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Frau mit Unterbauchschmerzen © Daniel Jędzura
Frau mit Unterbauchschmerzen © Daniel Jędzura

Menstruationsbeschwerden (Dysmenorrhoe)

Viele Mädchen und Frauen leiden kurz vor oder zu Beginn ihrer Regelblutung unter mehr oder weniger starken Schmerzen im Unterbauch. Fachleute bezeichnen diesen Zustand als Dysmenorrhoe. Mitunter sind die Regelschmerzen so stark, dass die betroffene Frau ihren Alltag nur noch eingeschränkt bewältigen kann.

Aus medizinischer Sicht gibt es keinen Grund, dass Frauen starke Regelschmerzen als normale Begleiterscheinung der monatlichen Blutung hinnehmen. Nach einer Abklärung durch die Frauenärztin/den Frauenarzt, können die Schmerzen meist behandelt und gelindert werden.

Wie kommt es zur Regelblutung?

Die Gebärmutter ist von einer Schleimhaut ausgekleidet. Sie baut sich Monat für Monat neu auf. Wird eine Frau schwanger wächst in dieser Schleimhaut das Baby heran. Kommt es zu keiner Schwangerschaft, wird die Schleimhaut nicht gebraucht. Dann löst sich diese von der Gebärmutter ab. Dadurch kommt es zur Regelblutung. Dieser Vorgang wiederholt sich jeden Monat aufs Neue. Die Zeit vom ersten Tag der Regelblutung bis zum ersten Tag der nächsten Blutung bezeichnen Fachleute als Zyklus. Für die Regelblutung gibt es unterschiedliche Bezeichnungen, wie z.B. Menstruation, Periode, Monatsblutung oder Tage. Die erste Monatsblutung im Leben einer Frau wird „Menarche“ genannt.

Was sind die Ursachen für starke Regelschmerzen?

Die Ursachen für starke Regelschmerzen (Dysmenorrhö) sind vielfältig. Oft lässt sich keine Ursache finden. Manchmal kann aber auch eine behandlungsbedürftige Erkrankung dahinterstecken, die eine sogenannte sekundäre Dysmenorrhoe auslöst. Ärztinnen/Ärzte unterscheiden zwischen zwei Formen von Dysmenorrhoe:

Primäre Dysmenorrhoe

Diese Form betrifft vor allem heranwachsende Mädchen und junge Frauen bis etwa 25 Jahre. Die Beschwerden beginnen typischerweise in der ersten Zeit nach der Menarche. Bei dieser Form der Dysmenorrhoe kann die Ärztin/der Arzt keine zugrundeliegende Erkrankung feststellen. Fachleute vermuten, dass für die Beschwerden der jungen Frauen bestimmte Botenstoffe (Prostaglandine), die von der Schleimhaut der Gebärmutter gebildet werden, verantwortlich sind. Diese sind u.a. notwendig damit sich die Gebärmutter während der Regelblutung immer wieder einmal zusammenziehen kann. Dadurch kann sich die Schleimhaut von der Gebärmutter lösen und gemeinsam mit dem Blut durch die Vagina (Scheide) abfließen. Bei jungen Frauen, die unter starken Regelschmerzen leiden, bildet die Schleimhaut zu viel von diesen Prostaglandinen. Dann kann es zu Schmerzen und Krämpfen im Unterbauch und den genannten anderen Beschwerden kommen.

Sekundäre Dysmenorrhoe

Die betroffenen Frauen sind meist über 25 Jahre alt und klagen über Beschwerden während ihrer Regelblutung, die sie als junges Mädchen nicht hatten. Da eine Erkrankung dahinterstecken kann, sollten Frauen, deren Regelblutung plötzlich mit immer wiederkehrenden Beschwerden verbunden ist, eine Frauenärztin/einen Frauenarzt zu Rate ziehen. Mögliche Ursachen können u.a. sein:

  • Gutartige Geschwulste der Gebärmutter, z.B. Myome oder Polypen
  • Endometriose: dabei findet sich Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter. Beispielsweise an den Eierstöcken, der Harnblase oder dem Darm. Dabei kann es nicht nur zu Regelschmerzen, sondern zu vielen anderen Beschwerden, z.B. Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, beim Wasserlassen oder beim Stuhlgang kommen. Oft klagen betroffene Frauen auch über Schmerzen im Unterbauch außerhalb der Regelblutung. Da Endometriose auch zur Unfruchtbarkeit und Einschränkung von Organfunktionen führen kann, ist eine rechtzeitige Diagnose wichtig.
  • Entzündungen an der Gebärmutter, den Eileitern oder den Eierstöcken
  • Spirale zur Empfängnisverhütung

Welche Symptome gehen mit einer Dysmenorrhoe einher?

