrelaxantien). Auch das Einspritzen eines örtlichen Betäubungsmittels in die Haut („Quaddeln“) kann eine Schmerzlinderung bewirken.   

Wie Sie einer muskulären Dysbalance vorbeugen können

Vorgebeugt werden kann durch vielseitiges Trainingsprogramm mit individuell zusammengestelltem Krafttraining. 

Wohin kann ich mich wenden?

Bei muskulären Dysbalancen sowie bei wiederkehrenden Muskelkrämpfen oder –verhärtungen sollte zur Abklärung eine Ärztin/ein Arzt (z.B. Ärztin/Arzt für Allgemeinmedizin, Fachärztin/Facharzt für Unfallchirurgie, Sportmedizinerin/Sportmediziner) aufgesucht werden. 

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