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Frau mit Kalender © Piman Khrutmuang
Frau mit Kalender © Piman Khrutmuang

Zyklusstörungen

Die Regelblutung wird durch das Zusammenwirken verschiedenster Hormone gesteuert. Schon geringste Störungen in diesem Zusammenspiel können sich auf den Zyklus auswirken. Zu starke, zu schwache, unregelmäßige Blutungen oder Schmierblutungen können die Folge sein. Zwar sind solche Zyklusstörungen meist harmlos, sie können aber auch auf eine ernsthafte Erkrankung hinweisen. Aus diesem Grund sollten länger andauernde Zyklusstörungen ärztlich abgeklärt werden. Zyklusstörungen werden auch Menstruationsstörungen, Monatsblutungsstörungen oder Regelblutungsstörungen genannt.

Was versteht man unter Zyklusstörungen?

Idealerweise tritt die Regelblutung bei einer Frau regelmäßig alle 25 bis 31Tage auf und dauert etwa drei bis sieben Tage. Dabei verliert sie nicht mehr als 40 ml Blut und ist in ihrem Alltag durch die Blutung nicht wesentlich eingeschränkt. Fachleute nennen diesen Idealfall Eumenorrhoe. Doch jede Frau hat ihren persönlichen Zyklus. Geringe Abweichungen von dieser Norm kommen bei fast jeder Frau im Laufe ihres Lebens vor. Wenn das einmalig bzw. nur für kurze Zeit passiert, besteht kein Grund zur Besorgnis. Dauert die Veränderung allerdings über mehrere Monate an, kann das auf eine Erkrankung hinweisen.

Welche Symptome können auftreten?

Bei einer Zyklusstörung kann die Blutung sehr unregelmäßig auftreten: Sie dauert länger oder kürzer als normal. Oder die Blutung ist zu stark oder schwach. Auch Menstruationsbeschwerden mit starken Schmerzen und Krämpfen während der Blutung (Dysmenorrhoe) zählen dazu.

Die Ausprägung der Zyklusstörung kann von Frau zu Frau sehr unterschiedlich sein. Zusätzlich zur veränderten Regelblutung können, je nachdem welche Erkrankung zu der Zyklusstörung geführt hat, weitere Symptome hinzukommen. Dazu zählen beispielsweise verstärkte Körperbehaarung (Hirsutismus), Akne, Depression, Schlafstörungen, Gewichtsverlust oder -zunahme. Ist die Blutung über längere Zeit zu stark, kann dies zu Eisenmangel und unter Umständen zu einer Blutarmut führen. Betroffene Frauen fühlen sich dann u.a. sehr müde und abgeschlagen.

Welche Zyklusstörungen gibt es?

Anhand der Symptome werden in der Medizin verschiedene Formen von Zyklusstörungen unterschieden:

Störungen der Blutungshäufigkeit (Tempo- oder Rhytmusstörungen): 

  • Amenorrhoe bzw. Oligomenorrhoe: Fehlende bzw. zu seltene (seltener als 35 Tage) Regelblutung. Mehr zum Thema: Amenorrhoe & Oligomenorrhoe
  • Polymenorrhoe: Zu häufige Regelblutung. Die Blutung tritt öfter, als alle 24 Tage auf. Zu dieser Zyklusstörung kommt es oft bei jungen Mädchen kurz nach Einsetzen der ersten Regelblutung (Menarche) oder bei Frauen vor den Wechseljahren. In manchen Fällen können, zu kurze Abstände zwischen zwei Regelblutungen auch ein Zeichen dafür sein, dass ein zu seltener oder überhaupt kein Eisprung stattfindet (z.B. PCO-Syndrom). Solange die zu häufige Regelblutung zu keiner Blutarmut führt und für die Frau keine Belastung (Einschränkung der Lebensqualität) darstellt, ist eine Behandlung nicht erforderlich. Mehr zum Thema: Polymenorrhoe

Störungen der Blutungsstärke und/oder Blutungsdauer (Typusstörungen): 

