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Mann Wadenschmerzen © ivanko80

Muskelkater

Der Muskelkater ist eine schmerzhafte Muskelsteifheit, verbunden mit erheblicher Muskelspannung, die sich binnen ein bis drei Tagen nach ungewohnter Belastung in untrainierten Muskelpartien entwickelt.  

Ursachen & Vorbeugung

Früher galt die Meinung, dass der Muskelkater ein Indiz für ein „ordentliches“ Training ist – heute ist man gegenteiliger Ansicht. Der Muskelkater dürfte demnach das Resultat zahlreicher kleinster Muskelrisse auf zellulärer Ebene sein. Die durch den Muskelkater eingeleitete Entzündungsreaktion soll – vereinfacht ausgedrückt – durch das Eindringen von Wasser zum Anschwellen des Muskels führen. Dies bewirkt die Steifigkeit und einen Dehnungsschmerz der Muskulatur. Die früher vertretene These einer Übersäuerung des Muskels mit Milchsäure sowie einer Reizung durch „Schlackenstoffe“ lässt sich heute nicht mehr halten.

Bei der Vorbeugung steht ein der körperlichen Fitness angepasstes Training im Vordergrund. Aufwärmübungen wird eine gewisse Schutzwirkung zugeschrieben. Weiters sollte nach jeder sportlichen Aktivität eine angemessene Erholung selbstverständlich sein

Symptome & Diagnose

Die Symptome ist eine schmerzhafte, steife, gespannte Muskulatur. Die Beschwerden erreichen ihr Maximum ein bis zwei Tage nach der körperlichen Anstrengung. Die Diagnose wird gestellt aufgrund der Vorgeschichte mit ungewohnter Belastung, oft nach längerer Trainingspause und ungenügender Vorbereitung.

Therapie

Wärmebehandlung (z.B. Vollbad für zehn bis 15 Minuten, eventuell mit Badezusätzen, oder ein bis zwei kurze Saunagänge) kann die Muskeldurchblutung steigern und so zu einer schnelleren „Reparatur“ beitragen. Auch eine schonende Lymphdrainage kann Linderung bewirken. Weiters sind lockeres Training, Gymnastik, leichtes Jogging auf weichem Boden oder Radfahren auf dem Ergometer hilfreich. In schweren Fällen werden für kurze Zeit entzündungshemmende, schmerzstillende Medikamente eingesetzt. Positive Erfahrungen liegen auch für Arnika-Präparate (homöopathisch, in Gel- oder Salbenform) vor.

Hinweis Aspirin® gegen den Muskelkater lindert zwar den Schmerz, der Wirkstoff Acetylsalicylsäure stört aber die Blutgerinnung. Dies kann nachteilig sein, wenn z.B. doch kein Muskelkater, sondern eine andere Verletzung wie z.B. ein Muskelfaserriss vorliegt oder/und wenn eine Operation notwendig ist.

Umstritten sind Enzympräparate zum Einnehmen sowie durchblutungsfördernde Mittel (lokal als Salbe oder Lotion). Letztere führen lediglich zu einer gesteigerten Hautdurchblutung, gelangen aber nicht in die Tiefe zum Muskel. Massagen bedeuten eine zusätzliche mechanische Irritation des Muskels und sind daher ungünstig.
  
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