Viele betroffene Mädchen und Frauen fühlen sich regelrecht krank: Sie haben kurz vor bzw. während der Regelblutung krampfartige Schmerzen im Unterleib. Oft strahlen die Schmerzen in den Rücken und/oder die Beine aus. Die Schmerzen sind meist am ersten Tag der Regelblutung am stärksten und verschwinden am 2. oder 3. Tag. Zudem leiden viele betroffene Mädchen und Frauen unter Kopfschmerzen, Übelkeit, Verstopfung oder Durchfall. Die Betroffenen fühlen sich regelrecht krank: 10 bis 20 von 100 Mädchen/Frauen geht es so schlecht, dass sie jeden Monat für einige Tage nicht in die Schule bzw. Arbeit gehen bzw. ihren Alltag nicht normal bewältigen können. Oft haben Mädchen/Frauen mit starker Regelblutung (Polymenorrhoe) auch stärkere Schmerzen während der Blutung.

Wie wird eine Dysmenorrhoe diagnostiziert?

Keine Frau sollte starke Beschwerden an den Tagen ihrer Regelblutung einfach hinnehmen und still leiden. Betroffene Mädchen und Frauen sollten in jedem Fall eine Frauenärztin/einen Frauenarzt um Rat fragen. Mit deren Hilfe kann die Ursache für die Beschwerden und die geeignete Behandlungsstrategie gefunden werden. Zunächst führt die Ärztin/der Arzt ein ausführliches Gespräch mit der Betroffenen (Anamnese). Dabei erkundigt sich diese/dieser über Themen wie Stärke und Dauer der Regelblutungen oder die Regelmäßigkeit des Zyklus. Aber auch über Lebensgewohnheiten, wie Rauchen, Ernährung oder Bewegung werden abgefragt. Danach erfolgt eine gynäkologische Untersuchung, bei welcher die Ärztin/der Arzt Scheide, Gebärmutter und Eierstöcke abtastet. So kann sie/er möglicherweise vorliegende Erkrankungen feststellen. Unter Umständen führt die Ärztin/der Arzt eine transvaginale (über die Scheide) Ultraschalluntersuchung durch. In bestimmten Fällen kann eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) notwendig sein, um die Ursache für die Beschwerden zu ergründen.

Wie werden Regelschmerzen behandelt?

Gerade bei jungen Frauen stehen die Chancen gut, dass die Beschwerden mit der Zeit schwächer werden oder völlig verschwinden. Manchmal lassen diese auch nach der Geburt des ersten Kindes nach. Dennoch muss eine Frau starke Regelschmerzen nicht als naturgegeben hinnehmen – vor allem wenn diese den Alltag beeinträchtigen. Gemeinsam mit der Frauenärztin/dem Frauenarzt kann die passende Therapie gefunden werden.

Schmerzmittel

Manchen Frauen mit Dysmenorrhoe können entzündungshemmende Schmerzmittel, wie Diclofenac, Ibuprofen und Naproxen helfen. Diese Medikamente, die zur Gruppe der sogenannten nicht steroidalen Antirheumatika (NSAR) gehören, hemmen die Produktion von Prostaglandinen. Dadurch können sich die Regelschmerzen und Krämpfe bessern. Bei regelmäßigem Bedarf an Schmerzmitteln aufgrund von Dysmenorrhoe ist eine fachärztliche Abklärung unbedingt erforderlich.

Antibaby-Pille

Lindern die Schmerzmittel die Beschwerden nicht ausreichend oder wünscht die betroffene Frau ohnehin eine Verhütung, kann die Pille (Orale Kontrazeptiva) helfen. Diese verhindert den Eisprung. Dadurch baut sich die Schleimhaut der Gebärmutter weniger dick auf und produziert weniger Prostaglandine.

Leidet eine Frau unter einer sekundären Dysmenorrhoe muss zunächst die Grunderkrankung, die zu den Beschwerden geführt hat, behandelt werden. Wenn Myome oder Endometriose die Ursache für die Beschwerden sind, kann unter Umständen eine Operation helfen.

Selbsthilfe

Manchen betroffenen Frauen können auch verschiedene unterstützende Maßnahmen helfen. Dazu zählen: 

  • Wärmeanwendungen (z.B. Wärmepflaster, Wärmeflaschen, warmes Vollbad, Sauna)
  • Regelmäßige sportliche Bewegung, wie Joggen, Yoga und Gymnastik
  • Entspannungsübungen (Atemübungen, Yoga, Tai Chi) und möglichst viel Ruhe

Weitere Informationen finden Sie unter Regelschmerzen (Sozialversicherung - Gute.Gesundheit.)

Wohin kann ich mich wenden?

Für die Diagnose und Behandlung von Regelschmerzen können Sie sich an eine Fachärztin/einen Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe wenden. 

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die  e-card ist Ihr persönlicher Schlüssel zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden von Ihrem zuständigen  Sozialversicherungsträger übernommen. Bei bestimmten Leistungen kann ein Selbstbehalt oder Kostenbeitrag anfallen. Detaillierte Informationen erhalten Sie bei Ihrem Sozialversicherungsträger. Weitere Informationen finden Sie außerdem unter:

sowie über die Online-Ratgeber der Sozialversicherung.

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