  • Hypomenorrhoe: Zu schwache Regelblutung. Oft geht ein Hormonmangel (z.B. bei Schilddrüsenunterfunktion oder in den Wechseljahren, in der Pubertät) mit einer zu schwachen Blutung einher. Auch bestimmte Medikamente oder psychische Belastung können dazu führen. Mitunter kommt es bei Frauen, die über viele Jahre mit der Pille verhütet haben, dazu. In den meisten Fällen wird eine zu schwache Blutung nur dann behandelt, wenn ein Kinderwunsch besteht.
  • Hypermenorrhoe: Zu starke Regelblutung. Betroffene Frauen haben sehr starke Blutungen. Sie müssen Binden oder Tampons schon nach ein bis zwei Stunden wechseln. Mitunter enthält das Menstruationsblut dicke Klumpen. Die Betroffenen fühlen sich während der Regelblutung schnell schwach und müde. Mehr zum Thema Hypermenorrhoe finden Sie unter www.gesundheitsinformation.de.
  • Menorrhagie: Zu lange Regelblutung; Die Blutung dauert länger als fünf bis sieben Tage; Eine Menorrhagie tritt oft zusammen mit einer zu starken Regelblutung auf.
  • Zwischen- und Schmierblutungen: Diese können vor oder nach der Regelblutung auftreten. Meist sind diese harmlos. Manchmal können sie aber auch Ausdruck einer Erkrankung (z.B. Entzündungen, Myome, Polypen oder Krebs der Gebärmutter oder Scheide) sein. Aus diesem Grund sollten Frauen bei öfter auftretenden Zwischenblutungen ärztlichen Rat einholen.

Menstruationsbeschwerden (Dysmenorrhoe, Regelschmerzen):

  • Starke Schmerzen und Krämpfe während der Blutung. Mehr zum Thema: Dysmenorrhoe

Welche Ursachen haben Zyklusstörungen?

Die Ursachen für Menstruationsstörungen sind vielfältig. Nach der ersten Regelblutung bei jungen Mädchen (Menarche) ist es nicht außergewöhnlich, wenn die Blutung zunächst noch unregelmäßig einsetzt. Treten allerdings zusätzliche Symptome, wie beispielsweise verstärkte Körperbehaarung, Gewichtsverlust, Kopfschmerzen oder Sehstörungen auf, und halten die Störungen und Beschwerden für längere Zeit an, sollte eine Abklärung durch eine Ärztin/einen Arzt erfolgen.

Da der Zyklus einer Frau sehr eng mit dem Hormonhaushalt in Verbindung steht, führen Störungen des hormonellen Gleichgewichts häufig zu Zyklusstörungen. Auch körperliche oder psychische Faktoren können zu Störungen des Menstruationszyklus führen:

Hormonelle Ursachen

  • Schilddrüsenerkrankung
  • PCO-Syndrom
  • Gelbkörperschwäche (Corpus-luteum- Insuffizienz)
  • Alter über 40 Jahre: Unregelmäßige Zyklen können erste Anzeichen für den Beginn der Wechseljahre sein.
  • Selten: Störungen der hormonellen Steuerung des Zyklus im Gehirn (z.B. Tumore oder Entzündungen im Bereich des Hypothalamus oder der Hypophyse)

Organische Ursachen

  • Tumore der Gebärmutter bzw. des Gebärmutterhalses (Zervix) beispielsweise Myome, Polypen, Krebs
  • Endometriose: Auftreten von Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter
  • Veränderungen der Eierstöcke (z.B. Entzündungen, Zysten, Tumore, Krebs)
  • Fehlbildungen der Geschlechtsorgane

Andere Ursachen:

  • Infektionen: beispielsweise Geschlechtskrankheiten oder Chlamydien
  • Chronische Erkrankungen: beispielsweise Diabetes mellitus, Leber- oder Nierenerkrankungen, Zöliakie.
  • Verhütungsmittel: beispielsweise Pille (hormonelle Kontrazeption) oder Spirale (Intrauterinpessar)
  • Störungen der Blutgerinnung, z.B. aufgrund einer Erkrankung (z.B. Von- Willebrand-Krankheit)
  • Starkes Übergewicht
  • Untergewicht: beispielsweise aufgrund einer Essstörung ( Magersucht, Bulimie )
  • Extreme sportliche Belastung
  • Unerwünschte Wirkung von Medikamenten
  • Psychische Faktoren: Auch Stress, Partnerschaftskonflikte oder unerfüllter Kinderwunsch können den Zyklus beeinflussen.

