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Frau mit Unterbauchschmerzen © WavebreakMediaMicro

Menstruationsbeschwerden

Menstruation bezeichnet die monatliche Blutung bei Mädchen ab der Pubertät (zwischen dem neunten und 15. Lebensjahr) und bei Frauen bis zu den Wechseljahren. Es gibt dafür unterschiedliche Bezeichnungen, wie z.B. Regel, Periode, Monatsblutung oder Tage. Die erste Monatsblutung wird „Menarche“ genannt. Menstruationsbeschwerden sind eines der häufigsten Frauenprobleme. Eine mit außergewöhnlich krampfartigen Unterbauchschmerzen einhergehende Regelblutung wird als Dysmenorrhoe bezeichnet . . .

Menstruationszyklus

Die Zeit vom ersten Tag der Periode bis zum Tag vor der nächsten Monatsblutung wird als Menstruationszyklus bezeichnet. Dieser dauert zwischen 25 und 32 Tagen. Die genaue Zykluslänge und -dauer unterscheiden sich von Frau zu Frau. Für die meisten Mädchen bzw. Frauen verläuft die Periode fast schmerzlos und dies verändert sich auch nur selten im Laufe der fertilen Jahre. Für andere hingegen ist die monatliche Blutung oft mit mehr oder weniger großen Schmerzen verbunden.

Symptome & Ursachen

Neben den krampfartigen Unterbauchschmerzen kann eine Dysmenorrhoe von zusätzlichen Symptomen begleitet werden. Dazu zählen z.B. Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Spannungsgefühl in den Brüsten und allgemeines Unwohlsein. Die maximalen Beschwerden treten meist am ersten und am zweiten Tag der Menstruation auf. 

Hinweis Manche Frauen leiden schon in den Tagen vor der Menstruation an Beschwerden wie Bauch- und/oder Kopfschmerzen sowie Stimmungsschwankungen. In der Medizin spricht man vom prämenstruellen Syndrom (PMS).

Warum manche Frauen eine schmerzhafte Periode haben und andere nicht, ist unbekannt. Die Ursachen für starke Menstruationsschmerzen können sehr unterschiedlich sein. Zu den häufigsten zählen:

  • Myome, Adenomyosis uteri
  • Endometriose
  • ev. Psychogene Faktoren (z.B. Stress, Partnerkonflikte etc.)
  • Abflussbehinderungen durch einen zu engen Zervikalkanal oder Vaginalstenosen/Septen

Zudem können auch Uterusfehlbildungen, Uteruslage- oder formanomalien zu Menstruationsbeschwerden führen.

Formen der Dysmenorrhoe

Nach ihrem zeitlichen Auftreten unterteilt man die Dysmenorrhoe als schmerzhafte Menstruation in eine primäre (von der ersten Blutung an) und in eine sekundäre (im Laufe des Lebens auftretende) Form.

Primäre Dysmenorrhoe

In jedem Monatszyklus baut sich die Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) neu auf und wird am Ende mit der Regelblutung wieder abgestoßen (Ausnahme: Schwangerschaft). Während der Menstruation ziehen sich die Muskeln der Gebärmutter in unregelmäßigem Rhythmus zusammen und entspannen sich wieder (Kontraktionen). Durch diese Kontraktionen löst sich die Gebärmutterschleimhaut von der Gebärmutterwand. Das mit Blut vermischte Gewebe fließt durch den Muttermund und die Scheide ab.

Primäre Menstruationsbeschwerden setzen meist kurz nach der Menarche (erstes Auftreten der Regelblutung) ein und dauern bei betroffenen Frauen oft bis zur Menopause. Bei manchen Frauen bleibt das Zusammenziehen der Gebärmutter (Kontraktion) unbemerkt oder äußert sich lediglich durch ein leichtes Ziehen. Bei anderen hingegen sind die Kontraktionen sehr schmerzhaft.

