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Läufer mit Wadenschmerzen © Kara

Muskelkrampf, -verhärtung & Muskuläre Dysbalancen

Muskelverhärtungen bzw. Muskelkrämpfe gehören zu den häufigsten Begleiterscheinungen bei sportlichen Aktivitäten. Sie sind meist schmerzhaft und können die muskulären Leistungen stark beeinträchtigen. Als Ursachen gleten meist Übermüdung oder Überbelastung der Muskulatur . . .

Muskelkrampf

Der Muskelkrampf ist eine ungewollte schmerzhafte Anspannung (Kontraktion) eines Muskels unterschiedlicher Stärke und Dauer, also ein extremer Spannungszustand der Muskulatur. Man nimmt an, dass die Eiweißfäden Aktin und Myosin, die zur Kontraktion eines Muskels dienen, ineinander „verhakt“ bleiben und sich nicht lösen können.   

Ursachen & Vorbeugung

Die Ursachen sind Übermüdung oder Überanstrengung der Muskulatur (v.a. im Wettkampf, in dem der psychische Stress eine zusätzliche Rolle spielt), Flüssigkeitsverlust und Elektrolytmangel, muskuläre Dysbalancen, ungünstige Ausrüstung wie z.B. falsches Schuhwerk. 

Vorgebeugt werden kann durch: Aufwärmübungen, Vermeidung von muskulären Dysbalancen, Ausgleich eines Flüssigkeits- und Elektrolytdefizits, geeignete Sportausrüstung. 

Symptome & Diagnose

Die Muskulatur ist steinhart und sehr schmerzhaft. Die Diagnose ergibt sich aus dem Zusammenhang der Beschwerden und der sportlichen Aktivität. Besonders häufig betroffen ist beispielsweise die Wadenmuskulatur bei Fußballspielern in der zweiten Spielhälfte, nicht selten bei hohen Außentemperaturen. 

Therapie

Der Muskelkrampf muss an Ort und Stelle gelöst werden – entweder durch die Sportlerin/den Sportler selbst oder eine andere Person. Dazu wird die betroffene Muskulatur passiv – und falls möglich aktiv – gegen ihre Kontraktionsrichtung bewegt und anschließend mit einem eiswassergetränkten Schwamm abgerieben. In hartnäckigen Fällen oder bei kurzfristig erneutem Auftreten eines Krampfes kann für zehn bis 15 Minuten ein nasser Eiswasserverband angelegt werden. Wichtig ist es, ausreichend nicht zu kalte Flüssigkeit (Wasser, Tee, Saft etc.) zu trinken. In hartnäckigen Fällen kann eine Ärztin/ein Arzt eine Infusion verabreichen und/oder für zwei bis drei Tage ein muskelentspannendes Medikament verordnen. Auch Wärmeanwendungen werden von der Sportlerin/dem Sportler oft als angenehm empfunden.

Muskelverhärtung

Als Muskelverhärtung oder Muskelhartspann wird die „Verspannung“ eines Muskels bezeichnet.  

Ursachen & Vorbeugung

Die Ursache ist ein zu hohe Trainingsintensität bzw. zu hohe Wettkampfbelastung, Reizung von Nervenfasern („eingeklemmter Nerv“), Wirbelsäulen- oder Gelenkschäden, ungeeignete oder neue Sportschuhe etc. Vorgebugt werden kann durch: vernünftiger Trainingsaufbau mit Aufwärmphase vor der Belastung, langsame Intensitätssteigerung, Erholungspausen, Korrektur von Fehlhaltungen und fehlerhaften Bewegungsabläufen, gezieltes Bewegungstraining gegen einseitige Muskelbelastung, Massagen, Wasser- und Wärmeanwendungen zur Lockerung der angespannten Muskulatur.

Symptome & Diagnose

Die Muskelverhärtung wird von der Sportlerin/vom Sportler als ungewohntes, unangenehmes und leistungsbehinderndes Spannungsgefühl empfunden. Die erhöhte Muskelspannung ist zwar nicht akut schmerzhaft, kann aber unter weiterer Belastung zunehmend Schmerzen verursachen bzw. bei Belastung zu Muskelfaserrissen führen. Die Diagnose orientiert sich an den Symptomen. Eine objektive Nachweismethode gibt es nicht.

Therapie

Der Wettkampf oder das Training sollte möglichst sofort bei Auftreten einer Muskelverhärtung beendet werden. Hilfreich ist die Anwendung von Wärme (z.B. Wärmflasche oder warmes Bad) oder moderate Massage zur Förderung der Muskeldurchblutung. Unterstützend können in hartnäckigen Fällen von einer Ärztin/einem Arzt entzündungshemmende Medikamente etc. verordnet werden.

Muskuläre Dysbalancen

Muskuläre Dysbalancen – ein Ungleichgewicht zwischen verschiedenen Muskelgruppen – führen zu einer Einschränkung der Leistungsfähigkeit des Bewegungsapparates. Sie sind ein häufiges Problem bei Sportlerinnen und Sportlern. Normalerweise besteht ein Gleichgewicht zwischen Agonist und Antagonist, seinem Gegenspieler. Beispiel für Agonisten sind die Rückenmuskeln, deren Antagonisten sind die Bauch- und Brustmuskeln (oder umgekehrt). Bei einer Schwächung der Rückenmuskulatur kann durch das muskuläre Ungleichgewicht, eine Fehlhaltung entstehen, z.B. im Sinne eines Rundrückens.

Ursachen & Vorbeugung

Die Ursachen sind: einseitiges Training, Überbeanspruchung und ungenügende Regeneration, falsche Bewegungsausführung, Verletzungen am Bewegungsapparat etc. Vorgebeugt werden kann durch vielseitiges Trainingsprogramm mit individuell zusammengestelltem Krafttraining. 

Symptome & Diagnose

Das Hauptsymptom ist der Schmerz, anfangs nur unter Belastung, später – sofern keine Behandlung erfolgt – auch in Ruhe. Durch eine sorgfältige Untersuchung kann die erfahrene Sportmedizinerin/der erfahrene Sportmediziner muskuläre Dysbalancen feststellen. Darüber hinaus kann sie/er andere Erkrankungen des Bewegungsapparates sowie psychische Ursachen ausschließen.

Therapie

Besonders gut wirkt physikalische Therapie, z.B. gezielte Muskelkräftigung im Rahmen der Krankengymnastik, schonende manuelle Therapie oder vorsichtige Massagen. Bei akuten Schmerzen kann Kälteanwendung hilfreich sein, bei chronischen Schmerzen Wärme. Manchmal sind Medikamente erforderlich, z.B. Entzündungshemmer oder Präparate zur Entspannung der Muskulatur (Muskelrelaxantien). Auch das Einspritzen eines örtlichen Betäubungsmittels in die Haut („Quaddeln“) kann eine Schmerzlinderung bewirken.   


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