Wie wird die Diagnose einer Zyklusstörung gestellt?

Um die Ursache für die Zyklusstörung zu finden, verschafft sich die Ärztin/der Arzt mithilfe eines ausführlichen Gespräches (Anamnese) einen ersten Überblick. Dabei ist es wichtig mit der Ärztin/dem Arzt auch über bestehende Erkrankungen, die Einnahme von Medikamenten aber auch über psychische Belastungen und persönliche Probleme zu sprechen. Oft wird die Frau gebeten, für einige Zeit ein Menstruationstagebuch zu führen. In diesem notiert sie wie häufig und stark die Blutungen sind, sowie ob Schmerzen oder Zwischenblutungen auftreten. Danach wird die Frau gynäkologisch untersucht. Je nach individueller Geschichte kann die Ärztin/der Arzt weitere Untersuchungen anordnen:

  • Ultraschalluntersuchung der Organe des kleinen Beckens
  • Hormonstatus: Für die Bestimmung der Konzentration der verschiedenen Hormone, die am weiblichen Zyklus beteiligt sind, nimmt die Ärztin/der Arzt Blut ab. (z.B. Prolaktin-, Östrogen-, FSH- und LH- Konzentration aber auch Hormone der Schilddrüse, des Hypothalamus, der Hypophyse und der Nebennieren)
  • Basaltemperaturkurve (Messung der Körpertemperatur kurz nach dem Aufwachen): Um festzustellen, ob und wann ein Eisprung stattfindet bzw. ob der Gelbkörper in der zweiten Zyklushälfte vorzeitig verkümmert.
  • Hysteroskopie: eine Gebärmutterspiegelung bei der eine kleine Kamera in die Gebärmutter eingeführt wird
  • Um Auffälligkeiten im Gehirn festzustellen kann in bestimmten Fällen auch ein MRT des Gehirns durchgeführt werden. Selten werden auch die Fortpflanzungsorgane mithilfe eines MRT untersucht.

Prinzipiell sollte ein Mädchen/eine Frau zu einer Frauenärztin/Frauenarzt gehen, wenn: 

  • Sie mit 15 Jahren noch keine Regelblutung hatte.
  • Die Regelblutung länger als drei Monate ausbleibt, obwohl sie nicht schwanger ist oder stillt.
  • Die Blutung so stark ist oder so lange dauert, dass der Alltag dadurch eingeschränkt ist.
  • Die Blutung seltener oder häufiger auftritt als üblich.
  • Sie starke Schmerzen und Krämpfe während der Regelblutung hat, die wiederholt die Einnahme eines Schmerzmittels erfordern.
  • Öfter Zwischenblutungen auftreten.

Wie erfolgt die Behandlung von Zyklusstörungen?

Die Therapie richtet sich nach der Ursache der Zyklusstörung. Sie sollte immer individuell und angepasst an die jeweilige Lebensphase der betroffenen Frau erfolgen. Eine wichtige Rolle bei der Wahl der Therapie spielt auch, ob die betroffene Frau einen Kinderwunsch hat.

In erster Linie muss die zu Grunde liegende Ursache behoben werden: Beispielsweise kann beim Vorliegen einer organischen Ursache, wie einer Missbildung oder eines Tumors eine Operation helfen. In bestimmten Fällen kann eine Hormonbehandlung den Zyklus positiv beeinflussen. Besteht aufgrund zu häufiger oder starker Blutungen ein Eisenmangel kann mit Eisenpräparaten, bei einer Störung der Schilddrüse mit Schilddrüsenhormonen geholfen werden. Werden Störfaktoren, wie körperliche Überbelastung oder Stress reduziert bzw. Entspannungsübungen oder Autogenes Training durchgeführt, kann sich der Zyklus oft von selbst wieder einpendeln.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die  e-card ist Ihr persönlicher Schlüssel zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden von Ihrem zuständigen  Sozialversicherungsträger übernommen. Bei bestimmten Leistungen kann ein Selbstbehalt oder Kostenbeitrag anfallen. Detaillierte Informationen erhalten Sie bei Ihrem Sozialversicherungsträger. Weitere Informationen finden Sie außerdem unter:

sowie über die Online-Ratgeber der Sozialversicherung.

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