In der Medizin geht man davon aus, dass es während der Menstruation aufgrund des Gelbkörperhormonabfalls (Progesteron) zu einer Prostaglandinanreicherung im Endometrium (Gebärmutterschleimhaut) kommt, welche mit entscheidend für die Uteruskontraktion ist.

Hinweis Bei der Entstehung der Dysmenorrhoe können auch psychische Faktoren wie Stress oder Schmerz- und Erwartungsängste eine Rolle spielen.

Sekundäre Dysmenorrhoe

Bei der sekundären Dysmenorrhoe treten die Regelschmerzen erst nach einigen Jahren auf. Davor waren die Blutungen immer schmerzarm oder -los. Sekundäre Regelschmerzen werden häufig durch gutartige Geschwulste der Gebärmutterschleimhaut (z.B. Myome) verursacht. Manchmal bessern sich Regelbeschwerden nach einer Geburt, bei manchen Frauen treten sie erst nach einer Geburt erstmalig auf. Außergewöhnlich starke Schmerzen können auch auf eine Endometriose hinweisen. 

Hinweis Mechanische Verhütungsmethoden wie z.B. die Spirale können ebenfalls zu sekundären Regelschmerzen führen.

Diagnose & Therapie

Viele Mädchen bzw. Frauen können oft aufgrund ihrer starken Menstruationsbeschwerden Tätigkeiten ihres Alltags (z.B. Beruf, Schule) nicht mehr in gewohnter Weise nachgehen. Daher ist es wichtig, dass Frauen nicht still leiden, sondern bei starken Regelschmerzen die Gynäkologin/den Gynäkologen aufsuchen. Für das Feststellen der Dysmenorrhoe zugrundeliegenden Ursachen stehen verschiedene diagnostische Verfahren zur Verfügung.

Anhand einer gynäkologischen Untersuchung (mit Scheidenultraschall) und einem Ultraschall des Unterbauchs kann die Ärztin/der Arzt organische Ursachen wie z.B. Fehlbildungen, Myome ausschließen.

Schmerzmittel

Zur Schmerzbekämpfung können schmerzlindernde oder krampflösende Medikamente zum Einsatz kommen. Die meisten Medikamente zielen darauf ab, die Prostaglandinproduktion zu beeinflussen.

Hinweis Auch die Pille kann zur Linderung von Regelschmerzen beitragen, da sie den Eisprung verhindert. Allerdings ist bei ganz jungen Mädchen, die unter Regelbeschwerden leiden die Pillengabe als Therapie kontroversiell zu sehen, da das hormonelle Gleichgewicht durch die gerade stattfindende Pubertät noch nicht ausreichend etabliert ist, und durch die frühzeitige Gabe der Pille gestört werden könnte.

Bei Verdacht auf organische Ursachen kann eine stationäre Aufnahme im Krankenhaus notwendig sein, um eventuell operative Eingriffe wie z.B. Entfernen von Polypen und/oder eine Curretage (gegebenenfalls eine Hysteroskopie) bzw. zur weiteren Diagnostik eine Laparoskopie (Verifizierung einer Endometriose) durchzuführen.

Selbsthilfe

Es gibt viele unterschiedliche Mittel und Methoden, um Menstruationsbeschwerden zu lindern. Manchmal lassen sich die Beschwerden auch mit Selbstbehandlungsmaßnahmen lindern. Dazu zählen u.a.:

  • Wärmeanwendungen (z.B. Wärmeflaschen, warmes Vollbad, Sauna)
  • Pflanzliche Präparate, homöopathische Mittel
  • Akupunktur
  • Regelmäßige sportliche Bewegung (fördert die Durchblutung und löst Verkrampfungen)

Hinweis Die genannten Methoden bzw. Mittel sind jedoch wissenschaftlich nicht bewiesen.

Wohin kann ich mich wenden?

Für die Diagnose bzw. Behandlung ist ein Besuch bei einer Gynäkologin/einem Gynäkologen notwendig.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die Kosten für alle erforderlichen Diagnose- und Therapieverfahren werden von den Sozialversicherungsträgern übernommen.

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